Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Eilenburgerinnen nähen Beanie-Mützen für Patienten mit Krebs
Region Eilenburg Eilenburgerinnen nähen Beanie-Mützen für Patienten mit Krebs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:18 02.06.2019
Babett Pötzsch, Anke Buchwalder-Gemmeke, Regina Herre, Ivette Starcke und Annett mit einer der Beanie-Mützen.
Babett Pötzsch, Anke Buchwalder-Gemmeke, Regina Herre, Ivette Starcke und Annett mit einer der Beanie-Mützen. Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Eilenburg

Im Raum 225 im Haus Rinckart in Eilenburg surren die Nähmaschinen. So wie an jedem Dienstagabend. Ein Schnittmuster aus Zeitungspapier dient als Schablone. Auflegen auf den Stoff. Zuschnitte fertigen. Übereinanderlegen. Vier Nähte. Wenden. Fertig ist die bunte und farbenfrohe Beanie-Mütze. 20 sollten es an diesem Abend werden. Am Ende sind es 45. Ein stolzes Ergebnis.

Die Mützen sind für einen guten Zweck. Sie gehen an die Klinik in Torgau, an Krebs-Patienten, die sich einer Chemo-Behandlung unterziehen müssen und ihre Haare verloren haben. Der Dienstags-Kurs ist einer Idee von Ivette Starcke gefolgt. Die Eilenburgerin gehört einer Facebook-Gruppe an, die ehrenamtlich Chemo-Patienten hilft oder für Frühchen näht.

Die Frauen vom Nähkurs der Volkshochschule Eilenburg haben 45 Beaniemützen für die Torgauer Klinik genäht. Quelle: Ivette Starcke

Babett Pötzsch bietet seit 14 Jahren Näh-Kurse an

Wird Hilfe gebraucht, wenden sich die Frauen an Babett Pötzsch. Sie leitet den Kurs. Die 45-Jährige hat das Damenschneider-Handwerk von der Pike auf gelernt, ist seit 22 Jahren selbstständig und betreibt in Eilenburg einen Schneider- und Deko-Service. Seit 14 Jahren bietet sie Nähkurse an der Volkshochschule in Eilenburg an. Zwei sind es derzeit in der Muldestadt. Einer in Torgau. Die Nachfrage ist stetig angestiegen, unabhängig vom Alter. „Nähen kann jeder“, ist Babett Pötzsch sicher und schaut auf die Frauen, die zwischen 20 und 70 Jahre alt sind, an ihren Nähmaschinen. „Alle sind hier als Anfänger gestartet.“ Mittlerweile sind sie einige Jahre dabei. Rund sechs Wochen, so sagt Babett Pötzsch, braucht es. Dann sitzen die Grundkenntnisse. „Mit einer Tasche für die Nähutensilien geht es los“, die schon deutlich kompliziertere Tasche mit Reißverschluss und Knöpfen stellte dann schnell auch keine unlösbare Herausforderung mehr dar. Und schnell kenne dann die Kreativität der Näherinnen keine Grenzen mehr.

Die Frauen vom Nähkurs der Volkshochschule Eilenburg haben 45 Beaniemützen für die Torgauer Klinik genäht. Quelle: Ivette Starcke

Nähen als Hobby und Ausgleich zum Job

Der Reiz, etwas selbst zu fertigen, hat Ivette Starcke zum Kurs gebracht, der ist nun Hobby und Ausgleich zum Job. Nähen konnte sie nicht, mittlerweile aber schon. Mützen, Pullover, Taschen, alles mögliche hat sie schon gefertigt. „Ich habe jetzt immer was Individuelles zum Verschenken, Boxershorts zum Beispiel“, lacht sie. Martina Kirsten ist 64 Jahre und auch noch gar nichts so lange dabei. Auch für sie war es Neuland. „Mittlerweile weiß ich zwar, dass es einen Unterfaden gibt, aber Profi bin ich natürlich noch nicht“, schmunzelt sie. Sofa- und Lesekissen hat sie schon genäht und solche auch schon oft verschenkt.

Die Frauen des Nähkurses der Volkshochschule Eilenburg mit den Beanie-Mützen. Quelle: privat

Auf ihre Unikate sind die Frauen stolz. Jedes Teil ist anders, alles nachhaltig. Upcycling nennt sich das. So wie bei den Mützen. Stoffreste, alte T-Shirts oder Röcke werden wieder verwendet. „Nichts kann man so kaufen“, sagt Babett Pötzsch. Die Kreativität kennt keine Grenzen. Vor allem bei den jungen Mädchen steht Babykleidung hoch im Kurs.

Handarbeits-Café ab November

Ab November soll es eine neue Veranstaltung geben. „Dann will ich mit einem Handarbeits-Café starten. Etwas Kaffee und Kuchen, dazu etwas Handarbeit. Offene Plätze gibt es noch.“

www.vhs-nordsachsen.de

Von Kathrin Kabelitz