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Eilenburg Eltern-Kind-Zentrum entsteht in Eilenburg
Region Eilenburg Eltern-Kind-Zentrum entsteht in Eilenburg
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11:51 18.05.2019
Blick auf die Eilenburger Grundschule Berg am Gelbchenweg. Quelle: Florian Holtorff
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Eilenburg

Die Augen von Viona Alber strahlen vor lauter Entschlossenheit und Motivation, wenn sie vom derzeitigen Projekt des Horts in der Grundschule Berg in Eilenburg spricht: „Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Eltern-Kind-Zentren“ ist der etwas sperrige Titel, aber was dahinter steckt ist dafür umso wichtiger – einen Ort zu schaffen, an dem Erzieher, Eltern und Kinder gemeinsam lernen und sich austauschen können.

„In dieser schnelllebigen Zeit werden Eltern in Erziehungsfragen immer unsicherer“, sagt die Einrichtungsleiterin. 2016 wurde das Projekt vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus (SMK) ausgeschrieben, das 31 Einrichtungen in ganz Sachsen den Zuschlag gegeben hat, wobei der Hort in Eilenburg die einzige Einrichtung in Nordsachsen ist. Das SMK fördert das Projekt mit Sachmitteln, die Projektleitung hat das Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie erhalten.

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Eltern-Kind-Café zum Austausch

Mittlerweile seit ungefähr drei Jahren arbeitet Viona Alber zusammen mit ihrem Erzieherteam und Barbara Zille von der Stadtverwaltung Eilenburg an der Modellphase des Projekts und richtet seitdem Eltern-Kind-Cafés aus, um die Eltern in manchen Fragen an die Hand zu nehmen, zu unterstützen und einen freien Rahmen zu kreieren, in dem Kinder und Eltern zusammen lernen können.

In diesem Café werden Themen angeboten, welche nach den Bedürfnissen der Kinder und Eltern ausgerichtet sind, wie „Tipps für den Notfall“ (1. Hilfe) oder „Selbstgemacht genießt´s sich besser“ (gesunde Ernährung). Es gibt aber auch Veranstaltungen, zu denen nur die Eltern eingeladen sind, da es sich um schwere Themen handelt. Zum Beispiel war an einem Termin eine Polizistin zu Gast, um zum Thema „Schutz“ und „Prävention von sexualisierter Gewalt“ zu sprechen und anschließend in Austausch mit den Eltern zu treten. Und die Rückmeldung könnte nicht besser ausfallen: „Wir merken, dass die Eltern uns dankbar sind“, sagt Alber. „Das Projekt trägt dazu bei, dass wir Erzieher transparenter werden, dass die Eltern uns als Hilfe und nicht als Konkurrenz wahrnehmen.“

Großer Erfolg des Projekts

Mittlerweile laufen die Angebote so gut, dass eine Ausschreibung der Förderung des Projektes in einer zweiten Phase erfolgt. So sollen von Juli bis Dezember die Kosten für eine halbe Personalstelle gefördert und für 2020 noch 75 Prozent der Kosten übernommen werden. Daher hat die Stadtverwaltung Eilenburg eine befristete Stelle für eine pädagogische Fachkraft ausgeschrieben, die sich bis Ende des Jahres 2020 um die Koordination und Planung der Veranstaltungen kümmern wird. Ziel ist es, ein eigenständiges Eltern-Kind-Zentrum zu schaffen, das zukünftig offen für alle Eltern in der Umgebung steht, die in Austausch treten wollen und Unterstützung im Umgang mit Erziehungsfragen suchen.

Dennoch unsichere Zukunft

„Die Unsicherheit ist da, wie lange das Projekt dann laufen kann“, sagt Alber bedauernd. Barbara Zille von der Stadtverwaltung schließt sich an: „Es wäre einfach schade, wenn es an den fehlenden finanziellen Mitteln scheitert, weil das Projekt so gut läuft und von den Eltern angenommen wird.“ Denn die Eltern lassen sich nicht nur berieseln, sie nehmen selbst die Themenfindung für neue Treffen in die Hand und bringen ihre eigenen Ideen ein. So können alle – Eltern, Kinder und Einrichtung – von den Veranstaltungen profitieren.

Von Katharina Stork

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