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Eilenburg Eilenburg/Bad Düben: Wo zahlen Eltern am meisten für die Kita?
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Eilenburg/Bad Düben: Wo zahlen Eltern am meisten für die Kita?

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18:13 10.01.2022
Diese Jesewitzer Knirpse sind nicht nur mit ihren fahrbaren Untersätzen vorn dabei. Ihre Eltern zahlen für die Betreuung auch am wenigsten.
Diese Jesewitzer Knirpse sind nicht nur mit ihren fahrbaren Untersätzen vorn dabei. Ihre Eltern zahlen für die Betreuung auch am wenigsten. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg/Bad Düben

Kinder sind uns lieb und teuer. Das merken Eltern allerspätestens, wenn sie für den Nachwuchs eine Betreuung brauchen. Die LVZ hat nun erneut die Elternbeiträge links und rechts der Mulde verglichen. Das Fazit: Die Kommunen Eilenburg, Doberschütz, Jesewitz und Mockrehna, die schon in den vergangenen Jahren den Eltern am wenigsten abverlangten, sind auch in diesem Jahr die günstigsten.

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Unter 200 Euro ist kein Krippenplatz mehr zu haben

Wie schon 2021 kann aber keine Kommune den neunstündigen Krippenplatz für unter 200 Euro im Monat anbieten. Das zuletzt im Januar 2021auf 219 Euro erhöhte Kindergeld reicht damit nicht mal mehr überall für den Krippenbeitrag.

Besonders sticht dabei Bad Düben heraus, wo der Krippenplatz mit 251 Euro immerhin 51 Euro mehr kostet als im in dieser Kategorie am besten abschneidenden Jesewitz.

In Bad Düben kommt Automatismus zum Tragen

Als einzige der sieben verglichenen Kommunen kommt in Bad Düben ein 2020 vom Stadtrat verabschiedeter Automatismus zum Tragen, nachdem nunmehr in der Krippe 20 Prozent, in Kindergarten und Hort 29 Prozent der tatsächlichen Kosten auf die Eltern umgelegt werden.

„Großzügiger“ Akt des Freistaates kommt nicht gut an

Den im Mai 2021 vom Freistaat eingeräumten Spielraum nach unten nutzt keine Kommune oder besser gesagt: Er kann von keiner Kommune genutzt werden. Danach müssten Gemeinden in Krippe und Kindergarten nun nur noch jeweils 15 Prozent der Kosten auf die Eltern umlegen. Und das Schulvorbereitungsjahr und den Hort dürfen Kommunen nun sogar zum Nulltarif anbieten.

Bei den Kommunen hat dieser „großzügiger“ Akt des Freistaates für viel Frust und für viel Unverständnis gesorgt. So erklärt die in Eilenburg zuständige Fachbereichsleiterin Annett Krause: „Die fehlenden Einnahmen gehen voll zu Lasten der Kommune. Den Ausgleich zu schaffen, fällt immer schwerer und hat nicht unerhebliche Auswirkungen auf die baulichen Voraussetzungen und auf die Qualität bei der Umsetzung des sächsischen Bildungsplanes in Kindertageseinrichtungen.“ Selbst die für 2022 angekündigte Erhöhung des Landeszuschusses um vier Euro pro Kind und Jahr decke bei Weitem nicht mal die Steigerung der Kosten. Auch in Bad Düben kann dies „aufgrund der Haushaltssituation nicht umgesetzt werden“. Aus Laußig heißt es ebenfalls: „Wünschenswert ist eine Senkung der Elternbeiträge, die finanzielle Lage lässt dies jedoch derzeit nicht zu.“

Übersicht über die Kosten, die voll zahlende Eltern in den sieben Kommunen links und rechts der Mulde bei Eilenburg für das jeweils erste Kind in diesem Jahr zahlen. Quelle: Ilka Fischer / Wolfgang Sens

Landeszuschuss reicht nicht

In Doberschütz und Mockrehna war die letzte Beitragsanpassung 2019, in Jesewitz und Zschepplin 2020 und damit noch vor der entsprechenden Gesetzesänderung.

Doch auch hier scheint klar, dass die Gemeinden ihre Elternbeiträge nicht nach unten anpassen können. Der Jesewitzer Bürgermeister Ralf Tauchnitz erklärt: „Es wird öffentlich kommuniziert, dass entsprechende Mittel durch Erhöhungen des Landeszuschusses als Ausgleichszahlung den Gemeinden an die Hand gegeben wird. Dem ist jedoch nicht so. Die Erhöhungen decken nicht die beschlossenen Möglichkeiten.“

Gemeinden investieren in den Nachwuchs

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Denn die Gemeinden nehmen durchaus Geld in die Hand, um für den Nachwuchs die räumlichen Bedingungen zu verbessern oder zumindest in Schuss zu halten. So plant Eilenburg in diesem Jahr die Erweiterung der Kita Heinzelmännchen auf dem Berg. In Bad Düben beginnt der Umbau des Spatzenhauses und damit die Erweiterung der zugehörigen Außenanlage. Doberschütz investiert in den Zwergenwald Battaune, Jesewitz stellt die 2021 begonnene Außenanlage am Kindercampus fertig, Zschepplin baut bei den Wolkenschäfchen in Glaucha einen neuen Zaun.

Betreuungsplatz für alle ist garantiert

Und es gab zudem von allen Gemeinden auf die Frage, ob alle Eltern, die es wünschen, in ihrer Gemeinde einen Krippen, Kindergarten- oder Hortplatz bekommen können, ein Ja zur Antwort. Der Platz in der Wunschkita kann dabei allerdings nirgendwo garantiert werden. Und in Doberschütz, wo die Kapazitäten ausgeschöpft sind, gilt derzeit zudem ein Aufnahmestopp für nicht in der Gemeinde gemeldete Kinder.

Von Ilka Fischer