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Eilenburg Eilenburger Tierschutzzentrum vermittelt rund 15 Tiere im Monat
Region Eilenburg Eilenburger Tierschutzzentrum vermittelt rund 15 Tiere im Monat
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10:45 31.05.2019
Annett Albrecht (32), Leiterin des Tierschutzzentrums in Eilenburg, im Hundezwinger. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Das Tierschutzzentrum in Eilenburg stellt sich in diesen Tagen wieder auf die Babyzeit bei den Katzen ein. Im Mai werden viele Samtpfoten geboren und landen dann oftmals im Tierheim, wo sie auf ein neues Zuhause warten. Tierheimleiterin Annett Albrecht, ihr Team und die Vereinsmitglieder sind darauf gut vorbereitet. Die Pflege und Betreuung der Tiere funktioniert. Derzeit leben rund 60 Katzen und 65 Hunde im Tierheim, hinzu kommen Kleintiere. Als Knackpunkt erweist sich aber oftmals die Finanzierung. „Wir sind immer auf Spenden angewiesen und freuen uns über jeden Betrag“, sagt die 32-jährige Leiterin, die seit sieben Jahren in Eilenburg tätig ist.

Annett Albrecht (32), die Leiterin des Tierschutzzentrums in Eilenburg, freut sich über die Ehrenurkunde der Stadt Eilenburg. Quelle: Nico Fliegner

Deshalb war die Freude groß, als der Tierschutzverein, der 100 Mitglieder zählt, jüngst von der Stadt Eilenburg ausgezeichnet wurde. Im Rahmen der Heinzelpreis-Verleihung wurde der Verein in der Kategorie „Sonstiges“ bedacht, erhielt eine Urkunde, 150 Euro und einen Blumenstrauß. „Ich selber konnte leider nicht dabei sein an dem Abend, aber Grit Heinze, Daniela, Selina und Nico Gröschke nahmen die Auszeichnung entgegen“, erzählt Annett Albrecht. Sie seien ziemlich überrascht gewesen, als der Tierschutzverein bei den Preisträgern genannt wurde. „Wir bekommen zwar jedes Jahr eine Einladung zu der Veranstaltung, aber dass wir auch gewinnen – damit haben wir nicht gerechnet.“

Spenden sind wichtig fürs Tierschutzzentrum

Die 150 Euro, die der Verein erhielt, tragen ein wenig zur Finanzierung des Tierschutzzentrums bei. Allein die monatlichen Tierarztkosten schlagen mit 5000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Futterkosten. Spenden sind deshalb wichtig und erreichen das Tierschutzzentrum auf vielen Wegen: Die Menschen spenden dem Verein entweder direkt Geld oder nutzen Spendendosen, die in Geschäften in Eilenburg, Taucha und Borsdorf aufgestellt sind. Außerdem fangen die Mitarbeiter für die Städte Eilenburg, Bad Düben und Bad Schmiedeberg sowie die Gemeinden Doberschütz, Thallwitz, Laußig, Zschepplin und Jesewitz frei laufende Tiere ein und verwahren Fundtiere. Mit diesen Kommunen sind entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen worden. Auch dafür wird pro Kommune eine Umlage an den Verein gezahlt. Und wer in den Urlaub will, kann seinen Vierbeiner auch vorübergehend zur Betreuung ins Tierschutzzentrum geben.

Mischlingshund Duke Herzog zieht nach Wittenberg

Großes Ziel des Vereins ist freilich die Vermittlung von Tieren. Insgesamt 200 Tiere leben derzeit auf dem 12 000 Quadratmeter großen Grundstück in Eilenburg-Ost. Aber nur ein Teil ist vermittelbar. Pro Monat finden etwa 15 Tiere ein neues Zuhause, in Kürze auch Mischlingshund Duke Herzog. Ein Rentnerehepaar aus Lutherstadt Wittenberg hat Interesse an dem scheuen, verängstigten Hund, der aus Spanien stammt. Petra und Herbert Hermsdorf fahren nunmehr jeden Tag früh nach Eilenburg, gehen mit Duke Herzog spazieren, nehmen ihn dann mit nach Wittenberg, um ihn an das 3000 Quadratmeter große Grundstück zu gewöhnen. Nachmittags bringen sie ihn dann wieder ins Tierheim. Täglicher Fahrweg: über 200 Kilometer. Nach zehn Tagen soll er dann für immer bei dem Ehepaar bleiben.

Herbert (65) und Petra (63) Hermsdorf mit Hund Duke Herzog. Das Ehepaar aus Wittenberg will den Vierbeiner aus dem Tierheim in Eilenburg zu sich nach Hause holen. Quelle: Nico Fliegner

„Wir freuen uns schon sehr darauf. Er muss jetzt Vertrauen zu uns fassen“, erzählt Petra Hermsdorf. Wenn Duke Herzog dann in seinem neuen Zuhause in Wittenberg lebt, kommen Mitarbeiter des Tierschutzzentrums zur Visite. Und dann gebe es nochmal ein Abschlussgespräch, erzählt das Ehepaar und hofft, dass alles gut klappt. „Das ist jetzt nicht nur für den Hund anstrengend, sondern auch für uns. Aber wir machen das gern“, sagt Petra Hermsdorf. Das Ehepaar hatte davor viele Jahre einen Schäferhund. Mit Hunden kennt es sich aus.

Helfer sind jederzeit willkommen

Für Annett Albrecht sind die Hermsdorfs ein gutes Beispiel. „Für uns ist die Vermittlung eines Tieres eine Riesenbelohnung. Das ist für mich auch das Schönste an der Arbeit: Wenn ein Tier eine neue Familie gefunden hat“, sagt Annett Albrecht. Arbeit gibt es ohnehin genug – und zwar jeden Tag in der Zeit von sieben bis 20 Uhr. Drei festangestellte Mitarbeiter, zwei Mini-Jobber, ein Bundesfreiwilliger und die Ehrenamtlichen kümmern sich um die Tiere. Und wenn jetzt die Zeit der Katzen-Babys losgeht, ist besonders viel zu tun. Jede helfende Hand ist deshalb genau so willkommen wie eine Geldspende.

Kontakt Tierschutzzentrum Eilenburg

Weitere Informationen zum Tierschutzzentrum erhalten Sie im Internet unter www.tierschutzzentrum-eilenburg.de oder unter Tel. 03423 758928. Spenden sind auf dieses Konto möglich: Nr: 112526757 BLZ: 86095554, IBAN: DE62860955540112526757 bei der Volksbank Delitzsch.

Von Nico Fliegner

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