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Eilenburg Feuerwehrmann hat Blutkrebs – Kameraden suchen Stammzellenspender
Region Eilenburg Feuerwehrmann hat Blutkrebs – Kameraden suchen Stammzellenspender
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10:00 21.07.2018
Feuerwehrmann Maik (31) aus Hohenprießnitz ist an Blutkrebs erkrankt. Nun suchen seine Kameraden einen geeigneten Stammzellenspender. Quelle: Feuerwehr
Zschepplin/Hohenprießnitz

„Wir lassen unseren Freund und Kameraden nicht im Stich“, sagt der Wehrleiter der Hohenprießnitzer Ortsfeuerwehr, Christian Keller. Noch vor seinem Urlaub hat er deshalb mit den anderen Feuerwehrleuten seiner Ortswehr und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Aktion gestartet, um Maik zu retten. Der 31-Jährige ist an Blutkrebs erkrankt und benötigt dringend eine Stammzellenspende. Sie ist seine einzige Überlebenschance. Bisher war die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für ihn erfolglos.

!Er ist einer von uns“

„Wir sind alle betroffen und wollen ihn unterstützen. Maik ist ein super Kamerad, bedächtig wie ein Bär, bodenständig und trotzdem immer für einen Spaß zu haben“, so Keller. Bei seinen Kameraden und auch bei den anderen Feuerwehrleuten der Region sowie bei den Angehörigen des Katastrophenschutzzuges, in dem Maik ebenso mitarbeitete, genieße der Hauptlöschmeister Achtung und Anerkennung. Zudem war er immer zuverlässig. All das schätzt auch der stellvertretende Kreisbrandmeister des Landkreises Nordsachsen, Kay Kunath, der zudem Gemeindewehrleiter von Zschepplin und stellvertretender Bürgermeister ist. Zu seinem Wirkungsbereich gehört auch die Hohenprießnitzer Wehr.

Maik wuchs in Hohenprießnitz auf, ging hier zur Schule, hatte und hat seine Freunde hier. Später verschlug es den Tiefbauer nach Bad Schmiedeberg, wo er sich eine Zukunft aufbauen wollte. Dann die Krankheit und ein weiterer privater Schicksalsschlag. Inzwischen wohnt Maik, so erzählt Keller, wieder im Heimatort.

Ganz leicht und schnell registrieren

Als Hauptlöschmeister der freiwilligen Feuerwehr ist Helfen für Maik selbstverständlich. Doch jetzt braucht er selbst Hilfe, denn Maik will leben und möchte noch viel erleben. Auf seiner Wunschliste stehen der Motorrad-Führerschein und eine Ägyptenreise ganz oben. Doch Maik kann nur überleben, wenn es einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. „Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden“, weiß Christian Keller. Gemeinsam mit der DKMS starten deshalb die Feuerwehrleute unter dem Motto „Maik sucht Helden!“ eine Registrierungsaktion. Sie appellieren an Kameraden und die Menschen in der Region, sich am 28. Juli in der Zeit von 11 bis 16 Uhr in der Sporthalle der Grundschule Zschepplin in der Schulstraße 3 a typisieren und in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei aufnehmen zu lassen.

Die Registrierung geht schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Jeder, der gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich an der Aktion beteiligen.

Auch Geldspenden willkommen

Auch Geldspenden werden dringend benötigt, da der gemeinnützigen Gesellschaft allein für die Registrierung eines jeden neuen Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.

Die Schirmherrschaft über die Aktion haben Kay Kunath und Patrick Paproth, Präsident des DRK-Kreisverbandes Delitzsch, übernommen. Sie bitten gemeinsam die Menschen in der Region, sich als potenzielle Lebensretter aufnehmen zu lassen, um Maik oder einem anderen Patienten zu helfen. Freuen würde alle Unterstützer von Maik, wenn auch in anderen Regionen des Landkreises eine ähnliche Typisierungsaktion nicht nur von Feuerwehrleuten organisiert würde. Denn je mehr sich beteiligen, umso größer wird die Chance für Maik und andere Erkrankte, einen Stammzellenspender zu finden. Und das heißt dann: Hoffnung auf Leben und Zeit, um sich selbst seine Wünsche zu erfüllen. Der größte derzeit ist jedoch, einen geeigneten Spender schnell zu finden.

Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs auf Spendengelder angewiesen ist, wird um finanzielle Unterstützung gebeten. Jeder Euro zählt!

DKMS-Spendenkonto

IBAN: DE23 8504 0000 0802 2220 00

Verwendungszweck: RMO 001

Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Sie wurde vor 27 Jahren in Deutschland von Peter Harf gegründet, dessen Ehefrau an Leukämie verstarb. Heute ist die DKMS-Familie international aktiv. Über acht Millionen Lebensspender sind bereits bei ihr registriert.

Von Bärbel Schumann

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