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Eilenburg Giftalarm in Mockrehna: Jetzt steht die Ursache fest
Region Eilenburg Giftalarm in Mockrehna: Jetzt steht die Ursache fest
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15:26 10.12.2019
Blick auf die Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktions GmbH in Mockrehna. Am Montag war das Gelände wegen eines Katastrophenfalls gesperrt. Quelle: Nico Fliegner
Mockrehna

Am Tag nach demGiftalarm bei der Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktions GmbHin Mockrehna bleiben Fragen, wie es zu dem ABC-Einsatz mit Massenanfall von Verletzten kommen konnte. Hier ein Überblick zum aktuellen Stand:

Wie geht es den betroffenen Mitarbeitern des Geflügelbetriebes?

24 Beschäftigte werden noch in den Krankenhäusern Eilenburg, Torgau, Oschatz, Wurzen, Leipzig und Halle stationär behandelt (Stand: Dienstagmittag). Die anderen konnten am Montag wieder die Krankenhäuser verlassen, die Rückführung mittels Krankentransport nahm allerdings etwas Zeit in Anspruch, weil parallel in Dölzig die Bombenentschärfung lief und Kräfte dort gebunden waren. Insgesamt, so informierte das Landratsamt, gab es 234 Patienten. Am Dienstag hatten sich Beschäftigte des Mockrehnaer Betriebes arbeitsunfähig gemeldet.

Welche Symptome zeigten die Mitarbeiter?

Einige, die sich zum Zeitpunkt der Katastrophe in der Produktionshalle aufhielten, zeigten Symptome, die auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung schließen ließen. Bei anderen war die Symptomatik unklar.

Steht die Ursache inzwischen fest?

Ja, nach Angaben des Landratsamtes Nordsachsen habe es sich um eine erhöhte Kohlenmonoxid-Belastung in der Produktionshalle gehandelt. Woher das giftige Gas allerdings stammt beziehungsweise wo es ausgetreten ist, ist nach wie vor unklar. Kohlenmonoxid – kurz CO, auch Kohlenstoffmonoxid – ist ein giftiges Gas, das man weder sehen, schmecken noch riechen kann. Es entsteht unter anderem bei unvollständigen Verbrennungsvorgängen von fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas, Kohle, Holz, Holzkohle und Petroleum. Gefährlich wird es, wenn die Verbrennungsvorgänge in geschlossenen Räumen stattfinden und nicht wie beim Grillfest unter freiem Himmel. Bei defekten Geräten oder Anlagen entsteht ein Abgasrückstau oder –rückstrom. Die Feuerwehr hat am Montag gegen 14.30 Uhr die letzte Messung in dem Betrieb durchgeführt, so Mockrehnas Feuerwehrchef und Einsatzleiter Frank Dörschmann. Dabei sei in der Produktionshalle mittels Prüfröhrchen die Luft am Boden und in der Höhe auf verschiedene Giftstoffe untersucht worden.

Was sagt das Unternehmen zu dem Vorfall?

Die Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktions GmbH schweigt. Das Unternehmen wollte keine Angaben machen. Man werde sich gegenüber den Medien nicht zu dem Vorfall äußern, sagte eine Mitarbeiterin am Telefon auf Nachfrage. Unbestätigten Informationen zufolge soll die Arbeit noch am Montagnachmittag in dem Geflügelbetrieb wieder aufgenommen worden sein.

Waren die Einsatzkräfte überhaupt auf so ein Szenario vorbereitet?

Ja, denn es finden regelmäßig im Landkreis verschiedene Übungen von Feuerwehren und Katastrophenschutz statt, auch im Zusammenspiel mit Krankenhäusern. Selbst in Mockrehna wurden schon diverse Szenarien durchgespielt, so Wehrleiter Frank Dörschmann. „Natürlich gibt es zwischen einer Übung und einem Ernstfall Unterschiede.“ Wichtig sei aber am Ende, dass alles funktioniert. Der ABC-Einsatz mit Massenanfall von Verletzten war der erste und wohl größte in der Geschichte und unter Leitung der Gemeindefeuerwehr.

Von Nico Fliegner

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