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Eilenburg Eilenburg und Sprotta teilen sich Pfarrerin
Region Eilenburg Eilenburg und Sprotta teilen sich Pfarrerin
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10:36 26.04.2019
Edelgard Richter vor dem Sprottaer Glockenturm auf dem Pfarrhaus-Grundstück. Quelle: Ilka Fischer
Eilenburg/Sprotta

Edelgard Richter wurde am 20. Januar offiziell in das Amt der Pfarrerin für die Rinckart-Gemeinde Eilenburg eingeführt. Rund 100 Tage teilen sich damit deren rund 1000 Kirchenmitglieder und die 700 des Pfarrbereiches Sprotta die Pfarrerin. Für die 52-jährige Edelgard Richter, die aus Sachsen-Anhalt stammt und ihre erste Pfarrstelle 1995 in Sprotta antrat, sind Gemeindezusammenlegungen kein ganz unbekanntes Feld. So hat sie gleich zu Beginn mit Mörtitz, Wöllnau und Battaune sowie 2008 dann auch mit Laußig, Gruna und Pristäblich schon entsprechende Erfahrungen gesammelt.

Regelung für die nächsten fünf Jahre

„Schön ist das natürlich nicht. Doch wir machen das Beste draus“, lautet ihr kurzes und knappes Fazit. Natürlich gebe es nun mehr Terminüberschneidungen als vorher. Doch sie blickt optimistisch auf die zunächst für fünf Jahre getroffene Regelung, dass sie die zwei 50-Prozent-Stellen ausfüllt. Dabei hilft auch, dass die Pfarrerin, ähnlich wie schon vorher in Eilenburg geregelt, nun erstmals auch in Sprotta für fünf Stunden in der Woche eine Mitstreiterin hat, die ihr zumindest einen Teil des leidigen Bürokrams abnimmt.

Pfarrerin fährt gern nach Eilenburg

Für sie sei das Ganze daher insgesamt „ein ziemlich nahtloser Übergang“ gewesen. Schließlich habe sie in Eilenburg nicht nur im vergangenen Jahr, sondern schon des Öfteren die Vakanzvertretung übernommen. Nun sei sie eben auch die geschäftsführende Pfarrerin. Sie, die im Pfarrhaus in Sprotta mit ihrem Mann vier Kinder groß gezogen hat, bleibt dort wohnen. Doch sie versichert: „Ich fahre immer gern nach Eilenburg.“ Die Bindung ist eng, nicht nur weil auch ihre Kinder dort zur Schule gegangen seien.

Eilenburg geht neue Wege

Vieles, wie der Konfirmandenunterricht, die engere Zusammenarbeit mit der evangelischen Grundschule Cultus+ oder, dass die Pfarrerin eher am Telefon als im Büro erreichbar ist, müsse sich erst einspielen. Doch die Organisation der Gottesdienste für die beiden Pfarrbereiche sei machbar. Denn mit Eilenburg habe sich die Zahl ihrer Predigtstellen lediglich von neun auf zehn erhöht. In der mit den Gemeindekirchenräten des Sprottaer Bereiches, dem Eilenburger Kirchenrat und dem Superintendenten abgesprochenen Dienstvereinbarung habe man sich auch dazu verständigt. „Die Eilenburger sind dabei auch mutig genug, neue Wege zu betreten“, lobt die Pfarrerin. So werde sie in Eilenburg pro Monat jemals einmal sonntags in der Nikolaikirche und der Marienkirche predigen. Hinzu kommt ein Gottesdienst an einem Sonnabend um 17 Uhr, der unter dem Motto AngeDACHT in etwas anderer Form gestaltet wird und vor allem auch Familien ansprechen soll.

Aus der Not eine Tugend machen

Dennoch gibt es, wie zum Beispiel Heiligabend, wenn sie in neun Sprottaer Kirchen sowie bei Krippenspiel, musikalischer Christvesper und Christnacht in Eilenburg gefragt ist, natürlich Engpässe. Die Pfarrerin, die auch in der Vikarausbildung tätig ist, hat aber auch da schon in Sprotta Unterstützung gebraucht und mit der Lektorin Katharina Blochwitz sowie ihrem Mann Harald Richter, der als Prädikant ebenfalls Gottesdienste halten darf, gefunden. Diesbezüglich in Eilenburg Verstärkung zu suchen, sieht sie als eine der nächsten Aufgaben.

Doch sie hofft auch auf gegenseitige Bereicherungen. „Wir werden auf jeden Fall alle wichtigen Termine in beiden Bereichen bekannt gegeben“, sagt sie. So waren die Eilenburger am Gründonnerstag in die Laußiger Kirche eingeladen. Und die Dörfler sind natürlich zur Glockenweihe am 19. Mai in der Eilenburger Marienkirche ebenso gern gesehen wie zum Tierpark-Gottesdienst, der in diesem Jahr am 25. August stattfindet. Denn es verbiete ja keiner, so die Pfarrerin, aus der Not der geteilten Pfarrstelle eine Tugend zu machen.

Hintergrund zur Struktur

Auf der Herbstsynode 2015 des Kirchenkreises Torgau-Delitzsch wurde ein neuer Stellenplan 2035 beschlossen. Dieser sieht die Umstrukturierung der bisherigen Pfarrstellen vor. In diesem Zusammenhang wurden die bisherigen Vollzeitstellen unter anderem sowohl für Eilenburg als auch für Sprotta halbiert. In Eilenburg war die Pfarrstelle, in der es in der jüngeren Vergangenheit mehrere Wechsel gegeben hatte, zudem ab Frühjahr 2018 verwaist, so dass Edelgard Richter und Pfarrer Friedemann Krumbiegel die Vertretung übernahmen.

Von Ilka Fischer

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