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Eilenburg Eilenburger Papierfabrik investiert fünf Millionen Euro
Region Eilenburg Eilenburger Papierfabrik investiert fünf Millionen Euro
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14:51 25.04.2019
Blick auf die Papiertrockenanlage in der Papierfabrik in Eilenburg, die zum Konzern Stora Enso gehört. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Die Stora Enso Sachsen GmbH will in diesem und im nächsten Jahr rund fünf Millionen Euro in die Eilenburger Papierfabrik investieren. Das gaben Geschäftsführer Dirk Schwarze und der Leiter Instandhaltung Ralph Wurlitzer bekannt. Das Geld fließt in zwei Großprojekte, die zur Energieeinsparung bei der Papierproduktion beitragen.

Aufwendige Instandhaltung

Geplant ist, am Ende des Jahres die eigene Gasturbine, die Strom für die Papierfabrik produziert, außer Betrieb zu nehmen. Dies soll genau zum Jahreswechsel erfolgen. „Die Instandhaltung, die wir alle dreieinhalb Jahre vornehmen müssen, ist extrem kostenaufwendig“, erklärt Ralph Wurlitzer die Entscheidung.

Ralph Wurlitzer (57) ist Leiter Instandhaltung in der Papierfabrik in Eilenburg. Quelle: Nico Fliegner

Allein der Ein- und Ausbau der Gasturbine dauerten zehn Tage. In der Zwischenzeit käme eine zweite Gasturbine zum Einsatz, die das Unternehmen geleast habe. Dieser Vorgang kostet das Unternehmen einen sechsstelligen Betrag. Deshalb habe man sich entschieden, künftig den Strom nicht mehr selber zu produzieren, sondern extern einzukaufen, so der 57-Jährige weiter.

Kooperation mit Mitnetz Strom

Stora Enso kooperiert dabei mit dem größten regionalen Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland, der Mitnetz Strom GmbH in Kabelsketal bei Halle. Deren Stromnetz erstreckt sich über gewaltige 74 000 Kilometer und umfasst eine Fläche von 28 000 Quadratkilometern. Das Unternehmen sichert derzeit die Stromversorgung von 2,3 Millionen Menschen ab. Wie Wurlitzer erläuterte, müsse zunächst der entsprechende Anschluss für die Stromversorgung auf dem Gelände der Papierfabrik hergestellt werden. Dann erfolge die Umstellung und letztlich Abschaltung der Gasturbine. Das spart dem Eilenburger Unternehmen Geld, denn es wird gleichbleibenden Strom über einen längeren Zeitraum beziehen – und das wird derzeit gefördert. Außerdem hat der Wechsel auch einen positiven Umweltaspekt: Die Emissionen am Standort sinken. Die betriebseigene Gasturbine soll aber am Standort stehen bleiben – und zwar für den Notfall. „Falls der Energiemarkt aus welchen Gründen auch immer mal wieder bröckeln sollte, können wir wieder auf die Gasturbine setzen“, so Wurlitzer.

Neue Papiertrockenhaube

Zweites Energie-Projekt auf dem Schanzberg ist der Tausch der derzeit in Betrieb befindlichen Papier-Trockenhaube gegen eine neue. Nach Angaben von Geschäftsführer Dirk Schwarze (49) bleibt dabei die Maschine für die Papiertrocknung als solche bestehen, aber die Außenhülle wird erneuert. Nach dem Umbau sei die Anlage dann besser isoliert und der Energieverlust geringer. Die Abwärme wird für den Papiertrocknungsprozess und die Warmwasseraufbereitung genutzt. Stora Enso will damit 27 000 Megawattstunden Strom und Dampf im Jahr einsparen. Das entspricht dem Energiebedarf von cirka 2000 Haushalten. Dieses Vorhaben, das im Januar 2019 über die Bühne gehen soll, wird außerdem über ein KfW-Energieeffizienzprogramm vom Bund gefördert. Die Anlage wird während der Modernisierung für etwa zehn Tage still stehen.

Das sagt der Geschäftsführer

„Dass uns der Konzern die Mittel für Energieprojekte zur Verfügung stellt, ist ein gutes Zeichen für den Eilenburger Standort“, sagt Geschäftsführer Schwarze vor dem Hintergrund, dass die Produktion von Zeitungspapier, dem Hauptgeschäft der Eilenburger Papierfabrik, wegen sinkender Auflagen immer weiter zurückgeht. „Die Papier- und Druckindustrie hat zurzeit einen schweren Stand“, so der Geschäftsführer. Mit den jetzigen Investitionen sei der Eilenburger Standort mittelfristig gesichert.

Dirk Schwarze (49) ist Geschäftsführer der Papierfabrik in Eilenburg, einem seit 1994 produzierenden Tochterunternehmen des finnisch-schwedischen Konzerns Stora Enso. Quelle: Nico Fliegner

Die Papierfabrik in Eilenburg nahm 1994 den Betrieb auf, besteht in diesem Jahr seit nunmehr 25 Jahren. Rund 280 000 Tonnen Zeitungsdruckpapier und Papiere für Kataloge, Telefonbücher und Prospekte werden pro Jahr produziert. Beschäftigt sind in dem Tochterunternehmen des finnisch-schwedischen Konzerns Stora Enso 250 Mitarbeiter.

Von Nico Fliegner

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