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Eilenburg Fahrrad Paul aus Eilenburg ist erste Qualitätswerkstatt Sachsens
Region Eilenburg Fahrrad Paul aus Eilenburg ist erste Qualitätswerkstatt Sachsens
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09:19 18.04.2017
Christian Paul überprüft ein Fahrrad auf seine Verkehrstauglichkeit. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Philosophie, Kompetenz, Transparenz, Vertrauen und Verantwortung – das sind die fünf Grundsätze, nach denen in Christian Pauls Fahrradladen gearbeitet wird. Dass dem wirklich so ist, bestätigen seit Ende März Brief und Siegel des TÜV. Pauls Geschäft ist damit nicht nur sachsenweit, sondern auch in den neuen Bundesländern das erste Kleinunternehmen mit „zertifizierter Qualitätswerkstatt.“

Umfangreiche Checkliste

Das Programm ist eine Idee der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) und soll durch die unabhängigen Prüfer des TÜV bestimmte Standards in der Werkstatt und im Kundenservice auszeichnen. „Vor ungefähr zwei Jahren haben wir bei uns im Betrieb angefangen zu optimieren, umzuräumen, alles schick zu machen. Es war ein langer, harter Weg“, blickt Christian Paul zurück.

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Die umfangreiche Checkliste erstreckt sich in alle denkbaren Bereiche des Fahrradladens. Unter die Lupe genommen werden dafür unter anderem der Vorrat entsprechender Spezialwerkzeuge vom Drehmomentschraubendreher bis hin zur Steuersatzpresse. Alte Reifen und Öl müssen nachweislich fachgerecht entsorgt, reparierte Drahtesel nach dem Vier-Augen-Prinzip kontrolliert werden. Zuvor werden die Kosten en detail mit dem Kunden abgestimmt. Des Weiteren muss die Belegschaft Schulungen wie etwa zur Werkstattorganisation und aktuellen Entwicklungen absolvieren. „Alles wird schnelllebiger, das Fahrrad immer technischer. Gerade die E-Bikes haben nicht mehr viel mit unserem alten DDR-Rad zu tun, das jeder selber reparieren konnte“, meint Paul. Dafür muss auch seine Werkstatt gerüstet sein. Geheime Testkundschaft mit präparierten Fahrrädern und Kundenbefragungen sorgen regelmäßig dafür, dass das Unternehmen die geforderte Qualität hält. Patzen Paul und sein Team, wird das eigentlich für drei Jahre gültige Siegel wieder entfernt. Für den Händler eine lohnende Anstrengung. „In letzter Zeit gab es viele Kundenanfragen von weiter weg – zum Beispiel aus Bitterfeld und Bad Liebenwerda“, berichtet der Zweiradexperte. Bei ihm bekämen sie Service, den andere Händler offenbar noch nicht bieten können.

Auszeichnung bisher zwölfmal vergeben

Den Weg Richtung zertifizierter Qualitätswerkstatt einzuschlagen, sei unumgänglich. „Ich bin der Meinung, dass das die Zukunft ist. Anders wird es in der Fahrradbranche irgendwann nicht mehr gehen“, prognostiziert Paul. „Ziel der ZEG ist es, Ende 2017 circa 100 Werkstätten an dieses Programm herangeführt zu haben“, teilt Projektleiter Michael Terfrüchte mit. Bisher wurde die Auszeichnung bundesweit an zwölf Genossenschaftsmitglieder vergeben.

Von André Pitz