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Eilenburg Eilenburger Bienenpetition: Jetzt sollen 40.000 Unterschriften her
Region Eilenburg Eilenburger Bienenpetition: Jetzt sollen 40.000 Unterschriften her
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10:39 24.04.2019
Uta Strenger hat die Online-Bienenpetition zum Erhalt der Artenvielfalt initiiert. Im Eilenburger Tierpark kann man in einen bewohnten Bienenstock hineinschauen. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Die Eilenburgerin Uta Strenger will die Bienen retten und für mehr Artenvielfalt kämpfen und hat deshalb vor wenigen Wochen eine Online-Petition gestartet. Die Resonanz ist überwältigend. Dabei war das Ziel zunächst bescheiden. Mit Hilfe von 2000 Unterstützern wollte die 52-Jährige eine Petition im Sächsischen Landtag einreichen. Nun sind schon über 14.200 Stimmen zusammengekommen. Ein deutlicher Rückhalt, der der Eilenburgerin die Zuversicht gibt, nun noch weitere Wege beschreiten zu können. Jetzt strebt die Bienenschützerin an, 40 .000 Unterschriften zu sammeln, um einen Volksantrag stellen zu können. Bis August will sie ihr neues Ziel erreichen.

Staatsministerium lädt Eilenburgerin zum Gespräch ein

Dass die Petition bereits jetzt Wirkung zeigt, sieht Uta Strenger auch an der Tatsache, dass sie zu einem Gespräch beim Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft eingeladen war. Es sei ein Austausch der Forderungen und Interessen gewesen, sagt Uta Strenger.

Uta Strenger im Eilenburger Tierpark, hier kann man in einen bewohnten Bienenstock hineinschauen. Quelle: Wolfgang Sens

In Dresden hat sie einiges von dem anbringen können, worum es ihr geht: Ökologische Landwirtschaft ausbauen und auf mindestens 20 Prozent bis 2025 erhöhen, blühende Randstreifen an Gewässern schützen, für die Artenvielfalt und das Trinkwasser, staatliche Flächen pestizidfrei bewirtschaften, Pestizide in Schutzgebieten ganz verbieten, 15 Prozent aller Wiesen in Blühwiesen umwandeln, Hecken, Bäume und kleine Gewässer in der Landwirtschaft erhalten, innerhalb von zehn Jahren 13 Prozent der Landesfläche als Biotopverbund ausweisen, Naturschutz in die Lehrpläne einbinden. Zudem ging es um die Übernahme des Gesetzentwurfes, angepasst an Sachsen, welcher in Bayern nun nach „Rettet die Bienen in Bayern“ abgesegnet wurde.

Chemnitzer Imker begleitet Uta Strenger nach Dresden

Begleitet wurde Uta Strenger von Raphael Härtel, einem Imker aus Chemnitz, dessen Fachwissen enorm wichtig ist. „Imker arbeiten direkt an der Front und Herr Härtel ist Fachmann auch für Wildbienen, um deren Rettung es ja hauptsächlich geht. Lebensräume für Wildbienen bedeutet gleichzeitig auch, anderen Insekten Lebensräume zu erhalten und zu schaffen“, so Strenger. Diese Punkte und zusätzlich die Lichtverschmutzung einzudämmen seien das Ziel. Es werden weitere Gespräche in größerer Runde folgen, in denen es darum gehen wird, welche Punkte wie umgesetzt werden können.

Unterzeichner für Petition weiter gesucht

Unterzeichner für die Petition *Rettet die Bienen in Sachsen* werden, so sagt Uta Strenger weiter gebraucht. „Je mehr Menschen fordern, endlich aktiv dem Insektensterben entgegenzuwirken, desto ernster werden wir genommen. „70 Prozent weniger Insekten sollten uns doch klar machen, dass wir keine Zeit zu verlieren haben. Warum müssen wir selbst vor diesem Hintergrund noch dafür kämpfen, das zum Beispiel der Holzberg bei Böhlitz und der Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig erhalten bleiben? Gerade der Holzberg ist ein kleines Naturparadies. Wir haben es 5 nach 12 Uhr und es muss ein Umdenken stattfinden.“

Strenger ist es ein Rätsel, warum viele Städte es nicht schaffen, Rasenflächen in Wildblumenwiesen mit einheimischen Pflanzen umzugestalten. Schmetterlingswiesen werden nach dem Mähen mit Laubstaubsaugern bearbeitet. Das Umdenken müsse aber auch auf privater Ebene erfolgen. „Es besteht sofortiger Handlungsbedarf, auch im eigenen Garten, auf Balkon oder Fensterbank. Regionale Blütenmischungen anpflanzen, auf Gifte verzichten und Steingärten meiden.“

Die Artenvielfalt zu erhalten, so sagt sie, geht nur in einer Gemeinschaft: „Je mehr Menschen sich einsetzen, desto eher wird auf das Problem aufmerksam gemacht und bekommt Gehör auch in der Politik. Nur gemeinsam können wir etwas zum Guten verändern.“

www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-bienen-in-sachsen

Von Kathrin Kabelitz

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