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Eilenburg Giftalarm im Geflügelbetrieb in Mockrehna
Region Eilenburg Giftalarm im Geflügelbetrieb in Mockrehna
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15:31 09.12.2019
In der Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktions GmbH in Mockrehna sind offensichtlich Giftstoffe ausgetreten. Quelle: Nico Fliegner
Mockrehna

Ausnahmezustand am Montagvormittag an der B 87: Feuerwehr, Rettungsfahrzeuge und Einsatzwagen des Katastrophenschutzes rücken nach Mockrehna aus. Bei der Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktions GmbH sind offenbar Giftstoffe ausgetreten. Eine Gefährdung der Bevölkerung könne aber ausgeschlossen werden, betonte das Landratsamt Nordsachsen.

Mitarbeiter kommen ins Krankenhaus

Das Firmengelände wurde evakuiert und abgesperrt. Laut Feuerwehrangaben wurden bei dem Vorfall 17 Firmenmitarbeiter leicht verletzt. Sie wiesen Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung auf und wurden sofort in Krankenhäuser gebracht, meist nach Oschatz und Torgau. Alle anderen anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebes – etwa 200 – wurden zunächst in der Turnhalle Mockrehna untergebracht und durchgecheckt. Anschließend wurden auch sie für weitere vorsorgliche ambulante Untersuchungen auf Krankenhäuser der Region verteilt.

Den ganzen Vormittag fuhren Rettungswagen mit Blaulicht durch das Dorf und auf der Bundesstraße 87, um die Mitarbeiter in die Kliniken zu bringen. Zudem war ein Bus im Einsatz, der um die 50 Leute transportieren konnte. Zielorte waren unter anderem das Leipziger Krankenhaus St. Georg und die Uniklinik Leipzig.

Suche nach Ursache

Die genaue Ursache für die Havarie ist noch nicht bekannt. Wie ein Feuerwehrsprecher vor Ort erklärte, versuchte ein Messtrupp des Katastrophenschutzes, die Quelle für das ausgetretene Gift zu finden. Ebenfalls vor Ort sind zwei Mitarbeiter der Landesdirektion Sachsen aus dem Bereich Arbeitsschutz.

Das Betriebsgelände wurde für Arbeiter gesperrt. Auch Besucher wurden nicht auf das Gelände gelassen. Behördenmitarbeiter, die nach und nach zum Einsatzort kamen, mussten sich ausweisen, um Zutritt zu erhalten.

In der Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktions GmbH in Mockrehna sind offensichtlich Giftstoffe ausgetreten. Die Mitarbeiter sind evakuiert und kommen in Krankenhäuser.

Zahlreiche Helfer im Einsatz

Die Alarmierung der Helfer durch die Leitstelle erfolgte am Morgen kurz nach 7 Uhr. Insgesamt seien 43 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen, berichtete das Landratsamt Nordsachsen. Gegen 15.30 Uhr war der Einsatz dann weitgehend beendet. Einsatzleiter vor Ort war Frank Dörschmann von der Feuerwehr Mockrehna. „Wir hatten schon schwere Verkehrsunfälle mit vier oder fünf Verletzten, auch mal mit 13 Verletzten. Aber so einen ABC-Einsatz mit Massenanfall von Verletzten hatten wir noch nie in unserer Feuerwehrgeschichte.“ Laut Dörschmann sei der Einsatz aber reibungslos verlaufen. „Wenn es einmal läuft, dann läuft es. Jeder weiß, was er zu tun hat.“ Im Einsatz waren die Feuerwehren Mockrehna, Audenhain, Wildenhain, Torgau und Oschatz, sowie Katastrophenschützer. Hinzu kamen 51 Rettungsdienstkräfte.

In der Schule in Mockrehna fiel der Sportunterricht wegen der Katastrophenlage aus. Nach Angaben der Schule wurden die Schüler in der Zwischenzeit anderweitig im Schulgebäude beschäftigt.

Das Unternehmen

Das Sortiment der Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktions GmbH in Mokrehna umfasst Geflügel, Feinkost, Tiefkühlkost und Convenience Produkte. Sie ist ein Unternehmen der Sprehe Gruppe. 1987 waren die Sprehe Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Handels GmbH & Co. KG und der S&H Tiefkühlfeinkost Produktions GmbH gegründet worden. 1991 erfolgte der Erwerb des ehemaligen Treuhandbetriebes „Gräfendorfer Geflügel“ in Mockrehna und der Umbau zu einem integrierten Geflügelverarbeitungsbetrieb. Durch Erwerb und Übernahme ist die Gruppe stetig gewachsen. Sie sei einer der größten und leistungsstärksten Vollsortimenter für frische und tiefgekühlte Fleischwaren in Europa, heißt es auf der Homepage. Die Sprehe Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Handels GmbH & Co. KG hat ihren Sitz im niedersächsischen Lorup.

Von Nico Fliegner

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