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Eilenburg Eilenburgerin wagt beruflichen Neustart – mit über 50
Region Eilenburg Eilenburgerin wagt beruflichen Neustart – mit über 50
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22:12 15.08.2019
Marion Förster (58), hier mit Ferienkindern, hat von 2013 bis 2017 den Beruf Erzieherin gelernt. Seit Mai arbeitet sie im Hort der Grundschule Berg in Eilenburg. Jetzt freut sie sich auf ihre erste Klasse. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

In der letzten Ferienwoche herrscht reges Treiben im Hort der Grundschule Berg in Eilenburg. Jungen und Mädchen spielen auf dem Schulhof, andere malen zusammen am Tisch. Mittendrin im Gewusel ist Marion Förster. Die 58-Jährige ist seit Mai als Horterzieherin tätig. Das Besondere: Sie übt diesen Beruf noch gar nicht so lange aus. Erst 2017 schloss sie eine vierjährige berufsbegleitende Ausbildung ab. „Ich bin sozusagen eine alte Person mit frischer Ausbildung“, scherzt sie.

Stadt sucht Erzieher

Menschen wie Marion Förster sind in der Stadtverwaltung Eilenburg, die für die Kitas, Grundschulen und Horte zuständig ist, gern gesehen, denn Erzieher sind inzwischen rar und werden gebraucht. „Der Markt ist angespannt und wir stehen im direkten Wettbewerb mit anderen Gemeinden“, sagt Heiko Leihe vom Oberbürgermeisterbereich in der Stadtverwaltung. So suchte die Kommune im Juni geeignete Bewerber für Stellen in Krippe, Kindergarten und Hort – und zwar in unbefristeter Anstellung. Auch jetzt seien noch Bewerbungen möglich, so Leihe.

Traumberuf gefunden

Marion Förster übt jetzt ihren Traumberuf aus. Das wurde ihr als junge Frau in der DDR verwehrt. „Ich wollte eigentlich Lehrerin werden. Aber dafür brauchte man ein Stimmenzeugnis. Das habe ich nicht bekommen, weil mein linkes Stimmband zu kurz war. Also wurde es nichts mit der Ausbildung.“

Die Thüringerin arbeitete schließlich viele Jahre in der Verwaltung – ein eher trockener Job. Vor 19 Jahren kam sie dann nach Eilenburg, 2004 lernte sie den Beruf Krankenschwester. So schön der auch war, die Arbeit mit Kindern fehlte ihr, obwohl sie selbst zwei eigene hat und inzwischen sechs Enkel da sind. Also entschloss sie sich 2013, eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen und startete damit beruflich noch einmal völlig neu durch.

Ausbildung im BSZ Rote Jahne

Das notwendige Rüstzeug erhielt sie im Berufsschulzentrum Rote Jahne. Dort tauchte sie in die Pädagogik und Psychologie ein, ihre Mathe- und Deutschkenntnisse wurden aufgefrischt, viel theoretisches Wissen rund um den Erzieher-Beruf kam dazu. Da die anderen Azubis „aus allen möglichen Richtungen kamen, war das auch ein wunderbarer Erfahrungsaustausch“, erzählt Marion Förster, die ihre Facharbeit in Musik schrieb, weil die ihr Steckenpferd sei. Alles in allem hat sie durchweg positive Erinnerungen an die vier Jahre Erzieherinnen-Ausbildung und ihre damaligen Mitstreiter auf der Schulbank. „Wir treffen uns heute noch einmal im Jahr.“

Vorfreude auf die erste Klasse

Marion Förster schwärmt aber nicht nur von der Ausbildung, sondern von ihrer Arbeit an der Grundschule Berg. „Es sind die Fragen, Gedanken und die Fröhlichkeit der Kinder, warum ich diesem Beruf so sehr liebe. Die Kinder sind mit ihrer Neugierde und ihrem Wissensdrang inspirierend für mich.“ So freue sie sich jeden Tag aufs Neue, auf Arbeit zu gehen, mit den Kindern Mahlzeiten einzunehmen, die Hausaufgaben zu machen und zu spielen. Hinzu kommt, dass ihre Kollegen ihr viel Vertrauen entgegengebracht haben und die Zusammenarbeit mit den Eltern gut funktioniere. Die 58-jährige Horterzieherin fühlt sich jedenfalls wohl und freut sich nunmehr zum Schulstart am Montag, eine erste Klasse übernehmen zu können.

Von Nico Fliegner

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