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Eilenburg Eilenburger Sachsenquelle sprudelt kräftig
Region Eilenburg Eilenburger Sachsenquelle sprudelt kräftig
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08:21 26.03.2019
Markus Humpert (2.v.l.) im Gespräch mit Kai Emanuel, Uta Schladitz und Ralf Scheler. Quelle: Ilka Fischer
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Eilenburg

Die Sachsenquelle der Franken Brunnen GmbH und Co. KG sprudelt kräftig. „Wir sind die Marke für die Region“, bringt Markus Humpert, Geschäftsführer Sachsen Quelle, seine Überzeugung bei dem kürzlichen Arbeitsgespräch mit Landrat Kai Emanuel (CDU), an dem auch Wirtschaftsförderin Uta Schladitz und Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) teilnahmen, auf den Punkt.

Eilenburger Werk kratzt bei Beschäftigten an der 100er-Marke

2018 wäre für das in Franken ansässige Familienunternehmen insgesamt ein sehr gutes Jahr gewesen, informierte der Manager. Das gelte natürlich auch für den Eilenburger Standort, der inzwischen der zweitgrößte der insgesamt sieben Standorte sei. Daran war 1991, als Franken Brunnen das damalige VEB Getränkewerk Eilenburg übernahm und 1996 einen der modernsten Brunnenbetriebe Europas installierte, nicht zu denken.

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Markus Humpert, Geschäftsführer Franken Brunnen GmbH  Co KG, Betrieb Eilenburg, präsentiert die neuen Wasserflaschen.  Quelle: Ilka Fischer

Obwohl das inzwischen allein in Eilenburg knapp 100 Mitarbeiter zählende Unternehmen in den vergangenen vier Monaten vor Ort fünf Leute einstellen konnte, sei die Fachkräftesuche schwierig. Wie viel Wasser und Brause das Eilenburger Werk im Jahr verlässt, wollte Markus Humpert zwar nicht sagen. „Doch wir sind die Nummer Zwei in ganz Mitteldeutschland.“ Dafür müssten drei Produktionsanlagen am Laufen bleiben, für die wiederum Anlagenführer ebenso gebraucht würden wie Lebensmitteltechniker oder hausinterne Handwerker.

Fachkräfteallianz könnte helfen

Auf offene Ohren stieß deshalb Uta Schladitz mit ihrem Hinweis auf die in Nordsachsen bestehende Fachkräfteallianz, bei der Unternehmen bei der Entwicklung und Gewinnung von Fachkräften aller Qualifikationsstufen gefördert und unterstützt werden. Kai Emanuel formulierte es so: „Unsere Leute müssen nicht für den Job woanders hinfahren.“

Glasflasche liegt im Trend

Bei Franken Brunnen sei man durchaus bereit, so Markus Humpert, auch Fachkräfte jenseits der 50 zu qualifizieren. Sie werden in Eilenburg, wo das Unternehmen in den nächsten drei Jahren einen Millionenbetrag in Glaswaschanlage, Packer und Füller investieren will, dringend benötigt. Damit reagiert das Unternehmen auch auf den allgemein erkennbaren Trend zurück zur Glasflasche. Derzeit besteht bereits jede dritte Flasche, die das Werk in Eilenburg verlässt, aus Glas. Sie kann 50-mal und mehr wieder befüllt werden und könne danach noch recycelt werden.

Seit 1. März werden die drei gängigsten Wasserprodukte in Eilenburg in einer neu designten Glasflasche abgefüllt. Wasser ist und bleibt das Hauptprodukt der Eilenburger, auch wenn das Portfolio insgesamt sogar 50 Produkte umfasst. Das Wasser dafür kommt aus rund 100 Meter tiefen Brunnen. Der Schutz der Quelle funktioniere, berichtete Markus Humpert. Mehr Probleme bereiten dem Werk die Bruchteile von Sekunden dauernden Stromausfälle, die die sensiblen Anlagen „austicken lassen“.

Stromproblem mitgenommen

Das Problem war Oberbürgermeister Ralf Scheler nicht neu. Das Netz, das prinzipiell in Ordnung ist, gehört den Stadtwerken. Der Strom selbst kommt aber von einem anderen Lieferanten. Ralf Scheler versprach dennoch Hilfe bei der Suche nach der Antwort auf die Frage, was das Unternehmen genau tun könne, um solche Mini-Ausfälle künftig zu vermeiden. Letztendlich sei das dann aber eine wirtschaftliche Entscheidung. Doch in erster Linie nahm auch er die Erkenntnis mit: Die Sachsenquelle sprudelt kräftig.

Von Ilka Fischer