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Eilenburg Garten-Kommission in Eilenburg und Düben unterwegs
Region Eilenburg Garten-Kommission in Eilenburg und Düben unterwegs
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19:18 11.07.2019
Für die 76-jährige Waltraud Welsch hat ihre Anlage Weinberg in Eilenburg schon lange gewonnen - seit 1993 hat sie hier ihren Garten und liebt insbesondere den Duft ihrer Rosen. Quelle: Ilka Fischer
Eilenburg/Bad Düben

Obwohl die schönste Kleingartenanlage aus den 15 Kandidaten beim Wettbewerb des Landkreises Nordsachsens erst am 23. September im Eilenburger Bürgerhaus gekürt werden soll, steht für die Eilenburgerin Waltraud Welsch die Siegerin schon fest. „Ich liebe meinen Garten über alles“, so die 76-Jährige.

Der Landkreis Nordsachsen sucht zum sechsten Mal den schönsten Kleingarten Nordsachsens. Am Donnerstag ist die Jury in Eilenburg und Bad Düben unterwegs gewesen.

„Weinberg“: Ein Garten, der auf Rosen gebettet ist

Seit 1993 hegt und pflegt sie ihre 300 Quadratmeter große grüne Oase in der Anlage „Weinberg“ auf dem Berg in Eilenburg. „Der Duft der Rosen hat es mir besonders angetan“, verrät sie noch. Doch der Verein scheint auch ansonsten auf Rosen gebettet zu sein und nicht nur, weil seit vier Wochen alle 57 Gärten verpachtet sind. Michael Götzke, sowohl Vorsitzender des Kleingartenverbandes der Gartenfreunde Eilenburg als auch der Anlage Weinberg, konnte nämlich auch an zwei neuen überdachte Schutzhütten vor dem Vereinshaus zur Pause einladen. Zudem entsteht hier gerade ein Insektenhotel, zwei neue Schaukästen wurden angeschafft. Der 1924 zunächst in der Fischeraue gegründete Verein profitiert dabei davon, dass er Eigentümer des Geländes ist. Alleinstehende Gartenbesitzer zahlen damit lediglich 42 Euro im Jahr, Paare sechs Euro mehr. Schatzmeister Eberhard Großmann: „Da sammelt sich trotzdem was an.“ Und das werde dann eben auch zum Wohl aller investiert.

Kugelfang“: Bisher geht kein Weg für den Weg rein

Ganz anders stellt sich die Situation im „Kugelfang“ dar. Die Eilenburger Anlage, die im vorigen Jahr ihren 100. Geburtstag feierte, liegt zentrumsnah und idyllisch zugleich. Allerdings floss hier einst die Mulde, woran sie zuletzt 2013 erinnert hat. Doch das Grundwasser ist nicht das einzige drückende Problem. „Seit zwei Jahren suchen wir vergebens nach einem Pächter für unsere Vereinsgaststätte“, erzählt Vereinsvorsitzender Thomas Meckel. Ganz erklärlich ist das nicht, denn der „Kugelfang“ der seinen Namen der einstigen nahen Schießanlage verdankt, liegt nur wenige Meter von Landratsamt und Gericht entfernt, Fußgänger und Radfahrer finden hier Erholung.

Auch die Kleingärtner wissen die Anlage zu schätzen. Derzeit stehen von den 129 Gärten nur sechs leer. Dass sie keine Laube haben, erschwert deren Verpachtung. Doch Thomas Meckel nutzt den Wettbewerb auch, um auf ein Problem der Karl-Neumann-Schüler aufmerksam zu machen, die hier ihren prämierten Schulgarten haben. Bisher, so Meckel, ging im wahrsten Sinne kein Weg rein, dass der direkte Weg von der Schule um wenige Meter verlängert wird. Dabei würde dies den Schulgartenweg erheblich verkürzen. Zumindest bei den Kommissionsmitgliedern traf er mit diesem Wunsch auf offene Ohren.

Heidegrund“: Hier wird gern gemeinsam gefeiert

Mit selbst gebackenem Kuchen und einem frischen Strauß Wiesenblumen begrüßten die Mitglieder des Kleingartenvereins „Heidegrund“ in Bad Düben die Jury-Abordnung. Vereinsvorsitzender Manfred Trommer berichtete, dass es zur Zeit 44 Gärten auf der Fläche von 1,7 Hektar gibt, drei Nutzer haben einen Migrationshintergrund. Aktuell stehe ein Garten zum Verkauf. „Wir haben eine Festwiese mit Wirtschaftshäuschen für unsere Festivitäten, einen Bolzplatz, Tischtennisplatte und Spielplatz für Kinder. Zudem gibt es zahlreiche Nisthilfen, Fledermauskästen und ein Insektenhotel“, zählte Trommer auf.

Die Mitglieder legen außerdem viel Wert auf das Vereinsleben in der Anlage. Und so werden jedes Jahr Weihnachtsfeier, Erntedankfest, Neujahrsessen und Vereinsfeste organisiert. Nächstes Jahr steht ein rundes Jubiläum an. Denn da wird der „Heidegrund“ 40 Jahre alt. Im Juni 1980 wurde die Kleingartensparte unter dem Namen „Karl Liebknecht“ gegründet. Das Anlegen der Gärten war damals eine ziemliche Herausforderung, denn die Fläche war einst eine Müllkippe. Der Vorsitzende der Jury, Robert Schübel, zeigte sich beeindruckt von der Sauberkeit und vom gepflegten Erscheinungsbild. „Ich möchte mich bedanken, dass ihr euch wieder dem Wettbewerb stellt. Die Anlage ist in einem sehr guten Zustand. Man merkt sofort, dass hier ein reges Vereinsleben herrscht“, war er begeistert.

Von Ilka Fischer und Steffen Brost

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