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Eilenburg 88-Jähriger stirbt nach Hausbrand in Eilenburg
Region Eilenburg

Feuer in Eilenburg: Senior stirbt nach Hausbrand

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16:18 23.06.2021
Ein 88-jähriger Mann ist am Dienstag bei einem Brand in Eilenburg ums Leben gekommen.
Ein 88-jähriger Mann ist am Dienstag bei einem Brand in Eilenburg ums Leben gekommen. Quelle: Anke Herold
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Eilenburg

Tragisches Unglück am späten Dienstagabend in Eilenburg: Bei einem Brand in einer Doppelhaushälfte in einer Wohnsiedlung im Osten der Stadt ist ein 88-jähriger Mann ums Leben gekommen. Seine 86-jährige Ehefrau wurde leicht verletzt. Warum das Feuer ausbrach, ist noch unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Dichter Rauch quoll aus den Fenstern

Gegen 22 Uhr hatten Anwohner der August-Bebel-Straße Brandgeruch bemerkt und gesehen, dass dichter Rauch aus den Fenstern der Gebäudeseite quoll. Auch ein Knall soll zu hören gewesen sein. Viele Nachbarn eilten sofort zu Hilfe und alarmierten umgehend die Rettungskräfte. Die Bewohnerin des Hauses an der Kreuzung zur Friedrich-Engels-Straße konnten sie in Sicherheit bringen, Nachbarn kümmerten sich abseits des Brandortes weiter um die geschockte Seniorin.

Die Feuerwehr war mit 40 Kameraden vor Ort. Quelle: Anke Herold

Eingangsbereich stand in Vollbrand

Nur sechs Minuten nach der Alarmierung hatte das erste Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr den Brandort erreicht. „Wir hatten an diesem Abend Ausbildungs-Dienst, deshalb waren noch Kameraden im Depot“, so Einsatzleiter André Zimmermann. Auf der Anfahrt erhielten die Retter die beunruhigende Nachricht, dass eine Person vermisst wurde. „Als wir vor Ort kamen stand der Eingangsbereich der unteren Etage in Vollbrand.“ Zwei Trupps gelangten unter Atemschutz über den Haupteingang und ein Fenster ins Innere. Nur kurze Zeit später konnten die Einsatzkräfte den Mann finden und aus dem Haus retten. Er sei allerdings nicht ansprechbar gewesen.

Ein 88 Jahre alter Bewohner konnte zunächst reanimiert werden, verstarb aber später in der Klinik. Quelle: Anke Herold

Dramatische Momente folgten: Mitarbeiter des Rettungsdienstes hätten dann mit Unterstützung von vier Kameraden der Feuerwehr rund 30 Minuten abwechselnd intensiv versucht, den Mann mit Herz-Druck-Massagen zu reanimieren. Das sei zunächst auch gelungen, der Senior wurde daraufhin in eine Klinik gebracht. Ebenso die Frau, die leicht verletzt wurde. Später in der Nacht gab es dann aber die auch für die Retter erschütternde Nachricht: Der 88-jährige Mann war laut Polizei vermutlich an den Folgen einer Rauchgasvergiftung gestorben.

40 Kameraden der Feuerwehr waren im Einsatz

Das Feuer hatten die Kameraden relativ schnell unter Kontrolle bringen können. Ganz einfach sei es dennoch nicht gewesen, weil der Wohnraum größtenteils mit Holz verkleidet gewesen sei, so André Zimmermann. Bis eine Stunde nach Mitternacht waren rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr Eilenburg und des Löschzuges Zschettgau/Pressen im Einsatz.

Spuren des Brandes deutlich zu erkennen

Bei Tageslicht am nächsten Morgen sind die Folgen des Feuers deutlich zu erkennen. Ein intensiver Brandgeruch liegt noch immer in der Luft. An der Hauswand lehnt ein gesprungener Fensterrahmen, Reste der Glasscherben sind auf der Straße verteilt. Zur Absicherung ist ein Polizeiwagen vor Ort, der Brandursachenermittler soll im Laufe des Tages eintreffen. Die betroffene Doppelhaushälfte ist nicht mehr bewohnbar. Der entstandene Sachschaden ist bislang noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet und eine Obduktion angeordnet. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Am Morgen danach sind die Spuren des verheerenden Brandes noch deutlich zu sehen. Quelle: Simon Ecker

Nachbarn versuchten, Feuer mit Wassereimern zu löschen

Bei den Nachbarn sitzt der Schock am Vormittag noch immer tief. Ein älterer Mann, der ein paar Häuser weiter wohnt, hatte zum Zeitpunkt des Brandes schon geschlafen. Erst nach einem lauten Knall sei er von seiner Frau geweckt worden, erzählt er. Zu diesem Zeitpunkt hätten bereits einige Personen aus der Nachbarschaft bereits versucht, den Brand bis zum Eintreffen der Feuerwehr mit Wassereimern zu löschen. Trotz der späten Abendstunde, so erzählt eine andere Anwohnerin, habe es sofort viele gegeben, die helfen wollten. Viel ausrichten konnten sie wegen der Flammen aber nicht. Es sei tragisch, dass trotz allen Einsatzes der Retter und Helfer nun doch alles so schlimm endete.

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Der zweite große Einsatz in dieser Woche

Für die Kameraden der Eilenburger Feuerwehr war dies innerhalb von zwei Tagen der zweite größere Rettungseinsatz. Am Montagmittag mussten sie zu einem Badeunfall an die Kiesgrube Eilenburg ausrücken. Eine 65-Jährige hatte beim Schwimmen gesundheitliche Probleme erlitten. Polizisten und Feuerwehrleute konnten die Frau retten und mit einem Boot sicher an Land bringen. Sie wurde in eine Klinik gebracht.

Von AH/ka/sec