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Eilenburg Eilenburger Pflegeheime bereiten sich auf Notfallsituationen vor
Region Eilenburg Eilenburger Pflegeheime bereiten sich auf Notfallsituationen vor
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07:00 03.02.2017
Nur knapp verschonte das Hochwasser 2013 den größten Teil der Stadt. Trotzdem wurde vorsorglich evakuiert.
Nur knapp verschonte das Hochwasser 2013 den größten Teil der Stadt. Trotzdem wurde vorsorglich evakuiert. Quelle: Alexander Bley
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Eilenburg

Die Katastrophe muss gar nicht wirklich eintreten. Es sorgt schon für Aufregung genug, wenn ein Stadtgebiet wie das Eilenburger vorsorglich evakuiert muss. So passierte es beim Juni-Hochwasser 2013. Tausende mussten damals in der Nacht ihre Wohnungen verlassen. Eine ganz andere Herausforderung ist es aber, wenn hilflose Bewohner von Pflegeeinrichtungen aus dem Gefahrenbereich gebracht werden sollen und dann weitere Tage betreut werden müssen. Wie sind sie zu transportieren? Und vor allem: wohin? Selbst wenn das vom konkreten Ereignis abhängt, ist es wichtig, dass sich die Ansprechpartner für den Fall der Fälle kennen. Deshalb initiierte der Kriminalpräventive Rat der Stadt Eilenburg dieser Tage ein Treffen. Akteure der Stadtverwaltung, aus verschiedenen Pflegeeinrichtungen und von der Freiwilligen Feuerwehr kamen dabei zusammen.

Ausweichplätze für Pflegepatienten

„Das war schon mal sehr positiv“, zieht Fred Hannemann, Einsatzleiter beim Deutschen Roten Kreuz Bilanz. „Bei einem Treffen vor anderthalb Jahren, als wir für einen eventuellen Brand vorsorgen wollten, hatte es keine Ergebnisse gegeben.“ Diesmal konnte zumindest jede Einrichtung signalisieren, ein bis zwei Ausweichplätze im Notfall für Pflegepatienten zur Verfügung stellen zu können. „Vor allem aber gab es das Angebot der Caritas an der Rödgener Landstraße: Sie kann den Aufenthaltsraum für 60 Personen und die Turnhalle zur Verfügung stellen. Somit kann es eine zentrale Aufnahmestelle geben. Außerdem wird ein Katalog mit Ansprechpartnern in den Einrichtungen aufgestellt und ausgetauscht, sodass im Notfall niemand suchen muss.“

Unterbringung in Klassenzimmern

2013 seien zum Beispiel die Patienten des Eilenburger DRK-Pflegeheims mit ihren jeweiligen Betreuerinnen in Klassenzimmern untergebracht worden. Aber die Bewohner wurden auch in Heime außerhalb, unter anderem nach Taucha und Leipzig verlegt. Die Residenz am Stadtpark hatte 53 Senioren in die gerade neu eröffnete Dessauer K&S-Residenz schicken können, die dort von 37 Eilenburger Pflegekräften abwechselnd betreut wurden. Auch der Transport von mehreren Pflegebedürftigen über weite Entfernungen stelle eine Herausforderung dar, erklärt Hannemann. „Es ist klar, wenn der Notfall kommt. Dann sind wir trotzdem nicht in der Übung, weil sich solche Ereignisse zum Glück nicht so oft abspielen“, stellt er fest. Trotzdem müsse immer wieder dafür vorgedacht werden. Er zieht da nicht allein die extremen Wetterlagen oder Feuer in Betracht, selbst ein Pandemiefall sei schließlich möglich.

Von Heike Liesaus