Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Eilenburg verzichtet auf weiteren Lärmschutz
Region Eilenburg Eilenburg verzichtet auf weiteren Lärmschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:12 13.03.2019
So sieht die Lärmkarte für Eilenburg am Tag aus (Stand 2012): An der B 87 und B 107 ist der Lärmpegel hoch – die Straßen liegen aber außerhalb des Stadtzentrums, insofern ist die Betroffenheit gering. Es gibt keine dauerhaften Belastungen, die gesundheitliche Folgen haben. Quelle: Stadtverwaltung Eilenburg
Eilenburg

Lärm durch Pkw oder Laster? Davon ist die Stadt Eilenburg durchaus betroffen, aber nicht so, dass die Einwohner darunter dauerhaft leiden oder gar ihre Gesundheit beeinträchtigt wird. Das ist das Ergebnis eines Verfahrens zum Lärmaktionsplan, das nunmehr beendet wird. Der Stadtrat hat dazu einen entsprechenden Beschluss gefasst. Wichtigste Erkenntnis: Die Kommune wird keinen Maßnahmeplan erstellen, der beispielsweise den Bau von Lärmschutzwänden oder den Einsatz von Schallschutzfenstern beinhaltet.

B 87 und B 107 im Fokus

Bei dem Verfahren standen besonders die Bundesstraßen 87 und 107 im Fokus. Untersuchungen an den an beiden Straßen gelegenen Gebäuden ergaben keine „dauerhaften Belastungen“, die „das Risiko gesundheitlicher Auswirkungen erhöhen“. Lediglich drei Menschen seien in der Nacht von Lärm betroffen. Im Jahr 2013 seien es noch 138 Leute nachts und 141 Menschen ganztags gewesen. Warum es nunmehr deutlich weniger sind, hängt nach Angaben der Stadtverwaltung mit einen Lkw-Fahrverbot in der Bergstraße zusammen und „der damit verbundenen geringeren Kfz-Belegung“.

Das alles hat die Stadtverwaltung bereits im Oktober öffentlich gemacht und die Bürger via Amtsblatt dazu aufgerufen, Kommentare, Anregungen und Vorschläge abzugeben. Das Ergebnis ist ernüchternd: Es habe keine einzige Wortmeldung gegeben. Die Stadtverwaltung geht deshalb davon aus, dass „von Seiten der Bürger der Stadt Eilenburg keine weiteren Betroffenheiten bestehen“ – und verzichtet deshalb auf die Erstellung des Maßnahmeplans.

Lärmschutz besteht bereits

Dabei wurde bereits in früheren Jahren in punkto Lärmschutz einiges getan, zum Beispiel für den Bereich der Kreisstraße (ehemalige B 87) der Einbau von Schallschutzfenstern angeboten und beim Bau der Bundesstraßen Lärmschutzwände errichtet. Die Stadtverwaltung geht aber trotzdem davon aus, dass besonders die Einwohner von Wedelwitz, das an der B 87 liegt, trotz einer bestehenden Lärmschutzwand Belastungen ausgesetzt und dass die Eilenburger generell auch durch Überflüge wegen des Flughafens Leipzig/Halle mit Lärm konfrontiert sind.

Lärm durch Zugverkehr

Außerdem zeigte die Kommune vorsorglich an, dass beim weiteren Ausbau des Schienennetzes für den Güterverkehr „erheblich höhere Lärmbelastungen zu erwarten sind“. Dort müssten dann entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Das Eisenbahnbundesamt hatte dazu Mitte 2017 die Bürger aufgerufen, sich zur Lärmbelastung zu äußern. Untersucht wurde der Abschnitt zwischen Eilenburg Berg und Bahnhof, wo 43 000 Züge im Jahr unterwegs sind. Jürgen Sander fragte indes in der Einwohnerfragestunde, warum die Stadtverwaltung sich nicht weiter um einen Lärmschutz links und rechts der Bahngleise vom Stadtteil Berg bis Ost gekümmert habe.

Bereits vor sechs Jahren hatte er darauf aufmerksam gemacht. Nach Angaben von Petra Zimmermann vom Fachbereich Bau sei es nicht die Aufgabe der Stadt, einen Lärmschutz zu bauen. In der Pflicht stehe hier die Deutsche Bahn. Sander und weitere Anwohner befürchten in den nächsten Jahren mehr Beeinträchtigungen.

Von Nico Fliegner

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Erstlingswerk des Classic-open-Erfinders Peter Degner erschien im Vorjahr. In seiner Biografie lässt der 65-Jährige auf 272 Seiten einiges durchblicken. Einen Teil davon erzählte er jetzt in Eilenburg.

12.03.2019

Jetzt ist es beschlossene Sache: Die sieben Tagesmütter in Eilenburg erhalten mehr Geld – und zwar rückwirkend zum 1. Januar. Das hat der Stadtrat am Montag entschieden. Einen Aufschlag gibt es dann noch mal 2020.

12.03.2019

Der Verein barfuß in Sprotta bei Eilenburg plant Natur-Camps für Erwachsene. Im Interview mit der LVZ erzählt Vorstandsmitglied Joshua Stoppel (24), was es damit auf sich hat.

12.03.2019