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Eilenburg Geldsegen für Mockrehnas Sportlerheim
Region Eilenburg Geldsegen für Mockrehnas Sportlerheim
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17:07 15.04.2019
Carina Beuche (Mitte) vom SV Frisch-Auf Doberschütz-Mockrehna erklärt anhand der Pläne, was saniert werden soll, v. l. Hauptamtsleiter Michael Thul, Ortsvorsteher Bernhard Wagner, Bauamtsleiterin Simone Meßerschmidt, MdB Marian Wendt und Vereins-Präsident Jürgen Donath. Quelle: Kathrin Kabelitz
Mockrehna

Die Nachricht muss in Mockrehna erstmal verdaut werden – obwohl es eine durchaus positive ist. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat knapp 176 000 Euro aus dem „Sportstättenförderprogramm – Sanierung kommunaler Einrichtungen“ für dringend notwendige Erhaltungsmaßnahmen im Sportlerheim freigegeben. Ein immenser Betrag, der aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Pumphut-Gemeinde etwa den gleichen Betrag oben drauf legen muss. Heißt also: nacharbeiten. Noch ist der neue Doppelhaushalt nicht beschlossen, die Gespräche sind aber fortgeschritten.

Blick auf das Sportlerheim Mockrehna von außen. Quelle: privat

Doch Jürgen Donath, Präsident des Vereins SV Frisch-Auf Doberschütz-Mockrehna macht klar – diese Chance ungenutzt vergehen zu lassen, wäre fatal: „Wir müssen uns jetzt an einen Tisch setzen, in die Augen sehen und eine praktikable Lösung finden.“

Über 1200 Städte und Gemeinden haben sich beworben

Sicher – dass da ein Geldregen kommen könnte, ist so überraschend nicht. Schließlich hatten die Mockrehnaer auf den 2018 veröffentlichten Projektaufruf einen Förderantrag eingereicht – so wie weit über 1200 Städte und Gemeinden bundesweit auch. „Bauamtsleiterin Simone Meßerschmidt hat das Konzept mit uns entwickelt“, sagt Carina Beuche vom Verein. Mit den Jahren 2019 bis 2021 war ein zeitlicher Rahmen grob abgesteckt. Dass es mit den Fördermitteln tatsächlich klappt, ist so selbstverständlich aber nicht. Auch Kommunen aus der Region wie Bad Düben oder Krostitz seien darunter gewesen, so Marian Wendt, gingen aber leer aus.

Carina Beuche zeigt Marian Wendt die Sanitäranlagen, die dringend erneuert werden müssen. Quelle: Kathrin Kabelitz

Der CDU-Bundestagsabgeordnete schaute sich am Montag an, was mit dem Geld gemacht werden soll. „Der Förderbedarf ist groß, leider konnte der Haushaltsausschuss nicht allen nordsächsischen Wünschen entsprechen. Umso mehr freut es mich, dass sich der Einsatz gelohnt hat und die Sportler bald ihr aufgewertetes Sportlerheim nutzen können.“ Mockrehna ist nordsachsenweit die einzige Gemeinde, die diese Förderung bekommt.

Sanierung des Sportlerheims ist dringend notwendig

Wie dringend die Arbeiten sind, machten Vereins-Vertreter bei einem Rundgang durch das 1996 errichtete Gebäude deutlich. „Es geht nicht um goldene Türklinken, sondern um erhaltende Maßnahmen“, so Carina Beuche. Rund 500 Mitglieder hat der Verein, der nach der Fusion mit Doberschütz seit einigen Jahren SV Frisch-Auf Doberschütz-Mockrehna heißt, zehn Sparten gibt es, unter anderem Fußball, Tanzen, Volleyball, Fitness und Kegeln. Der Sportplatz am Sportlerheim wird hauptsächlich für die Kinder- und Jugendarbeit genutzt. Sie habe schon einige Kinder sagen hören, „hier sieht es ja aus wie damals“, erzählt Carina Beuche. Dabei hat der Verein in den letzten Jahren selbst angepackt, Trinkwasserleitungen und Sanitäranlagen in Eigeninitiave auf Vordermann gebracht. Der Sanierungsbedarf aber ist um einiges höher, energetische Sanierung, Heizung, Elektrik, Dämmung, Fenster, Duschbereiche müssen dringend erneuert werden.

Baustart noch nicht terminiert

Wann es losgeht, ist noch nicht klar. Geklärt werden müssen nun erstmal Eigenfinanzierung und Planung, so Ortschaftsrats-Chef Bernhard Wagner. Laut Förderprogramm können die Maßnahmen auf drei Jahre verteilt werden. Marian Wendt, der weiß, wie schwer es oft für Kommunen ist, die Eigenmittel abzusichern, sagt aber auch: Geben Sie Signal, es gibt Lösungen.

Bundesweit werden 186 Projekte unterstützt

Bundesweit werden 186 Projekte mit 300 Millionen Euro aus dem Sportstättenförderprogramm unterstützt, in Sachsen sind das 15,6 Millionen Euro für 20 Projekte. Auf den Projektaufruf 2018 haben Städte und Gemeinden 1238 Projektvorschläge mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung eingereicht. Gemessen an der Einwohnerzahl kamen überdurchschnittlich viele Projektvorschläge aus Kommunen und Kleinstädten in ländlichen Gebieten.

Von Kathrin Kabelitz

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