Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Eilenburg Eilenburgs Tierparkleiter zum Drama um Storchenküken
Region Eilenburg Eilenburgs Tierparkleiter zum Drama um Storchenküken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:18 29.05.2019
Ende April war die Storchenwelt noch in Ordnung. Vier junge Störche drängelten sich im Nest. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Aufregende Themen gibt es immer – und Menschen, die sich einmischen, kritisieren, etwas ändern wollen. Die LVZ nimmt sich die Zeit und hört Ihnen zu. In der Serie „Auf einen Kaffee mit“ stellen wir Sie und Ihre Themen in loser Folge vor. Wir bringen den Kaffee gerne mit – und wollen von Ihnen hören, was Sie bewegt. Heute: Stefan Teuber, Leiter des Tierparks in Eilenburg.

Besucher drücken Mitgefühl aus

Die Meldungen von Anfang Mai aus dem Tierpark klangen nicht so gut. Die Krähen raubten die Küken der Störche, der Kranichmann wurde von Fuchs oder Waschbär gefressen. „Das wurde sehr genau verfolgt“, berichtet Stefan Teuber. Nicht nur, dass beispielsweise der MDR deshalb noch mal bei uns vor Ort gedreht hat, „viele Besucher haben uns auch ihr Mitgefühl ausgedrückt“.

In der Natur wird ein Großteil der Tiere nicht erwachsen

Aus seiner Sicht spricht nichts dagegen, diese Thematik öffentlich zu machen. „In der Natur kommen 50 bis 80 Prozent der Jungtiere nicht ins Erwachsenenalter.“ Der Großteil werde gefressen, erliege Krankheiten oder verhungere einfach. Im Tierpark, wo der Nachwuchs vor den Feinden so gut es geht geschützt wird, ein Tierarzt gerufen werden kann und natürlich auch die Futterfrage keine Überlebensfrage ist, habe dieser prinzipiell bessere Chancen. Doch Verluste würden sich nie ganz vermeiden lassen. Der Tierparkchef weiß schließlich: „Wir können die Gesetze der Natur nicht ganz außer Kraft setzen.“

Elektrozaun schreckt seit 2009 ab

Ihn habe die jetzige Situation stark an die Ereignisse von 2009 erinnert. Damals hatte schon einmal ein Waschbär oder Fuchs ein Kranichweibchen geholt. Der Tierpark bekam daraufhin einen Elektrozaun. „Der Stromschlag ist für die Räuber schmerzhaft und unangenehm, aber nicht tödlich.“ Doch Stefan Teuber verweist auch darauf, dass es eine Garantie nicht gibt. Offensichtlich war der Hunger bei dem Räuber, der zudem derzeit ebenfalls Nachwuchs zu versorgen haben dürfte, größer. „Aber vielleicht“, so lautet zumindest eine Vermutung des Tierparkchefs, „hat der Elektrozaun am Ende doch noch gewirkt. Auf jeden Fall gab es seitdem keine weiteren Raubzüge im Tierpark.“

Stefan Teuber spricht mit Redakteurin Ilka Fischer über die jüngsten Todesfälle im Tierpark. Quelle: Tierparkverein

Bei den Störchen war es ein Unfall

Etwas anders ordnet Stefan Teuber dagegen den Verlust des Storchennachwuchses ein. „Für mich ist das ein Unfall.“ Wie berichtet, war die Storchenmama entkräftet am Teich gefunden worden und wird seitdem und noch bis heute auch mittels einer Wärmelampe im Wirtschaftsbereich aufgepäppelt. Warum aber der Storchenpapa, der sich bei den Adebaren gleichberechtigt um die Küken kümmert, das Nest verlassen hat, lässt sich nicht klären. Doch Stefan Teuber weiß: „Die Krähen, die zudem für ihre Jungen einen großen Futterbedarf haben, sind unheimlich aufmerksam und schnell.“

Rächer Tabs, der Tierparkluchs

Es ist ja auch nicht der erste Angriff auf den Storchennachwuchs, Erinnert sei an 2016. Damals hatte das Liebespaar des Tierparkes, bei dem sich die Storchendame bei ihrer Kurzzeitpflege in den flugunfähigen Storchenmann verliebte, das erste Küken. Ein Marder schlug zu, der wie ein Mink, immer eine Lücke im Zaun finden kann. Andererseits sind die Tierparkbewohner natürlich selbst nicht wehrlos. Im Fall des Marders, der den 2016er-Jungstorch verletzte, hatten die Störche sogar noch einen unüblichen Helfer. Denn den Rückweg nahm der Marder damals ausgerechnet über das Luchsgehege, wo ihn Tierparkluchs Tabs erwischte.

Doch auch wenn es den aufmerksamen Tabs noch immer gibt: Im Tierpark wartet derzeit noch eine Lebendfalle auf die Räuber. Bisher blieb sie aber leer und wenn es nach Stefan Teuber geht, kann das auch gern so bleiben.

Von Ilka Fischer

Erdbeeren selbst pflücken? In Eilenburg ist das ab Mittwoch möglich. Auf dem Feld von Erhard Klein gibt es die leckeren Roten in den nächsten fünf bis sechs Wochen.

28.05.2019

Neben Kreis- und Gemeinderäten haben die Bürger am Sonntag in der Eilenburger und Bad Dübener Region auch ihre Ortsvertreter neu gewählt. Hier gibt es die Namen der gewählten Vertreter.

28.05.2019

Ohne ihn gäbe es höchstwahrscheinlich die Ortsumgehung Eilenburg nicht. Rolf Aster hat in den 1990er-Jahren hartnäckig für deren Bau gekämpft. Jetzt ist er im Alter von 84 Jahren verstorben. Ein Nachruf.

28.05.2019