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Eilenburg Eilenburgerin erhält Verdienstmedaille für ihre Arbeit beim THW
Region Eilenburg Eilenburgerin erhält Verdienstmedaille für ihre Arbeit beim THW
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So sieht sie aus: Inez Laaser zeigt die Bundesverdienstmedaille. Quelle: Heike Liesaus
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Am nächsten Tag sollte sie in Berlin bei einer Auszeichnungveranstaltung für ehrenamtliche Kräfte verschiedener Organisationen sein. "Ich war ziemlich verblüfft. Da stand erstmal die Frage: Was zieht man an", erklärt sie trocken. Sie entschied sich für Blau - die Uniform der THW-Kräfte. "Das war dann auch passend."

In Berlin erhielt Ines Laaser von Staatssekretär Hans-Georg Engelke die Bundesverdienstmedaille. Zwei der Ehrenamtlichen bekamen das Bundesverdienstkreuz am Bande, zwei weitere ebenfalls die Bundesverdienstmedaille."Mit ihrem Engagement, ihrem Sachverstand und ihrer Berufs- und Lebenserfahrung vermittelt sie nicht nur Fachwissen, sondern auch ein beispielhaftes Maß an sozialen Werten. Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit beim THW steht die Sorge um die Helferinnen und Helfer", hieß es in der Laudatio für die Inez Laaser. Dazu setzt sie sich daheim genauso für die Pflege ihres Ehemannes ein, wie sie sich an der Entwicklung der beiden Enkelkinder freut.

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Seit zehn Jahren ist sie beim Technischen Hilfswerk. Dabei sei sie eher aus Versehen dazu gekommen: "Ich bin seit Ende 1999 im Kriseninterventionsteam. Das hilft Einsatzkräften und Betroffenen, Ereignisse psychisch zu bewältigen. Wir hatten bei Hilfsorganisationen nachgefragt, ob wir sie unterstützen können. Auch beim THW. Die Antwort war ja. Aber ich müsste die Grundausbildung mitmachen." Offenbar redet die agile Frau zwar nicht gern über ihr Alter, aber sie testet interessante Wege und wie weit sie die wohl gehen kann. Der THW-blaue Weg führte unter anderem über mehrere Wochenendlehrgänge und Prüfungen: Truppenführer, Zugführer, Fachberater. Das war schon immer so: Gleich nach dem Abitur hatte sie bereits den Pilotenschein in der Tasche. Als eine der ersten Frauen in Deutschland wurde sie Fluglotsin, arbeitete 15 Jahre lang am Radargerät. Als Luftfahrtpsychologin betreut sie Lotsen in Krisensituationen. Sie war aber auch schon in Estland, Lettland, Kroatien, in der Schweiz. Es gehe nicht allein um Abstürze, sondern auch um Beinahe-Unfälle, die Fluglotsen verarbeiten müssen, erklärt sie. "Sie müssen einfach weiterhin fähig sein, schnelle Entscheidungen zu treffen." Letztlich sei das auch bei THW-Helfern im Einsatz so.

Heike Liesaus

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