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Eilenburg Eilenburger Fleischerei Krause ohne Nachwuchs
Region Eilenburg Eilenburger Fleischerei Krause ohne Nachwuchs
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12:55 10.09.2019
Der Chef der Handwerkskammer zu Leipzig, Claus Gröhn (Zweiter von links), zu Besuch in der Fleischerei Krause Eilenburg. Dritter von links ist Fleischer Volker Krause. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

„Junge Menschen, die im Handwerk arbeiten möchten, finden sich kaum noch“, sagt Volker Krause. Bereits in dritter Generation betreibt er die Eilenburger Fleischerei Krause in der Halleschen Straße 5. Im nächsten Jahr feiert das Familienunternehmen sein 90-jähriges Jubiläum. Doch die Zukunft des Betriebs ist unsicher. Wie in vielen Handwerksbetrieben fehlt es auch hier an Nachwuchs. Bäckereien und Fleischereien sind vom Fachkräftemangel besonders betroffen. Auch in Nordsachsen.

Der Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Claus Gröhn, besuchte jetzt verschiedene Handwerksbetriebe im Landkreis, um sich ein Bild von der Situation in Nordsachsen zu machen. Begleitet haben ihn dabei die Vizepräsidentin der Landesdirektion Sachsen, Andrea Staude, und Landrat Kai Emanuel (parteilos). Eine Betriebsbegehung der Fleischerei Krause stand auch auf ihrem Programm.

Ein Handwerksbetrieb wie er im Buche steht

„Die Fleischerei Krause ist ein Handwerksbetrieb wie er im Buche steht“, lobt Kammerpräsident Claus Gröhn. Der Betrieb beschäftigt derzeit 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das Geschäft läuft gut. Mit ihrer Qualität kann die Fleischerei überzeugen und hat seit Jahrzehnten einen festen Kundenkreis, weit über Eilenburg hinaus. Sogar nach Westdeutschland verschickt Krause seine Würste. „Das Wichtigste ist Qualität“, betont er. „Wir haben hier keine Laufkundschaft – die Leute kommen extra hierher und das machen sie nur, wenn das Angebot überzeugt.“ Auch das Cateringangebot der Fleischerei ist bei den Kunden seit vielen Jahren sehr beliebt.

Der Nachwuchs bleibt aus

Trotz guter Auftragslage hat Volker Krause seit acht Jahren keine Auszubildenden mehr gefunden. Der allgemeine Fachkräftemangel im Handwerk macht sich auch in Eilenburg bemerkbar. „Jeder sechste Handwerksbetrieb wird in den nächsten Jahren schließen. Das ist dramatisch. Tradition, jahrelange Erfahrung und Qualität gehen damit verloren“, warnt Claus Gröhn. Handwerkliche Berufe werden für junge Menschen immer weniger attraktiv. Die finanziellen Anreize sind zu gering und die langen Arbeitszeiten schrecken ab: „Teilweise arbeite ich 12 bis 14 Stunden am Tag – dazu sind die jungen Leute heute nicht mehr bereit“, so Krause. Auch der zunehmende bürokratische Aufwand und die Aussicht auf eine geringe Rente sind wenig reizvoll. Doch Krause und seine Frau, die ebenfalls im Betrieb arbeitet, brennen für ihre Arbeit. „Wir wissen, was wir uns aufgebaut haben in den letzten Jahrzehnten“, sagt sie. Von Anfang an sei es ihnen wichtig gewesen qualitativ hochwertige Ware herzustellen, auch wenn ihre Preise mit den Discounter-Preisen nicht mithalten können.

Die Qualität macht den Unterschied

Für Handelskammermitarbeiter Christian Likos ist es gerade dieser Qualitätsunterschied, der die Zukunft handwerklicher Betriebe sichern wird: „Wenn Qualität da ist, findet das Handwerk seine Nische“, sagt er zuversichtlich. Und das ist bei der Fleischerei Krause definitiv der Fall: „Alles, was ich nicht selbst mit Appetit esse, kommt mir nicht über den Ladentisch“, sagt Volker Krause. In absehbarer Zeit werden die Krauses in Rente gehen. Bisher hat sich noch kein Nachfolger für ihren Betrieb gefunden. Bleibt zu hoffen, dass es für die Fleischerei weiter gehen kann.

Von Lilly Günthner

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