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Eilenburg Eilenburger Burgverein eröffnet Torhaus auf dem Schlossberg
Region Eilenburg Eilenburger Burgverein eröffnet Torhaus auf dem Schlossberg
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15:46 28.06.2019
So schick sieht das Torhaus aus. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Es ist geschafft: Mitglieder des Burgvereins haben am Freitag das altehrwürdige Torhaus am Eingang zum Schlossberg in Eilenburg eröffnet. Das unter Denkmalschutz stehende, vermutlich im 18. Jahrhundert errichtete Gebäude ist mit großem Aufwand saniert worden. Der Burgverein steckte über 500 000 Euro in das 70 Quadratmeter große Haus, erhielt dafür eine 90-prozentige Förderung von Bund und Freistaat. Die Fördermittel stammen aus dem Programm der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Die restlichen Kosten trägt der Verein, indem er das Geld durch Einnahmen von Festen beisteuerte und die Mitglieder unzählige Arbeitsstunden leisteten. Die Stadt brauchte sich finanziell nicht beteiligen.

Steffi Schober und Eckhard Rexroth eröffnen das Torhaus und schneiden das rote Band durch. Quelle: Wolfgang Sens

„Gewütet und geschwitzt“

An dem Großprojekt arbeiteten 20 Firmen unter Federführung von Architekt und Burgvereinsmitglied Uwe Giersdorff mit. „Wir haben hier gewütet und geschwitzt“, sagte Steffi Schober, die Vereinsvorsitzende. Aber es habe sich gelohnt. „Wir haben ein Stück Eilenburger Geschichte, ein Stück sächsische Geschichte für unsere Stadt aufgearbeitet“, dankte sie allen Beteiligten, besonders den Männern im Verein für ihre schweißtreibende Arbeit. Die mussten anfangs vor allem Müll beräumen – 28 Container kamen zusammen. Und auch der Bau war nicht einfach.

Eröffnung des Torhauses am Freitag. Quelle: Wolfgang Sens

Es gab keine Fundamente, der Dachstuhl war marode. Das trieb die Kosten nach oben, erzählte Vereinsmitglied Hans Poltersdorf, der zur Eröffnung echtes Eilenburger Bier aus dem Fass zapfte, während der Musikverein mit musikalischen Ständchen die rund 40 Gäste unterhielt.

Torhaus ist Gewinn für Eilenburg

Vom sanierten Torhaus profitiert jetzt nicht nur der Burgverein, sondern vor allem die Öffentlichkeit. Denn mit dem Besucherinformationszentrum ergänzt der Verein das Angebot der städtischen Touristinfo. Das Torhaus soll zur zentralen Anlaufstelle für Gäste werden. An sechs Tagen sichern Vereinsmitglieder ehrenamtlich die Öffnungszeiten ab. Zudem befindet sich im Haus eine Ausstellung über die Historie des Burgberges. „Es ist nicht nur für Eilenburg ein schönes Gebäude entstanden, sondern auch für den Landkreis. Wir brauchen solche Perlen“, lobte Nordsachsens Dezernent Eckhard Rexroth.

Ein Blick ins Innere des Torhauses. Quelle: Wolfgang Sens

Der Burgverein hat noch viel vor mit dem Torhaus: Lesungen, Musik- und Weinabende schweben der Vereinschefin vor. „Geben sie uns dafür aber noch etwas Zeit.“

Musik zur Eröffnung des Torhauses. Quelle: Wolfgang Sens

Ab Dienstag, 2. Juli, ist das Torhaus für Besucher wie folgt geöffnet: Dienstag bis Samstag von 14 Uhr bis 17 Uhr, Sonntag von 10 Uhr bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 17 Uhr.

Eilenburger Burgberg

Der Eilenburger Burgberg darf sich auch als Wiege Sachsens bezeichnen. Im Jahre 1089 schlug mit der Belehnung des Grafen Heinrich I. zu Eilenburg mit der Mark Meißen die Geburtsstunde des wettinischen Territorialstaates. Die sagenumwobenen Eilenburger Grafen stehen somit am Anfang der 829 Jahre währenden Herrschaft der Wettiner über ein Gebiet, aus dem der heutige Freistaat Sachsen hervorging. Im 10. Jahrhundert wurde hier die Ilburg mit dem noch heute erhaltenen Sorbenturm erbaut. Nach dem Sorbenturm (1997/98) und dem Burgtor (2001) wurden inzwischen auch der Mauerturm (2003) und die Burgbergmauern (2007) saniert.

Gleichzeitig mit der Wiedereröffnung der sechs Jahre lang gesperrten Hundertstüfchen sowie des Rundweges feierten die Eilenburger am 8. Juni 2007 auch das Ende der insgesamt achtjährigen Hangsicherungsarbeiten. Der aufgeschüttete Burgberg wurde mit Hilfe von sechs Millionen Euro stabilisiert, weitere Arbeiten erfolgten ab 2010. Das 2009 außen sanierte ehemalige alte Gefängnis wurde mittlerweile zu einer Radfahrer-Pension ausgebaut.

Der Eilenburger Burgverein, der sich nach dem Brand des Amtshauses 1994 gründete, kümmert sich seither intensiv um den Wiederaufbau des Ensembles, zu dem auch der Mauerturm gehört, und rückt das etwa fünf Hektar große Gelände immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Mit dem sanierten und eröffneten Torhaus ist ein weiterer Meilenstein geschafft.

Von Nico Fliegner

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