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Eilenburg Gemeinsames Training für junge Retter in Eilenburg
Region Eilenburg Gemeinsames Training für junge Retter in Eilenburg
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05:06 25.06.2019
Elias Zimmermann und Nils Zimmermann von der Eilenbuger Jugendfeuerwehr heben Samantha Laurus, die eine verletzte Person darstellt, auf die Trage. Quelle: Steffen Brost
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Eilenburg

Samantha, Veit, Elias und Nils steckten die Köpfe zusammen. Sie besprachen, wie sie die bevorstehende Aufgabe erfolgreich bewältigen können. Eine ohnmächtige Person wurde aufgefunden, sie sollte zur weiteren Behandlung gebracht werden. „Als erstes haben wir die Lebensfunktionen überprüft. Dann haben wir sie in eine stabile Seitenlage gebracht und sie anschließend mit einer Trage über eine bestimmte Wegstrecke transportiert“, erzählte Elias Zimmermann. Alles wurde bewertet. Am Ende gab es nur einen Punkt Abzug, weil die Person nicht mit den Füßen voran auf der Trage transportiert wurde.

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Der Nachwuchs vom Technischen Hilfswerk (THW), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) traf sich jetzt zum gemeinsamen Freundschaftslager an der Eilenburger Kiesgrube. Vor vielen Jahren war das bereits Tradition, ist aber in der Vergangenheit etwas eingeschlafen. Jetzt nahmen die Verantwortlichen des Eilenburger Jugendrotkreuzes das organisatorische Zepter in die Hand und setzten das Campwochenende fort. „Drei tolle Tage haben wir an der Kiesgrube erlebt. Im Vordergrund standen der Spaß, der Austausch und das gegenseitige Kennenlernen. Jeder Teilnehmer hat dabei auch mitbekommen, was die anderen Organisationen so machen und leisten können“, erzählte Susanne Schulze, Jugendleiterin beim DRK.

Impressionen aus dem gemeinsamen Jugendcamp in Eilenburg für junge Retter von DRK, THW und Feuerwehr.

Bereits am Freitagabend war Treff auf dem Zeltplatz, wurden die Zelte aufgebaut. Am nächsten Tag stand gemeinsames Stationstraining auf dem Plan. In fünf bunt durcheinandergewürfelten Teams mussten die Mädchen und Jungen die einzelnen Stationen rund um die Kiesgrube anlaufen. Dabei galt es unter anderem, Erste Hilfe zu leisten. Der Einsatz eines Hebekissens sowie einer großen Wasserpumpe wurden demonstriert, Spaß und Geschicklichkeit wurden getestet, und es gab eine Demokratie-Station.

Gemischte Gruppen für Teamarbeit

„Es war Absicht, dass sich die Gruppen bunt mischen. So sollen sie lernen, im Team zu arbeiten und sich gegenseitig zu helfen“, so Schulze weiter. Der Höhepunkt war eine gemeinsame Abschlussübung zum Thema „Retten und Bergen“ in einem leerstehenden Industriegebäude auf dem Gelände. „Das THW rettet und birgt die Verletzten, das DRK versorgt sie und die Feuerwehr führt ein Löscheinsatz durch“, erklärte Schulze.

20 ehrenamtliche Helfer dabei

Die drei Hilfsorganisationen hatten ein großes Equipment aufgebaut, auch die Küchenversorgung komplett selber erledigt und die inhaltlichen Dinge des Freundschaftscamps organisiert. Allein dafür standen 20 ehrenamtliche Helfer zur Verfügung, um es den 25 Teilnehmern so schön wie möglich zu machen. Ganz genau nahmen auch die Vorstandsmitglieder des DRK die Übung des Nachwuchses unter die Lupe.

„Es ist schön zu sehen, dass in allen Bereichen Nachwuchs vorhanden ist und es ehrenamtliche Menschen gibt, die sich darum kümmern“, war Andre Becht vom Präsidium des DRK sowie als Vertreter der Stadt Eilenburg begeistert. Das sah Jugendleiterin Susanne Schulze auch so. „Wir haben zur Zeit keine Nachwuchssorgen. Im Jugendrotkreuz gibt es aktuell 14 Mitglieder zwischen sechs und 27 Jahren. Dieses Jahr haben wir noch eine Bambinigruppe aufgemacht. Aber Werbung muss man immer machen, damit ständig neue Kinder für unsere Arbeit begeistert werden“, so Schulze.

„Das hat richtig Spaß gemacht“

Den Teilnehmern gefiel das spannende Wochenende jedenfalls. „Das hat richtig Spaß gemacht. Ich bin vor einem Jahr durch Freunde zur Jugendfeuerwehr gekommen. Ich freue mich auf jeden Dienst, den wir gemeinsam durchführen“, sagte die zwölfjährige Marie Krieger.

Von Steffen Brost