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Eilenburg Eilenburg: Führungen über den Burgberg starten wieder
Region Eilenburg Eilenburg: Führungen über den Burgberg starten wieder
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15:06 09.05.2019
Bei seinen Führungen über den Eilenburger Burgberg macht Wolfgang Beuche auch am Sorbenturm Station. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Am Sonntag lädt der Eilenburger Burgverein wieder zur Führung über das historische Gelände des Schlossberges ein. „Die Wiege Sachsens unter den Wettinern, aber auch der kometenhafte Aufstieg der Grafen von Eulenburg lassen das Areal in einem besonderen Licht erscheinen“, kündigt Burgfreund Wolfgang Beuche an. Die rund einstündige, kostenlose Tour startet um 14 Uhr auf der Freifläche am Burgtor. Die Besucher erfahren Interessantes über die Geschichte des Schlossberges und die Entstehungsgeschichte Sachsens. Die Führung endet mit einer Besichtigung der zwei vorhandenen Keller der ehemaligen Schlösser der Eulenburger und Wettiner. Im Anschluss können die Teilnehmer vom Sorbenturm aus einen besonderen Blick in die bezaubernde Landschaft genießen.

Wolfgang Beuche führt über den Eilenburger Burgberg. Quelle: Wolfgang Sens

Führungen gibt es seit über zehn Jahren

2008 bot der Burgverein erstmals kostenlose Führungen an, die in den vergangenen zehn Jahren zwischen April und Oktober zum Anziehungsmagneten geworden sind. „Hatten wir ursprünglich nur wenige Jahre dieses Angebot als überlebensfähig eingeschätzt, so überraschen uns die Anmeldezahlen immer wieder aufs Neue“, sagt Beuche. Allein 2018 waren 160 Personen bei sechs ausgeschriebenen und drei angemeldeten Führungen dabei. Insgesamt folgten bisher über 2040 Interessierte den Spuren der bedeutsamen Wiege Sachsens.

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Mittlerweile kommen mehr auswärtige als ortsansässige Gäste

Dank der Werbung im Rundfunk kommen viele Auswärtige, deren Zahl hat die der Ortsansässigen schon übertroffen. Letztes Jahr zählten beispielsweise Vereinsmitglieder vom Schloss Altenburg und aus der Gegend um Herzberg sowie vom Verein Schlösser und Burgen aus Sachsen-Anhalt zu den Besuchern.

Aktuelle Erkenntnisse fließen in Führungen ein

Wolfgang Beuche hat viel Interessantes zu erzählen. Beispielsweise, dass das Schloss im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden zerstört wurde und danach lange als Ruine dastand. Oder, dass Johann Wolfgang Goethe, der von Leipzig aus in Eilenburg eine Geliebte besuchte, diesen Zustand noch erlebte und 1801 die Ballade vom „Hochzeitsfest auf der Eilenburg“ verfasste, und dass die Brüder Grimm 1816 „Des kleinen Volkes Hochzeitsfest“ nach der Sage, die auf der Eilenburger Burg spielt, schrieben.

Der Hobby-Historiker und Autor mehrerer Sachbücher lässt in die Führungen stets neue Erkenntnisse einfließen. Mittlerweile kann er die Gäste über den in den letzten Jahren dank Fördermitteln neu gestalteten Burgberg führen. „Damit sind auch die Grundlagen geschaffen worden, Erhaltenswertes der ehemaligen zwei Schlösser im neuen Glanz erscheinen zu lassen.“ Ein Beispiel dafür sei die Heinzelberge, bei der die äußeren Umfassungswände des ehemaligen Vorderschlosses der Wettiner auch nach über 600 Jahren integriert sind.

Auch Sonderführungen kommen gut an

Auf große Resonanz stießen in den vergangenen Jahren zudem die historischen Stadtführungen, so unter anderem die im Jahr 2015 zum 70. Todesjahr von Stadtbaumeister Otto Lemke. 104 Besucher waren bei den vier Veranstaltungen dabei. Zur ersten Führung kam aus Berlin auch die Großnichte, die Kunsthistorikerin Karin Achilles-Syndram.

Zur nächsten Führung lädt der Burgverein für Sonntag ein. Treffpunkt ist 14 Uhr auf der Freifläche am Burgtor.

Von Kathrin Kabelitz und Florian Holtorff