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Eilenburg Droht Ende des Jahres das Aus für die Eilenburger Wäscherei Wagner?
Region Eilenburg Droht Ende des Jahres das Aus für die Eilenburger Wäscherei Wagner?
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09:19 15.06.2016
Die Textilpflege am Eilenburger Nordring ist vom Abriss bedroht.
Die Textilpflege am Eilenburger Nordring ist vom Abriss bedroht. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Was wird aus der Wäscherei Wagner? Der Inhaberin bangt es erneut vor dem Jahresende. Dann soll der Mietvertrag mit der Stadt Eilenburg auslaufen. Wieder einmal. Aber nun endgültig. Denn der Abriss des kleinen Gehöfts, von dem die Textilpflege einen Teil nutzt, ist seit einem Jahrzehnt vorgesehen. Dabei floriert der Reinigungsbetrieb. „Wir haben bis an die Stehkrause zu tun“, sagt Cornelia Wagner. Sie hatte immer wieder Verlängerungen des Mietvertrags erwirkt. Nun kommen Tränen, wenn sie an den 31. Dezember dieses Jahres denkt: Soll dann wirklich Schluss sein? „Ich habe all die Jahre oft von Montag bis Sonntag gearbeitet. Ich mache das doch nicht für mich, sondern für meine Kunden.“ Wer sollte sonst Textilien so schnell und günstig säubern? Großreinigungen eröffnen Filialen, aber dann dauert’s länger, bis das gute Stück wieder sauber in den Eilenburger Schrank kommt. Und was ist mit Jalousien und Vorhängen? Kitas, Schulen, Betriebe gehören zu den Kunden. Für den Betrieb in dieser Lage gilt eine Ausnahmegenehmigung, eine Umsiedlung wäre demnach nur auf ein Gewerbegebiet möglich. Heißt: Weniger Kundennähe. Und weil es dafür keine Fördermittel gibt, zu teuer.

Cornelia Wagner sieht sich nach wie vor in Verhandlungen, entweder die Immobilie zu erwerben, „oder weiter zu mieten, wenn der geforderte Preis die Möglichkeiten des Betriebs übersteigt“. Als die Stadträte im September einer letztmaligen Verlängerung des Mietvertrags bis Ende 2016 zustimmten, seien sie von der Stadtverwaltung nicht richtig informiert worden: „Ich hatte die unbefristete Fortführung beantragt.“

„Es gibt schlechte Prognosen zur Weiterführung in diesem Bestand“, hatte Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) im Juni-Stadtrat erklärt. Im Gespräch mit der LVZ beschreibt er die aktuelle Lage so: „Der Beschluss des Stadtrats gilt nach wie vor. Aber dort heißt es auch: Verbunden mit einer gesicherten Betriebsnachfolge kann eine neue Entscheidung getroffen werden.“ Die Betonung liegt auf „kann“. Cornelia Wagner, mittlerweile 60, hat die Absicht, den Betrieb einmal an ihren Sohn zu übergeben. „Ich will die Reinigung auf alle Fälle erhalten. Da sind sechs Arbeitsplätze zu sichern.“

Für die Stadt aber geht es um mehr als die Entscheidung zwischen einem ungestörten Blick über Grünanlage mit Parkplatz in Richtung Burgberg auf der einen und um die Sicherung eines Dienstleistungsbetriebes auf der anderen Seite. Es geht auch um die mögliche Rückzahlung von Fördermitteln, wenn das Gesamtprojekt nicht vollendet wird. Seit Mitte der 90er-Jahre war der Nordring umgestaltet worden, mussten in diesem Bereich andere Häuser, Garagen, Gärten weichen. Die Stadt hatte das Objekt Nordring 14 mit der eingemieteten Textilpflege nur erworben, um es abzureißen, und damals allein dafür 140 000 Euro gezahlt. „Die Abrechnung des Förder-Programms erfolgt 2020. Damit ist für uns nicht absehbar, wie es finanziell enden kann“, so Ralf Scheler.

Von Heike Liesaus