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Eilenburg Eilenburg: „Mister B 87“ Rolf Aster ist tot
Region Eilenburg Eilenburg: „Mister B 87“ Rolf Aster ist tot
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10:48 28.05.2019
Rolf Aster, hier ein Foto aus dem Jahr 2015. Quelle: Nancy Ziegler
Eilenburg

Rolf Aster ist tot. Der 84-Jährige, der in den 1990er-Jahren hartnäckig für den Bau der Ortsumgehung Eilenburg kämpfte, verstarb am 23. Mai nach langer, schwerer Krankheit in einem Krankenhaus. Das teilte seine Tochter Susanne Hartung mit.

Weltoffen und freundlich

Immer lächelnd und gut gelaunt kam er daher, oftmals spitzbübisch und mit einer Anekdote auf den Lippen. So kennen viele Rolf Aster. Er war ein weltoffener, freundlicher Mensch. Immer auf der Höhe der Zeit. Ein Charmeur. Er konnte aber auch bestimmend sein. Wenn er sich eine Sache zum Ziel gesetzt hatte, ließ er nicht locker. Das war vor allem bei der B 87 in Eilenburg so. Der Verkehr, der bis 2004 noch durch die Stadt rollte, missfiel ihm sehr. Also spannte er sich vor den Karren und machte gehörig Druck bei Politikern und in den zuständigen Ministerien, damit die Pläne für eine Ortsumgehung nicht bedrucktes Papier bleiben. 2004 war es dann soweit: Die Ortsumgehung war fertig und Rolf Aster neben viel Polit-Prominenz beim Durchschneiden des schwarz-rot-goldenen Bandes dabei.

Beiname „Mister B 87“

Der Weg bis dahin war lang und steinig. Rolf Aster, den viele auch liebevoll „Mister B 87“ nennen, musste sich viel mit den Mühlen der Bürokratie herumschlagen. Oftmals ärgerte er sich darüber, blieb aber am Ball. Er hatte ja Verantwortung übernommen. Und wenn er das einmal machte, war er nicht mehr abzubringen. „Das war typisch für meinen Vater“, erinnert sich Tochter Susanne.

15 Jahre Kampf für Umgehungsstraße

Der Eilenburger Rolf Aster hat 15 Jahre für den Bau der Ortsumgehung gekämpft. Hier Bilder aus seinem Leben.

Sein Kampf für die Umgehungsstraße und damit einhergehend die Entlastung der Innenstadt vom Verkehr hat dem gebürtigen Eilenburger viel Anerkennung gebracht. 2015 trug er sich ins Ehrenbuch der Stadt ein und schrieb zur Ortsumgehung, dass es 15 mühevolle Jahre gewesen seien. Manchmal habe er selbst nicht mehr daran geglaubt, dass das Projekt Realität wird. „Es gibt viele, die mich jetzt ansprechen und sich direkt bedanken“, ist im Ehrenbuch von ihm zu lesen. Eilenburgs früherer Oberbürgermeister Hubertus Wacker sagte, dass Rolf Aster „in Eilenburg Spuren hinterlassen hat. Er war maßgeblich mit Herrn Viehweg daran beteiligt, dass die Ortsumgehung kam. Ich werde ihn immer in guter Erinnerung behalten“.

Eilenburg war Lebensmittelpunkt

Rolf Aster war Eilenburger durch und durch. Sein ganzes Leben hat er in der Stadt verbracht, wenngleich es den gelernten Schlosser beruflich immer wieder weit weg zog. Er arbeitete zu DDR-Zeiten im VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe und war im Berliner Raum für die Energiewirtschaft tätig. In Berlin lernte er in den 1950er-Jahren auch seine Frau Eva-Maria kennen, 1957 heirateten beide und gründeten eine Familie in Eilenburg. Die Töchter Susanne und Annett erblickten das Licht der Welt, die Familie wurde größer. Inzwischen gibt es drei Enkel und drei Urenkel.

In den vergangenen Jahren war es ruhig geworden um Rolf Aster. Seit 2012 hatte er gesundheitliche Probleme und musste sich Operationen unterziehen, verbunden mit Krankenhausaufenthalten. Auch hier war er stets ein Kämpfer – bis zuletzt.

Die Trauerfeier findet am 14. Juni um 13 Uhr auf dem Friedhof Mansberg in Eilenburg statt.

Von Nico Fliegner

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