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Eilenburg Eilenburgs Tropicana kommt später und wird größer
Region Eilenburg Eilenburgs Tropicana kommt später und wird größer
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11:06 23.03.2019
Die Goldkopflöwenaffen leben sich jetzt schon in einem rückwärtigen Bereich für das Tropicana ein. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

In Sachen Tropicana-Neubau im Eilenburger Tierpark gibt es viele gute Nachrichten, aber auch eine schlechte. Die Schlechte zuerst: Der avisierte Eröffnungstermin im Frühsommer lässt sich nicht halten.

Umfeld wird nun auch südamerikanisch

Die wichtigste gute Nachricht: Das Tropicana wird im Laufe des Monats September eröffnet und sogar etwas größer als gedacht. Tierparkchef Stefan Teuber: „Als die Hülle des Hauses stand, stellten wir fest, dass die Nebengebäude irgendwie nicht zu unserer Erlebnis-Idee vom südamerikanischen Dschungeldorf passen wollten.“ Also wurde kurzerhand rechts vor das Futtergebäude noch ein Hörnchenkäfig gesetzt.

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Hörnchen und Maras ziehen nun auch mit ein

Ottmar Scheidig richtet mit Robinienholz das Außengehege der Streifenhörnchen ein. Quelle: Wolfgang Sens

Auf der linken Seite bekommen zudem die Miniponys mit den Maras neue, so nicht geplante, Nachbarn. „Die Maras, dabei handelt es sich um Pampashasen, stehen aber schon lange auf unserer Wunschliste“, erklärt der Tierparkchef. Ein bereits unterirdisch verlegter Tunnel gibt den künftigen Tropicana-Bewohnern Gelegenheit, nach draußen auf die Wiese zu gelangen. Und einmal dabei, soll nun auch gleich noch der in diesem Bereich befindliche Bahnhof der Parkeisenbahn entsprechend umgestaltet werden.

Die ersten Affen sind da

Da der Verein das Gestalten der halboffenen Landschaft, den Wasserlauf, die Bemalung und das Bepflanzen weitgehend in eigener Regie übernimmt, dauert es aber noch, bis die Streifenhörnchen und die Maras ihr neues Zuhause entdecken können. Zwei andere Bewohner sind dagegen schon da, verrät Stefan Teuber. „Allerdings“ so verweist er im gleichen Atemzug, „leben die zwei Goldkopflöwenäffchen derzeit im rückwärtigen Bereich und sind für die Besucher bis zur Eröffnung des Tropicanas nicht zu sehen.“

Liebe auf den ersten Blick

Die Platzsituation in dem Wittenberger Tierpark, aus dem das Weibchen kommt, machte den frühzeitigen Umzug erforderlich. Vorzeitig wurde daher auch das mit zwei Jahren etwa gleich alte Männchen abgeholt, das in Braunschweig das Licht der Welt erblickte. Die ost-westdeutsche Zusammenführung klappte ohne Probleme, weiß Tierpflegerin Silva Förster. Das Weibchen war sofort aus der Kiste raus, das Männchen war zögerlicher.

Wichtiger aber: Schon nach anderthalb Stunden saßen beide einträchtig in ihrer Kiste zusammen. „Es gab keine Rangelei, das war Liebe auf den ersten Blick“, konstatiert die Tierpflegerin daher. Inzwischen hat sich das Männchen übrigens revanchiert. Als die beiden in diesen Tagen erstmals in den Außenkäfig durften, ließ sich das Männchen mit Mehlwürmern und Obst zuerst locken. Aber vielleicht lag es auch daran, dass Stefan Teuber die absolute Lieblingsspeise des Weibchens, Banane, nicht dabei hatte ...

18 000 Euro fehlen noch

Beim Tropicana handelt es sich um das bisher größte Bauprojekt in der Eilenburger Tierparkgeschichte. Der Besucher kann hier ab September in ein verlassenes südamerikanisches Dschungeldorf eintauchen, das sich die Natur zurück erobert. Hier leben dann unter anderem zwei Krallenaffenarten, Boa, Leguan, Vogelspinne und Wachtel. Der Tierparkverein, der die vormals städtische Einrichtung 1998 übernahm, fasste bereits vor vier Jahren den Grundsatzbeschluss. 2017 hatte er dann auch durch viele Spendenaktionen so viel Geld beisammen, dass der Bau des 400 000-Euro-Projektes beginnen konnte.

Derzeit fehlen noch rund 18 000 Euro bis zum selbst gesteckten Ziel, 250 000 Euro an Spenden- und Eigenmitteln einzuwerben. In dem Zusammenhang bietet der Tierpark auch Patenschaften für sämtliche Tropicana-Tiere an. Das gilt insbesondere auch für die noch patenlosen Goldkopflöwenaffen. Diese Patenschaft, die für ein Jahr abgeschlossen wird, schlägt mit 250 Euro zu Buche. Wie bei allen derzeit 130 bestehenden Patenschaften komme das eingezahlte Geld zu 100 Prozent der betreffenden Tierart zugute.

Weitere Informationen zum Projekt und zu den Patenschaften gibt es auf der Homepage.

Von Ilka Fischer