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Eilenburg Eilenburger Familie lebt nun im Pfarrhaus Audenhain
Region Eilenburg Eilenburger Familie lebt nun im Pfarrhaus Audenhain
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12:27 10.05.2019
Familie Simon ist von Eilenburg nach Audenhain ins Pfarrhaus gezogen. Erik (10), Vater Ronny (36) mit Baby Tristan (drei Monate), Mutter Yvonne (33) und Freya-Helena (9, von links) fühlen sich wohl. Quelle: Nico Fliegner
Audenhain

Ein Pfarrer oder eine Pfarrerin wohnt schon lange nicht mehr in Audenhain. Doch im Pfarrhaus herrscht trotzdem reges Leben. Dafür sorgt die fünfköpfige Familie Simon, die im November von Eilenburg nach Audenhain gezogen ist – in ein Haus, das der Kirche gehört und in dem 18 Jahre lang bis September 2017 Pfarrerin Dorothea Preisler mit ihrer Familie lebte; sie zog nach Berlin Lankwitz.

Eilenburger Wohnung zu klein

Dass Yvonne und Ronny Simon mit ihren drei Kindern und deren Oma eines Tages in einem Pfarrhaus leben würden, hätten sie bis Ende vorigen Jahres auch nicht gedacht. „Wir haben in Eilenburg in einer Dachgeschosswohnung gewohnt. Weil sich aber Nachwuchs ankündigte, war uns klar, dass die zu klein wird. Also suchten wir nach etwas Neuem“, erzählt Yvonne Simon (33).

Über einen Kollegen ihres Mannes, dessen Eltern in Audenhain leben, haben die Simons erfahren, dass in dem Dorf eine größere Wohnung zur Miete frei ist – und zwar die im Pfarrhaus. Also knüpften sie den Kontakt – und Susann Klugmann, die für den Kirchenkreis Torgau-Delitzsch arbeitet und selbst Audenhainerin ist, zeigte der Familie die leerstehende Wohnung über dem Pfarrbüro und Gemeinderaum.

Familie schwärmt vom Landleben

Lange hat es dann nicht gedauert und für die kleine Familie war klar: Wir ziehen nach Audenhain! Bereut haben sie den Schritt, von der Stadt aufs Land zu ziehen, bis heute nicht – im Gegenteil. Sie haben sich nicht nur von 94 auf 182 Quadratmetern Wohnfläche vergrößert, sondern genießen vor allem das ruhige Dorfleben. „Hier ist es deutlich entspannter“, erzählt Yvonne Simon, die derzeit in Mutterschutz ist. Denn vor drei Monaten erblickte Söhnchen Tristan das Licht der Welt. Auch Vater Ronny schwärmt: „Wenn ich abends von der Arbeit komme und mich dann mit einer Tasse Kaffee erstmal unter das Carport setze, genieße ich das richtig“, so der Straßenbauer, der bei einer großen Firma im Zwenkau arbeitet und jeden Tag 120 Kilometer pendelt. Aber der lange Fahrtweg macht ihm nichts aus.

Auch für die Kinder sei das Dorfleben nahezu paradiesisch. Der zehnjährige Erik und seine Schwester Freya-Helena (9) haben auf dem weitläufigen Grundstück mit den vielen Obstbäumen ausreichend Platz zum Toben. Und im Pfarrhaus selber ist sowieso genügend Platz für alle, sodass auch Oma Angelika mit nach Audenhain gezogen ist und alle nun unter einem Dach leben. „Die Kinder können hier auch mal mit dem Rad unterwegs sein, ohne dass man sich gleich Sorgen machen muss, dass etwas passiert“, erzählt Ronny Simon. Audenhain sei im Vergleich zu Eilenburg „friedlicher und ruhiger“, als Eltern müsse man keine Angst haben. Und trotz Dorfleben gebe es mit dem nahen Mockrehna gute Einkaufsmöglichkeiten.

Kinder nehmen an Christenlehre teil

Dass sich im Pfarrhaus noch die Büros von Pfarrer Thomas Pfeiffer, der in Bad Düben lebt, und das von Susann Klugmann befinden, stört die Simons nicht. „Ab und zu sind Leute da oder es finden Sitzungen statt. Aber das merkt man alles gar nicht.“ Die Familie, die nicht kirchlich ist, findet es sogar schön, wenn Christenlehre im Gemeinderaum ist. Die Kinder Erik und Freya-Helena, die die Grundschule in Mockrehna besuchen, nehmen daran inzwischen sogar teil und knüpfen so Kontakte zu anderen Kindern. „Das macht denen richtig Spaß“, erzählt Mutter Yvonne, die bei einem großen Logistik-Unternehmen tätig war. Der kleine Tristan wird nächstes Jahr den örtlichen Kindergarten besuchen.

Dass zum Landleben meistens auch ein Garten dazugehört, ist den Simons nicht neu. Vater Ronny will sich künftig um den Rasen im Pfarrgarten kümmern und bot an, diesen selber zu mähen. Nur einen eigenen Gemüsegarten anlegen – das will die Familie nicht. Mit drei Kindern und der auswertigen Arbeit sei das zeitlich nicht machbar.

Familie hat einen Traum

Die Simons sind jedenfalls angekommen und können sich vorstellen, für immer in Audenhain zu leben. Dabei hat das Ehepaar noch einen großen Traum: Vielleicht mal auswandern, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Dann würde es beide nach Schweden oder Finnland ziehen – ihre Lieblingsländer. Doch das ist absolute Zukunftsmusik.

Von Nico Fliegner

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