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Eilenburg Eilenburgs Freizeit und Kultur bleibt Minusgeschäft
Region Eilenburg Eilenburgs Freizeit und Kultur bleibt Minusgeschäft
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08:00 05.06.2019
Blick auf die Eilenburger Schwimmhalle in der Ziegelstraße. Quelle: Florian Holtorff
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Eilenburg

Bibliothek, Bürgerhaus, Schwimmhalle und Museum in Eilenburg haben im vorigen Jahr erneut einen Verlust eingefahren – diesmal in Höhe von rund 79 000 Euro. Zusammengerechnet mit den Verlusten aus den Vorjahren erhöht sich dadurch das Negativ-Saldo des städtischen Eigenbetriebes Kulturunternehmung auf insgesamt rund 223 580 Euro, wie auf der Stadtratssitzung am Montag bekannt wurde. Außerdem sank dadurch das Eigenkapital auf 1,52 Millionen Euro. Die Vermögenslage könne dennoch „als positiv bezeichnet werden“, heißt es im Lagebericht, der dieser Zeitung vorliegt.

23 Leute beschäftigt

Insgesamt beschäftigt die Kulturunternehmung 23 Frauen und Männer, die nach Tarif bezahlt werden. Allein für Gehälter und Löhne, Altersteilzeitrückstellungen und soziale Abgaben zahlte der Betrieb 1,04 Millionen Euro. Die Stadtverwaltung bezuschusst die Kulturunternehmung mit einer Million Euro im Jahr, die das Ergebnis „wesentlich beeinflussen“. Außerdem fließen Kulturraumgelder. Der Betrieb habe dadurch seinen „satzungsmäßigen Zweck vollumfänglich erfüllen“ können und verfüge über Liquidität.

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Die Kulturunternehmung, die es seit 2008 gibt und von Heiko Leihe geleitet wird, bündelt die vier städtischen Einrichtungen. Wie gut oder weniger gut die 2018 aufgestellt waren und welche Gründe dahinter stecken, zeigt die Übersicht:

Weniger Badegäste

Schwimmhalle: Hier sind die Umsätze deutlich zurückgegangen – und zwar um 30 000 Euro. Ursache ist eine längere Schließzeit im Sommer gewesen, die für die Sanierung von Schwallwasserbehältern erforderlich war. Dadurch sank die Besucherzahl um etwa 10 000 auf 75 797 Gäste, folglich gab es weniger Einnahmen. Hinzu kommen Einbußen bei Kursen und Sondernutzern. Lediglich der Museumsshop setzte mehr um und die Fotovoltaikanlage auf dem Dach spülte 7400 Euro in die Kasse. 20 000 Euro wurden wiederum in die Halle investiert.

Mehr Besucher im Bürgerhaus

Bürgerhaus: Die Kulturveranstaltungen wurden mit insgesamt 480 900 Gästen deutlich besser besucht als 2017 (450 600 Besucher). 358 Veranstaltungen und anderweitige Nutzungen wurden im vorigen Jahr gezählt. Insgesamt konnte das Bürgerhaus die Erlöse um 12 800 Euro steigern, wenngleich die Vermietungen von Räumen weniger Geld brachten, weil Vereine, die zu 32 Prozent das Bürgerhaus nutzen, weniger zahlen als andere Mieter. Allein für das Bürgerhaus erhält die Kulturunternehmung Fördermittel in Höhe von 38 000 Euro im Jahr.

Weniger Bücher ausgeliehen

Bibliothek: Hier wurden 2018 weniger Medien (65 173) ausgeliehen, die Zahl ist „leicht gesunken“ im Vergleich zum Vorjahr (69 026). Auch die Zahl der Besucher (14 785) der Einrichtung stagniert. In der Bibliothek fanden 55 Veranstaltungen statt, zudem gibt es in Form der mobilen Bibliothek in den Eilenburger Grundschulen regelmäßig Buchausleihtermine. „Betriebswirtschaftlich konnten die Erlöse des Vorjahres erreicht werden“, steht im Lagebericht. Im Vordergrund stehe jedoch der Bildungsauftrag der Einrichtung, die im Herbst in den „Roten Hirsch“ umzieht.

Weniger Museumsbesucher

Museum: Die Sonderausstellung zum Dreißigjährigen Krieg ist „verhaltener“ besucht worden als erwartet. Insgesamt besuchten 5178 Leute die Einrichtung, 2017 waren es dagegen nur 6577.

Der Eilenburger Stadtrat stellte am Montag mit einer Gegenstimme mehrheitlich den Jahresabschluss fest, beschloss den Verlust auf neue Rechnung vorzutragen und entlastete letztlich die Betriebsleitung.

Von Nico Fliegner