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Eilenburg Dieb haben Eilenburgs Sicherheitswächter auch schon gestellt
Region Eilenburg Dieb haben Eilenburgs Sicherheitswächter auch schon gestellt
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13:33 11.07.2019
Annett Joachim (links) und Karola Starke sind regelmäßig im Eilenburger Stadtbild anzutreffen Quelle: Kathrin Kabelitz
Eilenburg

Sie tragen Uniform, laufen durch die Straßen, Gartenanlagen oder den Stadtpark in Eilenburg, sprechen mit den Leuten, geben Hinweise und nehmen solche auch mit: Die Rede ist von den Frauen und Männern der Sächsischen Sicherheitswacht. Sie gehören zu Eilenburg – und das seit 1994, als sie im Freistaat Sachsen eingeführt wurden. Im Stadtrat waren sie vor ein paar Monaten eine Randnotiz. Ein Vertreter wollte wissen, wofür die Sicherheitswächter eigentlich zuständig sind. Man sehe sie schließlich öfter durchs Stadtgebiet „spazieren“. Was machen die? Dürfen die Falschparkern Knöllchen ausstellen?

Neun Sicherheitswächter sind in Eilenburg unterwegs

Annett Joachim und Karola Starke sind zwei von neun, die regelmäßig in der Eilenburger Region unterwegs sind. Annett Joachim geht seit zehn Jahren mit auf Streife, wurde einst per Mundpropaganda auf diese Tätigkeit aufmerksam. „Für mich ist es ein Ausgleich zu meinem Job. Ich bin in einem Privathaushalt 24 Stunden in der Intensivpflege tätig.“ Den Kopf frei kriegen, mit den Menschen in Kontakt treten – das waren und sind für sie Motive, noch immer dabei zu sein.

Ihre Amtskollegin Karola Starke sieht es ähnlich. „Ich arbeite in der Krankenhaus-Küche als Service-Kraft, meistens abends“. Als sie in der Zeitung von den Sicherheitswächtern las, habe sie sich beworben. „Auch für mich ist das ein Ausgleich zur Arbeit“, sagt sie. Beide sind gern unterwegs, kommen mit den Eilenburgern ins Gespräch, hören sich an, was sie bewegt. Oft sind es ältere Menschen, die sie ansprechen, weil sie sich Sorgen machen, ob eine Baustelle richtig abgesichert ist oder die sich über Schmutzecken ärgern. „Wir werden oft mit dem Ordnungsamt verwechselt, müssen uns da auch Bemerkungen anhören, ob wir denn schon genug Knöllchen verteilt hätten.“ Genau das aber eben gehöre nicht zu ihrem Aufgabengebiet.

Es geht vor allem um Präsenz im Stadtgebiet

„Unsere Sicherheitswächter sollen in erster Linie sichtbare Präsenz im Stadtbild zeigen“, sagt Polizeihauptkommissar Mario Golle, der für die Sicherheitswächter in Eilenburg zuständig ist. Diese gehören zum Polizeirevier, unterstützen die Beamten, indem sie auf Streife gehen, Ansprechpartner für die Bürger sind und Beschwerden aufnehmen. Die tragen sie im Revier vor oder informieren die Stadt, sind vor allem mit dem Ordnungsamt in Kontakt. Und dort werden Hinweise und Fragen weiter bearbeitet – je nachdem, worum es sich im Einzelfall handelt.

„Zu den häufigsten Sachen gehören Hundehaufen, Müll, übervolle Papierkörbe und verunreinigte Grünflächen“, weiß Mario Golle. In der Hauptsache sind es Ordnungssachen, wofür wiederum die Stadtverwaltung Eilenburg zuständig ist. „Unsere Leute haben aber auch schon mal einen Blumendieb erwischt, der sich gerade in einer städtischen Anlage bediente“, so Golle weiter.

Es ist klar geregelt, was Sicherheitswächter dürfen und was nicht

Was die Sicherheitswächter dürfen und was nicht – das ist klar geregelt. Und dafür müssen sie vorher eine 50 Stunden umfassende Ausbildung durchlaufen. Dabei werden sie in ausgewählte Rechtsgebiete eingewiesen, lernen die Aufgaben und den Dienstbetrieb der Polizei kennen und erhalten praktische Hinweise für ihre künftige Tätigkeit.

In erster Linie dürfen die Sicherheitswächter all das, was jeder Bürger auch darf: Zum Beispiel einen auf frischer Tat gestellten Straftäter bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Außerdem haben sie das Recht auf Notwehr und Nothilfe für andere Bürger. Ihre Befugnisse gehen aber noch weiter: Sie dürfen Personen befragen, die Identität von Leuten feststellen oder auch Platzverweise aussprechen. Und sie können Sachen sicherstellen, um den Eigentümer vor Verlust oder Beschädigung der Gegenstände zu schützen. Was nicht zu ihren Aufgaben gehört, ist das Ausstellen von Strafzetteln. Hieb-, Stich- oder Schusswaffen dürfen sie weder mit sich führen noch einsetzen.

Sicherheitswächter sind auch in der Region unterwegs

Die Sicherheitswächter sind aber nicht nur in Eilenburg unterwegs. Mario Golle erzählt, dass sie auch in Bad Düben auf Streife gehen, manchmal auch in den Gemeinden Doberschütz und Jesewitz. Ein Sicherheitswächter darf maximal 40 Stunden im Monat arbeiten, ist auch mal in den Abendstunden unterwegs. Die Sicherheitswächter, die im Eilenburger Revier angedockt sind, können demnach jeden zweiten Tag im Einsatz sein. Dabei werden aber auch Großveranstaltungen wie das Stadtfest, die Walpurgisnacht oder der Mazda-Lauf im Dienstplan berücksichtigt. Diese sichern sie mit ab.

Der Erste Polizeihauptkommissar Andreas Steudel sagt, dass die Frauen und Männer eine Entlastung für die Polizeibeamten sind und durch ihre Präsenz und die Gespräche mit den Bürgern auf der Straße die öffentliche Sicherheit und Ordnung unterstützen. Für ihre Arbeit erhalten sie nach Angaben des Freistaates Sachsen eine Aufwandsentschädigung von sechs Euro pro Einsatzstunde.

Wer Interesse an einer Arbeit als Sicherheitswächter hat, muss mindestens 18 und darf höchstens 60 Jahre alt sein. Er muss die deutsche Sprache in Wort und Schrift erfassen, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintreten und einen guten Leumund besitzen. „Wir suchen immer Sicherheitswächter“, sagt Mario Golle. Interessenten könnten sich an das Eilenburger Polizeirevier wenden.

Von Kathrin Kabelitz und Nico Fliegner

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