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Eilenburg Doberschütz wehrt sich gegen noch mehr Wasser
Region Eilenburg Doberschütz wehrt sich gegen noch mehr Wasser
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11:44 31.07.2019
Regelmäßig entnommene Gewässerproben belegen jeweils erstklassige Trinkwasserqualität in der Kiesgrube Eilenburg. Quelle: Wolfgang Sens
Doberschütz

 So viel Wasser muss es dann vielleicht doch nicht sein. Doberschütz tritt jedenfalls auf die Bremse, was den Kiesabbau betrifft. Bürgermeister Roland Märtz (CDU) macht klar, warum: „Wenn alle Flächen, die ausgekiest werden dürften, ausgekiest werden, haben wir hier in einem Zeitraum von 20 bis 30 Jahren etliche hundert Hektar Wasserfläche.“ Die derzeitige Wasserfläche, wobei die größte die 150 Hektar große Kiesgrube Eilenburg ist, wird sich auf jeden Fall verdoppeln. Dies bestätigt im Prinzip auch Professor Doktor Bernhard Cramer vom sächsischen Oberbergamt, das auch für Sande und Kies den Aufschluss genehmigt.

Drei weitere Seen sind schon jetzt im Entstehen

Er sagt: „Neben dem 150 Hektar großen See der Kiesgrube Eilenburg werden drei weitere Seen mit 100, 30 und 20 Hektar entstehen.“ Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Firmen die bestehenden Zulassungen vollständig realisieren.

Kiesabbau Eilenburg-Sprotta ließ 150 Hektar Wasser zurück

Insgesamt gibt es in Doberschütz derzeit sechs Kiessandtagebaue unter Bergrecht, wobei der Normalbürger die zwei der Eilenburger Kiesgrube südlich der Sprottaer Landstraße als nur eine Abbaustelle wahrnehmen dürfte.

Hier, so Bernhard Cramer, haben die Firma Heinrich Niemeier GmbH (Sprotta I, Baufelder 1 und 2) sowie das Unternehmen Rohstoffe Berger (Sprotta II) den Abbau inzwischen beendet. Davon kündet nun die bereits erwähnte und auf 150 Hektar angewachsene große Wasserfläche. Die Betriebsanlagen seien teilweise schon zurückgebaut worden, so Bernhard Cramer. Zudem würden bereits unter anderem für eine Dauerstandsicherheit die Böschungen abgeflacht. Zu diesem Gewässer gehört übrigens auch die alte Kiesgrube Eilenburg-Sprotta, die bereits vor der Wende betrieben wurde und die seit Mitte der 1970er-Jahre zumindest im vorderen Bereich als Badesee genutzt wird und heute vom Freizeit- und

Immer im Frühjahr und Herbst finden auf der Eilenburger Kiesgrube Ruderwettbewerbe statt. Quelle: Alexander Bley

Erholungszentrum bewirtschaftet wird. „Hier“ so Bernhard Cramer, „ist die Wiedernutzbarmachung bereits abgeschlossen, das Gelände aus der Bergaufsicht entlassen.“

Neuer 100 Hektar See entsteht nördlich

Die Wasserfläche der Sprottaer-Eilenburger Kiesgrube wird aber auch in den nächsten Jahren weiter wachsen. Denn die Firma Heinrich Niemeyer hat auch für ein drittes Baufeld von Sprotta I die Abbaurechte, für die sie die bisherigen Betriebsanlagen weiter nutzt. Dabei handelt es sich um weitere rund 100 Hektar, diesmal nördlich der Sprottaer Landstraße. Der Planfeststellungsbeschluss dafür erging im März. Inzwischen kräuseln sich auch hier auf rund acht Hektar die ersten Wasserwellen. Das Oberbergamt informierte zudem darüber, dass es neben dem sogenannten Baufeld 3 ein viertes Baufeld gibt. „Dieses zählt zu den weiteren abbauwürdigen Kiesvorkommen“, so Bernhard Cramer. Er schränkt dabei aber ein, dass deren Genehmigungs- und Umweltverträglichkeit bisher mangels Antrag nicht geprüft worden sei.

Keine Gewässerverbindung geplant

Inwieweit es zudem einmal eine wie auch immer geartete Verbindung der Gewässer südlich und nördlich der Sprottaer Landstraße gibt, dazu, so das Oberbergamt, könne zum derzeitigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden.

Auch Mörtitz wächst weiter

Fest steht dagegen, dass auch der nahe Kiessandtagebau Mörtitz wächst. Er umfasst derzeit 18 Hektar und hat eine genehmigte Wasserfläche von insgesamt etwa 30 Hektar, wobei eine Verschmelzung mit den südlicher gelegenen Seen und damit ein Gewässerverbund aber weder geplant oder auch nur beantragt sei.

Für Bürgermeister Roland Märtz steht jedenfalls fest: „Noch mehr Wasser wollen wir auf keinen Fall.“ Er hat dabei insbesondere auch die Sande und Kiese im Blick, die unter einer Fläche von rund 100 Hektar westlich der Staatsstraße 11 bei Mörtitz liegen. Daher verweist der Ortschef darauf, dass „weitere Tagebaue nach neuem Baurecht erschlossen werden müssten“. Und hier wird die Gemeinde auf jeden Fall ihr Veto einlegen.

Zwei weitere Tagebaue

Der Vollständigkeit halber erwähnt werden sollen aber auch zwei weitere Kiesabbauflächen. Dabei handelt es sich zum einen um den Kiestagebau in Paschwitz der Firma Berger Rohstoffe, wo bereits kleinere Wasserflächen entstanden sind und die am Ende 20 Hektar umfassen.

Zum anderen gibt es auch noch den Kiestagebau Doberschütz der Firma Holger Schmidt e. K. Im Gegensatz zu allen anderen Tagebauen wird dieser keine Wasserfläche hinterlassen, da hier im sogenannten Trockenschnitt-Verfahren abgebaut wird. Das bedeutet, dass der Kiessand ausschließlich oberhalb des Grundwasserspiegels erfolgt, über dem höchsten zu erwartenden Grundwasserspiegel bliebt eine Kiessandschicht von mindestens einem Meter bestehen.

Von Ilka Fischer

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