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Eilenburg Eilenburger Popchor legt los und sucht noch tiefe Stimmen
Region Eilenburg Eilenburger Popchor legt los und sucht noch tiefe Stimmen
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13:36 02.04.2019
Kantorin Lena Ruddies (rechts) bei der Probe mit dem Pop-Chor im Gemeindesaal in Eilenburg. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Eines haben alle Mitglieder vom Popchor Eilenburg gemeinsam – die Liebe zur Musik. Deshalb spielt das Alter hier auch eher eine untergeordnete Rolle. Seit Januar treffen sich die Mitglieder jede Woche, um gemeinsam zu musizieren. Dabei achten sie genau auf einen pünktlichen Beginn, nach dem Motto: Jede Minute zählt.

Unterschiedliche Erfahrungen der Mitstreiter

Bisher haben sich etwa 20 Musikfreunde zusammengefunden, die Lust auf groovige, poppige Chormusik haben. Darunter sind aktuell zwei Männer. Die einzelnen Mitglieder haben sehr unterschiedliche Vorerfahrungen. „Das ist ganz normal. Wir feilen noch daran, die Fertigkeiten zu einem Ganzen zusammenzufügen“, sagt Kantorin Lena Ruddies, die den Chor leitet.

Noch sind alle in den Anfangszügen, gemeinsam üben sie sich ins Chorsingen ein und befinden sich in ersten Schritten des Gospels „Nobody knows“ und der Friedensmesse von Reimund Hess. Letztere soll Programmpunkt der Messe am 19. Mai sein. Für ein Konzert in der Kirche zum Stadtfest am 15. Juni bereiten sich die Musiker ebenfalls fleißig vor.

Kantorin Lena Ruddies bei der Probe des Popchors im Gemeindesaal am Nikolaiplatz. Quelle: Wolfgang Sens

Lena Ruddies gründete den Chor aus Liebe zur Musik. Sie leitete vorher schon einen klassischen Kirchenchor, sah jedoch für viele Menschen einen erschwerten Zugang. „Mit klassischer Musik können viele nichts anfangen, moderne Musik trifft oft eher den Nerv der Leute“, sagt sie. Sie selbst spielt Orgel, Flöte und Gitarre. Die Texte drehen sich um Glauben, um den Sinn des Lebens. Die Auswahl der Songs findet die Kantorin wichtig. „Manche Menschen haben Vorbehalte in Bezug auf poppige Musik. Doch auch klassische Musikepochen, wie zu Zeiten Beethovens, haben schlechte Kompositionen hervorgebracht“, sagt sie. Im Pop-Genre gäbe es durchaus gute Stücke.

Herzlicher Umgang miteinander

Die eigentliche Idee der Kantorin war es, einen Chor für „jüngere Leute“, also Jugendliche und junge Erwachsene, zu gründen. Doch es kamen vor allem Interessierte jenseits der 40 zur ersten Chorprobe. Darin sieht Ruddies kein Problem, auch wenn es anders gedacht war.

Lucas Schulz ist der Jüngste im Chor. Quelle: Wolfgang Sens

Der Jüngste im Bunde ist Lucas Schulz aus Eilenburg. Er war nun schon mehrere Male beim Popchor, um zu schauen, ob es das Richtige für ihn ist. „Die Gruppe ist sehr herzlich und hat mich mit offenen Armen empfangen“, sagt der 20-Jährige. Besonders gefällt ihm die Musikrichtung, dass nicht die „typischen Chorlieder“ gesungen werden. „So ein bisschen poppig – Musik mit Schmackes eben“, sagt der Eilenburger.

Musik steht im Mittelpunkt

Das Alter der anderen Mitglieder ist für ihn Nebensache. „Uns verbindet das Singen, das steht hier im Mittelpunkt. Das gemeinsame Musizieren.“ Für ihn habe es eigentlich nur Vorteile, dass er der Jüngste im Verein ist: „Ich kann von den Erfahrungen der Älteren nur profitieren.“ Das Einzige, was noch fehle, sei männliche Unterstützung. „Noch einige tiefere Stimmen wären nicht schlecht“, sagt der Student.

Kerstin Glück singt ebenfalls mit. Quelle: Wolfgang Sens

Mit einem guten Gefühl nach Hause

Diesem Punkt stimmt auch Kerstin Glück, 49, aus Eilenburg zu. Wenn es nach ihr ginge, wäre ein „bisschen Jungsvolk“, wie sie sagt, ein Zugewinn für die Gruppe. Seit Bestehen des Popchors ist sie dabei. Als sie im Amtsblatt davon las, war sie sofort angetan. „Für mich war es total interessant, da es in Eilenburg noch keinen Chor gab, der den Fokus auf moderne Musik setzt.“ Für die Eilenburgerin ist der eigene Gesang Neuland, musikalische Vorerfahrung bringt sie auf dem Akkordeon mit. Sie habe es als Herausforderung gesehen „Ich treffe andere Leute und gehe nach jeder Probe mit einem guten Gefühl nach Hause – ich find’s toll.“

Geprobt wird donnerstags von 17.30 bis 18.30 Uhr im Gemeindesaal am Nikolaiplatz 3 im Gemeindehaus.

Von Maria Sandig

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