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Eilenburg Eilenburg erhält im Norden weiteren Deich
Region Eilenburg Eilenburg erhält im Norden weiteren Deich
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15:41 03.11.2017
Mitarbeiter der Firma Wacht bauen im Norden Hainichen den 350 Meter langen Deich.
Mitarbeiter der Firma Wacht bauen im Norden Hainichen den 350 Meter langen Deich. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Auf den ersten Pflockeinschlag für ihren Deich mussten die Hainichener jahrelang warten. 2013 entgingen die Rand-Eilenburger nur ganz knapp dem erneuten Untergang wie 2002. Jetzt geht es mit dem rund 350 Meter langen Erddeich, der als Nordflanke Hainichen firmiert, umso zügiger voran. Den im August tätigen Archäologen folgten im September die Bauleute der Firma Wacht aus Falkenberg. „Die legen sich richtig ins Zeug“, lobt Axel Bobbe, Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung Rötha. Er schätzt daher den auch aus Naturschutzgründen knapp kalkulierten Fertigstellungstermin im März 2018 „als sportlich, aber machbar ein“.

Eine Million Euro und der Tropfen auf dem heißen Stein

Etwa ein Drittel der endgültigen Deichhöhe haben die Bauleute inzwischen aufgeschüttet. Bei dem Drei-Zonen-Deich erschwert eine Lehmschürze das Eindringen des Wassers in den Deich. Das dennoch nicht aufzuhaltende Wasser führt eine an der Landseite angebrachte Drainageschicht leichter ab. Dazwischen liegt der eigentliche Stützkörper.

Diese Konstruktion wird in Hainichen samt einem Deichverteidigungsweg von dem bestehenden Deich, der nach dem Hochwasser 2013 teilweise mit Spundwänden stabilisiert worden ist, bis zum Berghang gebaut. Für die Hainichener bringt die Nordflanke den Schutz vor einem Hochwasser, das es statistisch nur einmal im Jahrhundert gibt.

Mauer in der Mühlstraße soll 2018 erhöht werden

Obwohl die Nordflanke etwa eine Million Euro kostet, nimmt sie sich gegenüber den anderen Eilenburger Projekten bescheiden aus. Denn seit 2002 flossen rund 37 Millionen aus Bundes- und Landesmitteln in das Eilenburger Schutzsystem. Die Stadt selbst gilt seit 2012 als hochwassersicher. 2013 bestand das Schutzsystem weitgehend seine Bewährungsprobe. Nur in der Mühlstraße lief der von der Mulde abzweigende Mühlgraben über die Schutzmauer und setzte Häuser am Fuße des Berges erneut unter Wasser. Deshalb muss ein 700 Meter langes Teilstück der Mauer um 40 bis 50 Zentimeter erhöht werden. Axel Bobbe: „Wir stehen bei diesem Projekt kurz vor der Ausschreibung.“ Die Planung sei jedenfalls so gut wie abgeschlossen. 2018 soll gebaut werden. Da an die Mauer teilweise nicht mit schwerer Technik heranzukommen ist, rechnen die Experten der Landestalsperrenverwaltung allerdings mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr.

Röhrenbrücke befindet sich in der Warteschliefe

Nicht beseitigt wird in diesem Zusammenhang aber die Schwachstelle Röhrenbrücke, die sich in unmittelbarer Nähe befindet. An dieser sammelt sich im Hochwasserfall gefährliches Treibgut des Mühlgrabens. Sie müsste deshalb dringend angehoben werden, wofür allerdings die Stadt Eilenburg zuständig ist. Da die Stadt die dafür benötigte höhere sechsstellige Summe nicht aufbringen kann, muss gewartet werden, bis sich eine Fördermöglichkeit auftut.

Dammfuß der Ortsumgehung wird stabilisiert

Der Vollständigkeit halber sei zudem erwähnt, dass im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr derzeit der Dammfuß der Ortsumgehung B 87 östlich der Muldebrücke auf einer Länge von 750 Meter ebenfalls mit Spundwänden ertüchtigt wird. Von ihnen wird sich bei künftigen Hochwasserereignissen ein geringerer hydraulischer Druck auf die Bundesstraße 87 versprochen, die in diesem Bereich als Dammkonstruktion gebaut ist. Die Fertigstellung dieser 1,5 Millionen Euro teuren Maßnahme, die vom Bund finanziert wird, ist für Herbst 2018 vorgesehen.

Von Ilka Fischer