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Eilenburg Eilenburgs Stadtseniorenrat beklagt fehlende Radwege und öffentliche WC
Region Eilenburg Eilenburgs Stadtseniorenrat beklagt fehlende Radwege und öffentliche WC
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06:00 20.06.2019
Der Eilenburger Stadtseniorenrat bei einem Treffen in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität: Petra Küster, Detlef Wilke, Marianne Aster, Jürgen Weiße, Helga Jahn, Martina Czako, Christa Lachmann, Petra Enders und Marianne Lehmann (von links). Quelle: Nico Fliegner
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Eilenburg

Ihn gibt es seit 1993, er zählt elf Mitglieder und hat ein Durchschnittsalter von 71 Jahren: Die Rede ist vom Stadtseniorenrat in Eilenburg. Das Gremium hat durchaus Gewicht, auch wenn es keine politischen Entscheidungen treffen kann. „Wir versuchen Einfluss auf die Themen zu nehmen, die die älteren Menschen in unserer Stadt betreffen und wollen Ansprechpartner für die Bürger in Alltagsfragen sein“, sagt Marianne Aster, die Vorsitzende. Immerhin leben rund 16 000 Menschen in der Stadt, von denen 4000 älter als 60 Jahre sind.

Enger Draht zur Stadtverwaltung

Die Mitglieder des Stadtseniorenrates gehören zum Beispiel dem VdK, der Volkssolidarität oder auch der Evangelischen Kirchgemeinde an und bringen deren Interessen in den ehrenamtlichen Beirat ein. Mit Birgit Illo gibt es einen direkten Draht zur Stadtverwaltung. Dieser sei wichtig, sagt Marianne Aster, weil dort die meisten Dinge besprochen werden. Außerdem ist der Beirat im Auftrag des Eilenburger Oberbürgermeisters Ralf Scheler (parteilos) unterwegs und gratuliert den Jubilaren zum 90. und 95. Geburtstag. Wer 100 Jahre alt wird, bekommt vom OBM höchstpersönlich Besuch. „Wir gehen aber auch in Pflegeeinrichtungen, in den Hort oder in die Kitas“, erzählt Marianne Aster. Dem Stadtseniorenrat sei wichtig zu erfahren, wie es in den Einrichtungen läuft. Und gleichzeitig profitierten davon auch die älteren Eilenburger, beispielsweise wenn eine Kita-Gruppe die Seniorenwoche, die einmal im Jahr stattfindet, mit einem kleinen Programm umrahmt.

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Motto „Lebenslust statt Altersfrust“

Der Stadtseniorenrat, dessen Motto „Lebenslust statt Altersfrust“ lautet, bietet zudem übers Jahr verschiedene Angebote für die älteren Semester an, zum Beispiel Beratungen zu Rechtsfragen oder seniorengerechtem Wohnen in den eigenen vier Wänden. „Die Bürger könnten das mehr annehmen“, räumt Marianne Aster ein. „Es gibt viele Leute, die Hilfe bräuchten“, aber offenbar die Angebote nicht kennen oder sich scheuen, diese anzunehmen.

Bänke-Aktion großer Erfolg

Zu den größten Erfolgen des Gremiums gehört die Bänke-Aktion in der Stadt. Die Zahl der Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum hat sich in den letzten drei Jahren nahezu verdoppelt. Rund 160 Bänke säumen mittlerweile das Eilenburger Stadtgebiet und die Ortsteile. Anteil daran hat auch der Seniorenrat, der die Aktion „Mach doch mal Pause – Bänke für Eilenburg“ startete und mit Hilfe von Spenden über zwölf neue Bänke für Orte organisierte, an denen sowohl Ältere, aber auch Spaziergänger mit kleinen Kindern mal eine Pause einlegen können.

Fehlende Radwege und öffentliche WC

Während die Bänke-Aktion gut läuft, werden Senioren in Eilenburg aber auch immer wieder mit Dingen konfrontiert, die nicht so einfach zu lösen sind. Petra Küster nennt die Radwege-Situation in der Stadt. Hier müsste es mehr und besser ausgebaute Radwege geben, vor allem im Zentrum in der Torgauer und Leipziger Straße, weiß sie. Doch weil dort links und rechts auch Autos parken dürften, sei die Einrichtung eines Radweges schwierig.

Petra Enders fällt spontan ein, dass es zu wenige öffentliche Toiletten gibt. Ältere spazierten gern durch den Stadtpark, doch die Toilette im Tierpark könnten sie nur nutzen, wenn sie dort Eintritt zahlen. Ebenso sei die Toilette im Bahnhof nur geöffnet, wenn der Service-Punkt offen ist. Ein Mangel.

Jürgen Weiße berichtet, dass viele Arztpraxen und Geschäfte nicht barrierefrei seien. Gehbehinderte Ältere hätten dann große Probleme, Stufen und Schwellen zu bewältigen. Dabei habe es für Geschäftsinhaber auch mal Fördermittel für bauliche Veränderungen gegeben. Doch dieses Angebot habe kaum ein Unternehmer genutzt.

Angebote besser nutzen

Der Stadtseniorenrat will jedenfalls bei solchen und anderen Problemen am Ball bleiben und sich für Verbesserungen stark machen. Und die Mitglieder wünschen sich, dass die Eilenburger die Angebote für Ältere reger nutzen und sich mit Ideen einbringen. Nur so könne schließlich etwas bewegt werden.

Weitere Infos zum Stadtseniorenrat gibt es bei Marianne Aster unter Tel. 03423 750115

Von Nico Fliegner