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Eilenburg Einwohner machen sich für Haltepunkt bei Wölpern stark
Region Eilenburg Einwohner machen sich für Haltepunkt bei Wölpern stark
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05:54 30.04.2019
Heiko Möglich (links) und Sebastian Dietrich machen sich für einen Bedarfshaltepunkt am Bahnübergang in Wölpern stark. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Wenn zwischen Kospa und Wölpern die roten Lichter angehen, ein Signal ertönt und die Schranken schließen, dauert es nur noch wenige Sekunden und ein Zug nähert sich. Meistens ist es die S-Bahn, die entweder Richtung Leipzig oder Eilenburg unterwegs ist. Die grau-grünen Bahnen rauschen dann am ehemaligen Haltepunkt in Wölpern vorbei. Das hätten viele Einwohner der zwei nahe Eilenburg liegenden Dörfer gern anders, wissen Heiko Möglich und Sebastian Dietrich. Die zwei Männer machen sich nunmehr dafür stark, dass die S-Bahn künftig wieder in Wölpern anhält.

Bedarfshaltepunkt auf Probe

„Wir hätten hier gerne einen Haltepunkt wie früher“, erzählt Heiko Möglich (45), der mit seiner Familie in Wölpern lebt. Dabei soll die S-Bahn nicht jedes Mal halten, sondern nach Bedarf. Das ganze wäre dann ein Bedarfshaltepunkt. Bedeutet: Drückt ein Fahrgast kurz vor Wölpern einen Knopf in der Bahn, weiß der Zugführer, dass jemand aussteigen will. Und sieht er Leute am Haltepunkt stehen, hält er eben an und die Fahrgäste steigen zu.

Einen solchen Bedarfshaltepunkt gibt es bereits auf der Strecke – und zwar in Leipzig Heiterblick. Genau so könnte der für Wölpern funktionieren. Selbst in Pönitz habe es erst einen Bedarfshalt gegeben. Aufgrund großer Nachfrage sei dieser zu einem richtigen Haltepunkt umfunktioniert worden. Für die Einwohner eine Errungenschaft.

200 Unterschriften gesammelt

„Das Ganze könnte man erstmal auch probeweise starten“, sagt Sebastian Dietrich aus Kospa-Pressen. Der 32-Jährige weiß das Bahnfahren zu schätzen. Und er ist sich sicher, dass auch viele Einwohner von Kospa und Wölpern den Haltepunkt nutzen würden, um nach Leipzig zu kommen. Im Ortschaftsrat Kospa-Pressen war der Wunsch nach einem Bahnhaltepunkt bereits Thema. „Wir sind dann durchs Dorf gelaufen und haben Unterschriften gesammelt“, erzählt Dietrich. Rund 200 sind insgesamt zusammengekommen.

Bessere Anbindung für die Dörfer

Wie die zwei Männer erzählen, spricht vieles für einen solchen Bedarfshaltepunkt. Die zwei Dörfer wären dann besser an den ÖPNV angebunden. „Ich weiß, dass viele ältere Bürger nicht zufrieden mit den Busverbindungen sind. Von der Gemeinde Jesewitz nach Leipzig gibt es zum Beispiel keine direkte Verbindung“, sagt Heiko Möglich. Sebastian Dietrich verweist darauf, dass es in den Dörfern immer mehr junge Familien mit Kindern gebe, die gern das Bahnangebot vor der Haustür nutzen würden. Das war freilich nach der Wende anders, als der Haltepunkt aufgegeben wurde mangels Fahrgästen.

Bürgermeister wollen an Verband herantreten

Ihren Wunsch haben die Initiatoren bereits an die jeweiligen Bürgermeister Ralf Scheler (parteilos) für die Stadt Eilenburg und Ralf Tauchnitz (WV) für die Gemeinde Jesewitz weitergegeben. Jesewitz will sich nunmehr über den Verwaltungsverband Eilenburg-West mit dem zuständigen Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig in Verbindung setzen. Eilenburgs Oberbürgermeister wiederum hat bereits am 8. Mai einen Termin beim Zweckverband, unklar war zuletzt noch, ob Amtskollege Tauchnitz gleich mitfährt. Die Eilenburger wollen aber noch keinen Antrag für einen Haltepunkt formulieren, sondern „erstmal ausloten“, wie der Verband dazu steht. „Im Ergebnis dieses Gesprächs können wir dann weiteres dazu sagen“, so der OBM.

Fehlende Parkmöglichkeiten

Skeptische Stimmen gab es indes im Jesewitzer Gemeinderat. Dort kam die Frage auf, wo denn die Autos am Haltepunkt parken sollen? Stellplätze gibt es nämlich nicht. Aber Heiko Möglich und Sebastian Dietrich sind da echte Praktiker. Sie haben nicht vornehmlich Autofahrer im Blick, denn der Haltepunkt sei von beiden Dörfern gut per Fahrrad zu erreichen. Mit anderen Einwohnern würden sie sich aber in einer Art Subbotnik kümmern, damit das verwilderte Gelände auf Vordermann gebracht wird, erzählen sie, verweisen aber auch auf die Politik: „Es heißt doch immer, dass der ländliche Raum gestärkt werden soll, auch im Bereich Infrastruktur. Vielleicht gibt es ja ein Förderprogramm für so etwas“, wirft Sebastian Dietrich eine Idee in den Raum. Dies sei dann Sache der zwei Kommunen und des Zweckverbands.

Von Nico Fliegner

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