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Eilenburg Gelsenwasser ist neuer Anteilseigner bei Eilenburger Stadtwerken
Region Eilenburg Gelsenwasser ist neuer Anteilseigner bei Eilenburger Stadtwerken
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18:00 27.08.2017
Freuen sich gemeinsam über die neue Verbindung: Alexander Heckmanns (links), Jens Sielemann, Manfred Hochbein (von rechts) Oberbürgermeister Ralf Scheler, Kämmerin Ulrike Glück und SE-Geschäftsführerin Maike Trulson-Schult. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Die Sache ist besiegelt: Im Blau-Gelb der Stadtwerke mischt nun das Blau-Grün der Gelsenwasser Stadtwerkedienstleistungs-GmbH mit. Sie ist neuer Anteilseigner bei den Eilenburgern. Der Vertrag ist unterschrieben, die ersten gemeinsamen Sitzungen der neu formierten Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrates haben stattgefunden. Dessen neue Mitglieder wollten sich und das Gelsenkirchener Unternehmen nun auch der 30-köpfigen Stadtwerke-Belegschaft vorstellen. Vorbehalte gab es da wohl keine mehr. Eher Erleichterung. Nicht allein, weil da ein Kickers-Gerät in Gelsenwasser-Farben übergeben wurde. Denn, so befindet Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos): „Sie sind die perfekten Partner.“ Beunruhigung war eher vorher, als der in Schwerin ansässige Energie-Riese Wemag signalisierte, seine Anteile, die er zu 49 Prozent hielt, veräußern zu wollen, und keineswegs klar war, wie es mit den Stadtwerken weitergeht. Sicher sei es heutzutage nicht mehr Trend, kommunale Energieversorgung zu privatisieren, “doch wir wissen natürlich, dass das eine kritische Situation ist. Und dass unsere Leistungen leicht von einem großen Unternehmen übernommen werden könnten“, erklärt SE-Geschäftsführerin Maike Trulson-Schult. Schon so manche Stadt hat ihre Betriebe zu Geld gemacht. Aber auch die Stadträte haben sich zum Eilenburger Unternehmen bekannt und mit ihren Beschlüssen den Weg für die neue Partnerschaft geebnet.

Alte Bekannte

Glücklicher Umstand: Die Gelsenwasser AG ist seit fast zehn Jahren Anteilseigner bei den Technischen Werken Delitzsch. „Man kennt sich. Ich hatte schon mal 2006 einen Antrittsbesuch in Eilenburg gemacht“, erklärt Alexander J. Heckmanns, Geschäftsführer Stadtwerkedienstleistungs GmbH. Neben Eilenburger Stadträten nun ebenfalls im Aufsichtsrat sind Betriebsdirektor Manfred Hochbein und Jens Sielemann vom Beteiligungsmanagement. Die Gelsenwasser AG gehört im Wesentlichen den Stadtwerken Bochum und Dortmund. Nur 1,2 Prozent der Aktion sind börsennotiert. Es ist eines der größten Trinkwasserunternehmen Deutschlands mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro. „Ohne die Beteiligungen“, betont Heckmanns. Die gibt es an weiteren 20 Stadtwerken unter anderem auch in Magdeburg, Stendal, Weißenfels, Zeitz und Burg.

Gelsenwasser hält nun bei den Eilenburgern 35 Prozent der Anteile, die Stadt weiterhin 51 Prozent. Und die Stadtwerke Eilenburg selbst sind künftig mit 14 Prozent beteiligt, aber Ausschüttung und Mitbestimmung werden auf die beiden anderen Gesellschafter verteilt.

Kooperation im Blick

„Das operative Geschäft läuft weiter wie bisher“, erklärt Scheler, der den Vorsitz des Aufsichtsrats inne hat. Heißt: keine Änderungen sowohl für Kunden, als auch für Mitarbeiter. Alles andere soll sich entwickeln. „Wir machen alles in Kooperation mit den Kommunen. Das unterscheidet uns von anderen“, erklärt Heckmanns. Bei der technischen und juristischen Vorbereitung der Erweiterung eines Gewerbestandorts kann bereits Know-how aus dem Verbund einfließen. Und die Eilenburger werden nun auch zu den Arbeitsgruppen und -foren eingeladen, die innerhalb der Gelsenwasser-Gruppe bestehen. Kompetenzen würden ausgetauscht. Und die liegen nicht allein in Gelsenkirchen. „Und wenn der Vertrieb in Burg besonders innovativ funktioniert, dann treffen sich halt alle, die mit dem Thema zu tun haben, dort“, erläutert Jens Sielmann. Selbst Rekommunalisierung von Stromnetzen, für Windkraftanlagen und Energieeffizienz-Lösungen gehören mittlerweile zum Portfolio bei Gelsenwasser. In Eilenburg haben sich die drei neuen Aufsichtsratsmitglieder mit Interesse das Blockheizkraftwerk angesehen.

Von Heike Liesaus