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Eilenburg „Friederike“ und die Folgen: 898 umgestürzte Bäume in Nordsachsen
Region Eilenburg „Friederike“ und die Folgen: 898 umgestürzte Bäume in Nordsachsen
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14:51 22.03.2018
Die Delitzscher Feuerwehr beim Sturm-Einsatz im Januar. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
Nordsachsen

Als besondere Situation bezeichnete Landrat Kai Emanuel (parteilos) am Mittwoch im Kreistag die Lage im Landkreis am 18. Januar. Sturmtief „Friederike“ sorgte in der Region für zahlreiche Schäden. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren, des Rettungsdienstes, der Polizei und des Technischen Hilfswerkes hatten an diesem Tag große Herausforderungen zu meistern.

So sah es am 18. Januar aus

Die konkrete Lage erläuterte anschließend der hauptamtliche Kreisbrandmeister Ingo Weber. Der Deutsche Wetterdienst warnte an diesem Tag vor orkanartige Böen mit bis zu Windstärken 12 und 130 Kilometern pro Stunde. „Ein solches Ereignis in dieser Größenordnung und mit solcher Intensität gab es in Nordsachsen noch nie. Es war der stärkste Sturm seit Kyrill im Jahr 2007“, resümierte Weber.

Kreisbrandmeister Ingo Weber Quelle: LVZ-Archiv

Tatsächliche Messwerte im Raum Oschatz habe es im Zeitraum von 13 bis 19 Uhr von 123 Stundenkilometern und am Flughafen in Leipzig von 129 Stundenkilometern gegeben. Die integrierte Regionalleitstelle in Leipzig registrierte insgesamt 2900 Notrufe. Es kam zu 1123 Einsätzen, davon 239 Einsätze im Landkreis Nordsachsen. „Die anschließende Auswertung im Landkreis hat ergeben, dass wir 828 umgestürzte Bäume hatten. Die Schwerpunkte lagen dabei im Bereich Dahlen mit 142, Laußig 90, Doberschütz 66 und Torgau 47 Bäumen“, so Weber. Schätzungsweise fielen etwa 220 000 bis 240 000 Kubikmeter Holz dem Sturm zum Opfer. Das sei fast das Zehnfache von „Kyrill“ im Januar 2007. Aufgrund der Schäden wurden die Wälder im Landkreis im Zeitraum vom 22. Januar bis zum 17. März für jeglichen Zutritt gesperrt.

Hunderte Gebäude beschädigt

An 171 Gebäuden entstanden Schäden, davon in der Region Delitzsch 28, in Schkeuditz und Oschatz jeweils 14, Bad Düben 12, in Eilenburg 11 und in Laußig 10. 124 Einsätze sonstiger Art machten sich aufgrund heruntergerissener Strom- und Telefonleitungen sowie Hilfeleistungen an Pkws erforderlich. 13 Personen seien durch die Kameraden der Feuerwehren gerettet worden, vier in Torgau, zwei in Wermsdorf, zwei in Dahlen sowie je einen in Oschatz, Trossin, Doberschütz, Cavertitz und in Bad Düben.

Wie das Energieunternehmen Mitnetz laut Weber mitteilte, hatten etwa 40 700 Bürger zeitweise keinen Strom. Die kurzfristige Versorgung erfolgte, sofern möglich, durch Umschaltung im Umspannnetz. Diese Angaben bezögen sich ausschließlich auf das Konzentrierungsgebiet von Mitnetz. Netze der Stadtwerke finden in diesen Angaben keine Berücksichtigung.

Probleme bei der Alarmierung der Feuerwehren

„Diese Ausfälle erschwerten natürlich auch die Rettungsarbeiten. Betroffene konnten telefonisch keine Hilfe anfordern. Die Kommunikation der Leitstelle und der Einsatzkräfte untereinander war teilweise weder per Funk noch per Telefon möglich. Die Alarmierung der Feuerwehren durch die Leitstellen konnte zum Teil nicht oder nur mit starker Verzögerung erfolgen“, verdeutlichte Weber und schlussfolgerte: „Die Leitstelle muss hier gemeinsam mit dem Landkreis Nordsachsen und dem Landkreis Leipzig Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeit umsetzen. Dazu gibt es eine Projektgruppe, die sich mit diesem Thema beschäftigt.“

Auswertungsgespräche habe es inzwischen mit den Gemeinde- und Ortswehrleitern in Schkeuditz, in Eilenburg und in Mockrehna gegeben. Am 27. März soll zudem mit dem Inspektionsbereich 4 in Oschatz eine Auswertung erfolgen. Geplant seien nochmalige Schulungen zum Funkkonzept und zur Funktaktik, mit dem Ziel, die Kommunikation in den Kommunen und mit der integrierten Regionalleitstelle zu verbessern. Erfahrungsaustausch soll es nicht zuletzt zur Arbeit der Einsatzleitungen und Befehlsstellen geben sowie zur Zusammenarbeit von Nachbargemeinden und Nachbarfeuerwehren.

Von LVZ

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