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Eilenburg Furioses Finale mit Karussell und Kunze
Region Eilenburg Furioses Finale mit Karussell und Kunze
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12:26 29.07.2019
Die Band Karussell begeisterte ihre Fans mit neuen und alten Stücken bei den 2. Hohenprießnitzer Schlossfestspielen. Quelle: Foto: Ilka Fischer
Hohenprießnitz

Beim furiosen Finale der 2. Hohenprießnitzer Schlossfestspiele betraten die sechs Rockpoeten der Band Karussell am Freitagabend zu den Klängen von „Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein“ die Bühne. Joe Raschke wurde noch schnell den Dank los, dass die rund 350 Gäste trotz der tropisch warmen Sommernacht auf das Baden verzichtet haben. Dann folgte ein Feuerwerk aus den 150 Songs, mit denen Karussell von 1976 bis 1991 und nach dem Comeback seit 2007 auf den Bühnen tourt. Mit Wolf-Rüdiger Raschke (Keyboard) und Reinhard Huth (Gitarre und Gesang) sind zwar nur noch zwei Urgesteine dabei, doch das Karussell-Feeling samt des Renft-Erbes war sofort wieder da.

Kein Wunder, so erklärte beispielsweise Joe Raschke, dass er die Titel zwar erst viel später gespielt habe, doch als Sohn des Keyboarders verbinde ihn mit den Karussell-Fans, dass er mit dieser Musik aufgewachsen sei. Die Musiker ließen unter anderem die Nacht zum Tag werden, machten das Licht aus, riskierten so viel, schickten Mc Donald mit 1000 Schafen zur Schur und ehrten die Rose. Dass alles in so einem Tempo, dass die Musiker kaum Luft zwischen den Titeln zu holen schienen.

Hymne an „Meine Stadt“

Noch vor der Pause spielten sie dann auch Lieder von ihrem 2018er Album Erdenwind. Bassgitarrist und Sänger Jan Kirsten präsentierte seinen Titel „Wenn es hart wird“ und Joe Raschke erklärte seine besondere Liebe zu Leipzig mit „Meine Stadt“.

Bei den 2. Hohenprießnitzer Schlossfestspielen stand neben der Klassik auch deutsche Rockmusik im Mittelpunkt. Zum Finale spielten Karussell und Heinz Rudolf Kunze.

Auch bei den Fans des alten Karussells kam das an. So meinte Uwe Kulawinski: „Das ist genau meine Kragenweite. Das ruft Erinnerungen hervor. Mir haben aber auch die neueren Titel gefallen. So die Hymne auf Leipzig, selbst wenn ich natürlich überzeugter Bad Dübener bin.“

Lob für Veranstaltungsort

Doch nicht nur Karussell bekam Lob. So meinte Wolf-Rüdiger Raschke gegenüber der LVZ: „Wir freuen uns sehr, in diesem tollen Schlossambiente spielen zu können. Ich war ja auch schon zu Weihnachten mit Kindern und Enkeln hier. Das war fantastisch.“ Ganz großartig fände er zudem, wie hier jüngere Künstler gefördert werden.

Zugaben für Fans

Nach der Pause ging es zunächst besinnlich mit „Loslassen“ weiter. Joe Raschke: „Den Text hat meine Mama gemacht, als wir den Tod einer lieben Person zu verarbeiten hatten.“ In Erinnerung an den 2008 verstorbenen Peter Gläser, der Karussell prägte, spielte er auch gleich noch dessen Blues „Meine strenge Mutter“. Als Zugabe erklatschten sich die Fans dann „Fischlein unterm Eis“, „Ehrlich will ich bleiben“ und die nun textlich unterlegte Eingangsmelodie „Nicht ist unendlich …“. Nichts ist unendlich – das gilt eben auch für dieses tolle Konzert.

Dafür füllte sich dann auch am Samstag wieder der Platz vor der Bühne mit Leben. Liedermacher Heinz Rudolf Kunze stand als weiterer Höhepunkt der diesjährigen Schlossfestspiele auf dem Programm. Das Ambiente konnte wohl nicht besser sein. Die inzwischen lauen Temperaturen, der noch immer strahlend blaue Himmel, kühle Getränke und das stattliche Flair ließen exklusive Stimmung aufkommen.

Kunze auf Solotour

Pünktlich begrüßte Schlossherr Konrad Obermüller mit Frau und Tochter das Publikum und freute sich gemeinsam mit ihnen auf einen tollen musikalischen und geistreichen Wort- und Liederabend. Der Künstler auf der Bühne war am Abend auf Solotour und begrüßte mit eingespielter Lesung die Besucher. Kunze ist für seine scharfe Zunge durchaus bekannt und trug dem auch sofort Rechnung. „Machen sie sich keine Sorgen, für Unterhaltung ist gesorgt“ und weiter begrüßte er mit „Herzlich Willkommen! Schön, dass ich da bin.“

Klavier- und Gitarrenklänge

Zwischen seinen Songs nahm er den Alltag auf die Schippe, prangerte an, was so recht kaum einer ändern will. Vom Dauerfeuer wertloser Informationen – „Wissen sie schon das Neueste? Nein? Seien sie froh!“ – bis zum Einzelkind Jesu, der bei einem alleinerziehenden Vater aufwächst, ließ der bekennende Kurzzeitvegetarier keine Menschengruppe aus, über die es nicht etwas Sarkastisches zu berichten gibt. Abwechselnd zu den Texten präsentierte der deutsche Rocksänger in der ersten Halbzeit neue Songs. Dabei überzeugte er mit seiner besonderen und unverkennbaren Stimme, begleitete sich selbst an der Klampfe oder auf dem Klavier. Egal ob mit Taste oder Saite, es klang einfach nach „Heinz Rudolf Kunze – wie der Name schon sagt“.

Gäste schwingen mit

Inzwischen neigte sich der Schlosshof der blauen Stunde entgegen. Bereits in der Dämmerung leuchtete das Schloss immer wieder in einem anderen Licht. Nun wurden auch die Gäste lockerer, nahmen den Takt auf und ließen sich vom Künstler mitziehen, klatschten, sangen und applaudierten. Die sehr schöne Kulisse, die inszenierte Lichtstimmung und der Klang des Abends ließen Unterhaltung auf hohem Niveau zu.

Von Ilka Fischer und Anke Herold

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