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Eilenburg Ehrung für Tischlermeister aus Sprotta-Siedlung
Region Eilenburg Ehrung für Tischlermeister aus Sprotta-Siedlung
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05:18 15.11.2018
Tischlermeister Martin Friedrich (82) aus Sprotta-Siedlung zeigt stolz den Diamantenen Meisterbrief, den er von der Handwerkskammer zu Leipzig verliehen bekam. Quelle: Nico Fliegner
Sprotta-Siedlung

Große Ehre für Martin Friedrich aus Sprotta-Siedlung: Der 82 Jahre alte Tischlermeister ist jetzt von der Handwerkskammer zu Leipzig mit dem Diamantenen Meisterbrief ausgezeichnet worden. Das bedeutet, er hat vor 60 Jahren seinen Meister gemacht. „Ich habe mich schon sehr gefreut“, erzählt Martin Friedrich, als er die Einladung in das Leipziger Hotel Westin erhielt. Dort fand Ende Oktober die große Festveranstaltung statt – und er war einer von 58 Männern und Frauen, die den Diamantenen Meisterbrief erhielten. Weitere 71 Männer und Frauen haben den Goldenen Meisterbrief erhalten – der 50-jährige Befähigungsnachweis.

Meisterstück war Wohnzimmerschrank

Blick in die Lehrwerkstatt der Qualitätsmöbelfabrik (QMF) in Eilenburg in der ehemaligen DDR, undatierte Aufnahme. Quelle: privat

Der Beruf des Tischlers hat ihn sein ganzes Leben begleitet. Eigentlich wollte er Elektriker werden, doch schon der Vater und Großvater waren Tischler, und so lag es nahe, dass er in die Lehre in der Qualitätsmöbelfabrik (QMF) in Eilenburg geht, wo auch Vater und Großvater beschäftigt waren. „Ich war damals 14 Jahre“, erzählt der in seinem Elternhaus in Sprotta-Siedlung gebürtige Friedrich, wo er heute noch mit Ehefrau Roswitha lebt. Als er 20 Jahre alt war, machte er seinen Meister. „In der Volkshochschule wurde uns die allgemeine Theorie beigebracht, in Leipzig in der Eisenbahnstraße dann die Praxis.“ Sein Meisterstück war ein Wohnzimmerschrank. „Den habe ich in Eilenburg gebaut und konnte ihn dann auch vom Betrieb kaufen.“ Viele Jahre stand der Schrank im Haus des Ehepaars – auch heute gibt es ihn noch, doch er steht nicht mehr an exponierter Stelle im Wohnzimmer.

Schlafzimmer für die DDR-Bevölkerung

Nach zwei Jahren bei der NVA in Weißenfels qualifizierte sich Martin Friedrich weiter: In Weimar legte er noch die Industriemeisterprüfung ab, dann wurde er Meister in der Eilenburger Möbelfabrik, war im Bereich der Montage tätig und einer von zwei Meistern, die entweder die Früh- oder Spätschicht leiteten mit zwischen 70 und 90 Leuten. „Wir haben damals Schlafzimmer gebaut“, erzählt er. An einem Tag seien bis zu 40 entstanden. Zu einem Modell gehörten unter anderem das Bett, der Kleiderschrank und zwei Nachtschränke. Produziert wurde vornehmlich für die DDR-Bevölkerung. Auch ein Fernstudium nahm der Tischlermeister Friedrich auf. Er studierte Ingenieurwesen für Holztechnik, nach der Wende machte er noch sein Fachhochschul-Diplom.

41 Jahre im selben Betrieb tätig

Seine schönste Zeit in der Eilenburger Möbelfabrik, wo er 41 Jahre arbeitete, hatte er als Abteilungsleiter für Investition, Planwirtschaft und Technik. „Ich habe damals neue Maschinen kaufen dürfen und die Montage geleitet. Das war eine schöne Arbeit.“ Mit der Wende kam alsbald das Aus. Der Betrieb wurde abgewickelt, Martin Friedrich ging mit 55 Jahren in den Vorruhestand.

Das Rentnerdasein genießt er heute mit Ehefrau Roswitha. Zwar macht das Knie nicht mehr mit, aber in den Garten geht es trotzdem – seine liebste Freizeitbeschäftigung. Dort baut er Kartoffeln, Tomaten, Gurken und vieles mehr an. Die Zeit als aktiver Handwerker sei dagegen vorbei. Die Erinnerungen aber bleiben. Den Diamantenen Meisterbrief will er jetzt rahmen und dann in sein kleines Büro im Keller stellen.

Von Nico Fliegner

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