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Eilenburg Führungswechsel an der Friedrich-Tschanter-Oberschule
Region Eilenburg Führungswechsel an der Friedrich-Tschanter-Oberschule
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06:00 01.09.2018
Regina Schneider (rechts) war 40 Jahre lang Lehrerin, seit 1990 auch Schulleiterin der Friedrich-Tschanter-Oberschule in Eilenburg. Gestern ging sie in den Ruhestand. Claudia Rudnick übernimmt. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
Eilenburg

„Es ist ein ganz normaler Schultag. Nur das Kollegium hatte um eine kleine Abschiedsrunde gebeten“, sagt Regina Schneider. Gestern war ihr letzter Schultag an der Friedrich-Tschanter-Oberschule in Eilenburg. Seit 40 Jahren lehrt die 63-Jährige an der traditionsreichen Bildungseinrichtung, deren Leitung die ausgebildete Lehrerin für Deutsch und Geschichte 1990 mit manchem Traum und Illusionen übernahm.

Lehrer-Beruf? – Immer wieder

Lehrer sein – würde sie sich wieder dafür entscheiden? „Immer wieder“, antwortet Regina Schneider ohne langes Überlegen sofort. Angefangen hat sie zu DDR-Zeiten auf der im Volksmund bezeichneten „Bergschule“. Damals gab es in Eilenburg noch sechs Polytechnische Oberschulen, wo der Abschluss der 10. Klasse erlangt werden konnte. Übrig geblieben ist davon nur noch eine, in der Mädchen und Jungen von der 5. bis zur 10. Klasse lernen, ihre „Tschanter-Schule“. Ja, ihre Tschanter-Schule, denn die gebürtige Freyburgerin hat drei Mal das Kistenpacken am Ende eines Schuljahres in der Muldenstadt miterlebt. Umzüge, bedingt durch Schulschließungen und Sanierungen, die nach Meinung von Regina Schneider auch ihr Gutes hatten. „Wir als Pädagogen konnten uns bei den Sanierungen und bei der Erweiterung einbringen und Wünsche äußern. Die Stadtverwaltung und alle Beteiligten haben das super gemacht“, blickt sie zurück.

Schulleiterin seit 1990

1990 wurde sie gefragt, ob sie die Leitung einer Schule übernehmen würde. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das einmal so lange dann machen würde“, sagt sie an ihrem letzten Schulleiter-Tag. In den Anfangsjahren mussten viele Entscheidungen getroffen werden. Vieles habe sie aus dem Bauch heraus entschieden. Das sei in den Nachwendejahren auch auf Grund von manch noch fehlendem Gesetz noch möglich gewesen. Sternstunden in ihrer Schulleiterzeit seien beispielsweise das Jubiläum 100 Jahre Friedrich-Tschanter-Schule Eilenburg 1994 oder auch die Eröffnung nach der Sanierung des Hauses gewesen. Gern wird sie sich aber auch an Schulfeste, Kollegen, Abschlussfeiern und anderes mehr erinnern. Stolz schwingt in Regina Schneiders Worten, wenn sie daran denkt, dass inzwischen mancher ihrer letzten Schüler die zweite vor ihr stehende Schülergeneration ist. Stolz ist sie auch darauf, dass fast jeder der Ehemaligen seinen Weg im Leben gefunden hat. Gern hat sie deshalb auch Ehemalige bei Klassentreffen durch das Schulhaus geführt.

Freude auf mehr Zeit mit der Familie

Jeden der heutigen Schüler beim Namen zu kennen, das sei im Laufe der Zeit mit der Zunahme der Schüler schwieriger geworden. Aber sie könne sie zuordnen, meint sie lachend. Rund 620 Schüler besuchen die Bildungseinrichtung in diesem Jahr, 53 Lehrer unterrichten. Dass ihr das Arbeitspensum einmal zu viel geworden sei, kann sie nicht sagen. „Ich bin jeden Tag gern zur Schule gefahren oder gelaufen. Abschalten? Dazu habe ich Action gebraucht“, erzählt sie. Nun freut sich die zweifache Mutter und Oma auf mehr gemeinsame Zeit mit ihrem Mann, dem Rest der Familie, ihrem Garten. „Ich denke, nun werde ich auch dazu kommen, wieder mehr zu lesen“, sagt sie.

Claudia Rudnick ist die Neue

Die letzten Wochen seit Schuljahresbeginn bestritt Regina Schneider mit ihrer Nachfolgerin Claudia Rudnick gemeinsam. Die 37-jährige Leipzigerin, die mit Mann und Kindern nach dem Hausbau den Umzug nach Zschortau plant, hat nach einer Ausbildung zur Ernährungsberaterin Pädagogik studiert. Nach dem Referendariat unterrichtete die Lehrerin für Deutsch und Chemie an Leipziger Schulen, ehe sie sich auf die Schulleiterstelle bewarb. Die gemeinsame Zeit, so die Neue, sei sehr hilfreich, erleichterten das Ankommen.

Von Bärbel Schumann

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