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Eilenburg Eilenburger Tierparkgeschichten: Als die Sauen zickig zu Alf waren
Region Eilenburg Eilenburger Tierparkgeschichten: Als die Sauen zickig zu Alf waren
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11:13 11.08.2019
Der kleine Alf (links) mit seinen Frauen im März 2014. Damals wurde er einfach noch nicht ernst genommen. Quelle: Tierparkverein
Eilenburg

In diesem Jahr feiert der Eilenburger Tierpark, der inzwischen jährlich 75 000 Gäste zählt, seinen 60. Geburtstag. Es handelt sich dabei um eine Erfolgsgeschichte mit vielen tierischen und menschlichen Geschichten. Die Besten davon veröffentlichen wir hier in loser Reihenfolge. In Teil 3 geht es darum, warum sich Alf Speck anfuttern muss, um sich sauwohl zu fühlen und Hutaffe Heini was gegen Männer hat.

Die Damen nehmen Alf nicht ernst

Bis sich alle Mangalitza-Schweine wohlfühlten, dauerte es eine Weile. Denn als der kleine Alf im Januar 2014 zu den drei Mangalitza-Sauen stieß, die bereits im Juni 2013 aus Hirschfeld bei Zwickau an die Mulde kamen, wurde er erst einmal gar nicht freundlich aufgenommen.

„Die Sauen waren artfremd zickig und nahmen den Winzling einfach nicht ernst“, erklärte damals Tierparkchef Stefan Teuber. Um ihm so manchen Schnauzenknuff zu ersparen, durfte Alf, durch ein Gitter von seinen künftigen Frauen getrennt, daher erst einmal weiter separat Speck anfuttern. Und Alf wuchs zu einem stattlichen Eber heran.

Bald kamen kleine Ferkel

Als solcher wurde er dann von den zwei Roten und der Blonden akzeptiert. Nicht ohne Folgen. Bereits zu Nikolaus 2014 hatte die Sau mit dem offiziellen Farbschlag Blond braune Ferkel mit dezentem Streifenmuster geboren. Wenig später machte ihn auch eine der beiden roten Sauen zum Vater.

„Wir hätten es natürlich lieber gesehen, wenn die Ferkel erst etwas später geboren worden wären“, sorgte sich damals Tierparkchef Stefan Teuber. Denn die mobilen Kleinen wollten schon im Winter ihren Streicheldienst antreten. Nur gibt es da nicht genügend Streichler. Denn im Gegensatz zu den Besuchern können Wollschweine dank ihrer Speckschicht und dem Haarkleid sogar ganzjährig im Freien leben. Doch auch darauf hatte Alf, der seine Frauen noch viele weitere Jahre beglückte, eine Antwort. Im Februar brachte damals auch die dritte Sau vier Alf-Ferkelchen zur Welt. Hatten diese genug vom Streicheln, dann konnten sie sich in den Haustierpavillon zurückziehen. Denn manchmal ist es einfach auch genug mit: „Ob blond, ob braun, wir lieben unsre Sau'n.“

Heini liebt nur Frauen

Hutaffe Heini war über viele Jahre der unangefochtene Pascha der Hutaffen. Durch Imponiergehabe und Drohungen verschaffte er sich bei seiner Affenfamilie Respekt. Und er hatte durchaus seine Lieblinge, nicht nur bei den Affen. „Frauen gegenüber war er oft sanftmütig, Männer geiferte er aber auch laut schreiend an“, erinnerte sich einst die inzwischen verstorbene Tierpflegerin Gabriele Teuber.

„Bei der Reinigung saß Heini meist auf der anderen Seite der Glasscheibe. Kam ihm ein Pfleger zu nahe, sprang er schreiend hoch. Eines Tages saß er wieder auf seinem Baumstamm, als ein Kollege den Innenkäfig scheuerte. Irgendetwas brachte Heini derart auf, dass er mit einem mächtigen Satz durch die Scheibe, die an dieser Stelle einfaches Fensterglas war, sprang. Beide waren mächtig erschrocken. Zum Glück fasste sich der Tierpfleger als Erster, auch weil sich Heini an der Scheibe geschnitten hatte. Die Verwirrung nutzte der Pfleger und verließ den Käfig. Doch bis sein Gesicht wieder Farbe bekam, das dauerte ein Weilchen.“

Bereits erschienen:

Wie die Hutaffen in den Eilenburger Tierpark kamen (Teil 1)

Tierpark: Affenbiss sorgt in Eilenburg für Gaudi (Teil 2)

Eigene Tierparkgeschichte erzählen

Sie haben auch eine ganz persönliche Geschichte im Tierpark erlebt? Schreiben Sie uns diese doch per Mail an nordsachsen@lvz.de oder schicken Sie diese per Post an die Lokalredaktion der LVZ, 04838 Eilenburg, Torgauer Straße 37. Rückfragen sind bei Redakteurin Ilka Fischer unter Telefon 03423/ 6198867 möglich.

Von Ilka Fischer

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