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Eilenburg Eilenburg empfängt Jahr 2018 mit Tanz und Zukunftsforschung
Region Eilenburg Eilenburg empfängt Jahr 2018 mit Tanz und Zukunftsforschung
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06:00 12.01.2018
Junge Tanzpaare zeigen, was sie bei Oliver&Tina gelernt haben.
Junge Tanzpaare zeigen, was sie bei Oliver&Tina gelernt haben. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Ein Schrank mit Freizeitausrüstung, Snowboard, Fußballtrikot, ein echt Eilenburger Gemälde und ein Fahrrad symbolisierten auf der Bühne des Bürgerhauses, worum es diesmal beim Neujahrsempfang ging: um „Leben und Freizeit“. Eilenburger, die ehrenamtlich oder beruflich mit dem jährlichen Motto zu tun haben, werden jeweils neben den üblichen Besuchern aus Politik und Wirtschaft eingeladen. So waren es Theatermacher, Sportler, Karnevalisten, Akteure von Wohlfahrtsvereinen bis hin zu Feuerwehrleuten, die da beisammensaßen.

Tanz, Reden, Musik – das und mehr gab es beim Neujahrsempfang in Eilenburg, Fotos: Wolfgang Sens

Zukunftsforscher spricht

Ebenfalls Eilenburger Alleinstellungsmerkmal: Der thematische Vortrag, für den diesmal der Hamburger Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt ans Rednerpult ging. Das hatte vorher Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) inne, der eine Laudatio auf die „Lieblingsstadt“ hielt und damit einmal mehr Botschafter der Wohnstandortkampagne war, die ja unter dem Slogan das „Das Beste an Leipzig“ steht. So forderte er, mit dem Pfund der perfekten Anbindung an die prosperierende Pleißestadt zu wuchern und den Zuzug, der in Eilenburg ankommt, aktiv zu gestalten. Es gelte, gute Außenwahrnehmung zu verstärken, Infrastruktur auf das Wachstum auszurichten. Scheler erinnerte an den Startschuss der Kampagne 2016, die Ende 2017 den 3. Platz beim Leipziger Marketingpreis erhalten hatte, Eilenburg einen Auftritt beim Fernsehsender n-tv brachte und es zum Studienobjekt von Masterstudenten machte.

Tour durch Eilenburg

Vor allem startete er eine bildliche und rhetorische Tour zu den Pluspunkten der Stadt. Schon an der dafür benötigten Redezeit ist zu ermessen: Es sind viele. Angefangen bei den sechs Ortsteilen, in denen sich Infrastruktur und Bausubstanz verbessert haben, wo wieder viel mehr Kinder leben, wo die Abdeckung des Breitbandnetzes im Frühjahr vollzogen sein soll. Auch der Spielplatz, der in Hainichen gebaut werden soll, der Mulde-Flügeldeich, der Ende Februar fertig wird, fehlten nicht.

Stadtteil Berg

Weiter ging’s durch den Stadtteil Berg und zur erfreulichen Entwicklung im Wohngebiet Leipziger Höhe. Das ist Wohnmagnet für junge Familien geworden. Im multifunktionalen Schulgebäude in der Halleschen Straße werden Um- und Ausbauten zur Entlastung des Horts der Grundschule vollzogen. Der Abstecher aufs Burgberg-Gelände zeigt den neuen Kräutergarten, die künstlerische Orientierungstafel. Hier kam auch der Burgverein ins Spiel, der Walpurgisnacht und Serenade, gemeinsam mit dem Musikverein, organisiert.

Allein das leere und hochsanierungsbedürftige Amtshaus ist ein Problemfall, für das es noch keine Lösung gibt, „aber der intensive Diskussionsprozess dazu ist angestoßen“, erklärte Scheler.

Stadtteil Mitte und Ost

Weiter ging es ins Zentrum mit neuen Wohnprojekten in der Rollenstraße, am Jacobsplatz und an der Martinstraße. Auch die Umbaupläne im Roten Hirsch gehörten dazu. Die Ansiedlung des Edeka-Marktes auf der Brachfläche des Ex- ECW-Kraftwerkes, mit dem die städtebauliche Anbindung von Mitte und Ost besser gemacht werden soll und die Schwimmhalle, die bald ihren Millionsten Gast empfangen wird, fehlten nicht. In diesem Stadtteil wird der neue Hort an der Grundschule am 23. Februar eröffnet. Scheler vergaß weder die Außengestaltung des Gymnasiums noch die Entwicklung des Freizeit- und Erholungszentrums oder das neue Wohngebiet Am Grünen Fink.

Herausforderungen

Die Herausforderungen? Zum Beispiel der Stadtparkteich, der seit Jahren nicht saniert werden kann und der Haushalt, bei dem der Kraftakt, Einnahmen und Ausgaben auszugleichen, jedes Jahr samt Schuldenabbau dennoch gelingt. Trotzdem bleibe vieles auf der Strecke. Scheler mahnte die Landes- und Bundesabgeordneten, für logische und praktikable Lösungen in der Bildungs-, Flüchtlings und Förderpolitik zu wirken. „Der Aufwand, der in der Verwaltung pro Euro Fördergeld eingesetzt werden muss, übersteigt Vorstellungen an Ineffizienz.“

Nicht nur Pluspunkte brachte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen aus Hamburg, in seinem Vortrag „Was kommt? Was bleibt? Was geht?“ ins Spiel und trotzdem Optimismus: Auch wenn viele das Adjektiv „gut“ vor die alten Zeiten denken, die Lebensbedingungen sind doch, wie sich an Sterblichkeit, Alphabetisierungsrate zeigt, in der Tendenz immer besser geworden.

Tänze zum Abschluss

Was sich sonst an einem Mittwochabend auf dem Parkett des Hauses und somit in der Freizeit abspielt, zeigten vier Jugendpaare des Goldkurses der Tanzschule Oliver&Tina: Rumba, Cha-Cha und Discofox. Mit- oder nachmachen möglich. Bei dem, was die LE alives, die amtierenden Breakdance-Meister, zu bieten hatten, war das eher unmöglich. Denn die waren spektakulär.

Während eine Leipziger Band, die Beefees, akustisch untermalten, präsentierten Eilenburger Gastronomen den kulinarischen Part zum Thema „Freizeit- und Leben“. Die Gäste konnten asiatische, deutsche und mediterrane Gerichte kosten und hatten zudem Laufe des Abends noch viel Gelegenheit zu reden und Kontakte zu knüpfen.

Von Heike Liesaus