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Eilenburg Grundschule Jesewitz wird größer
Region Eilenburg Grundschule Jesewitz wird größer
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16:14 18.04.2019
Bürgermeister Ralf Tauchnitz, Minister Sebastian Gemkow, Schulleiterin Kerstin Bröse, Ortsvorsteherin Irmtraud Hügl und Architekt Hagen Weidemüller (von links) beim Spatenstich für den Schulanbau in Jesewitz.
Bürgermeister Ralf Tauchnitz, Minister Sebastian Gemkow, Schulleiterin Kerstin Bröse, Ortsvorsteherin Irmtraud Hügl und Architekt Hagen Weidemüller (von links) beim Spatenstich für den Schulanbau in Jesewitz. Quelle: Wolfgang Sens
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Jesewitz

Da widersprach die Schulleiterin Kerstin Bröse dann doch. Schließlich hatte der Jesewitzer Bürgermeister Ralf Tauchnitz (WV) bei dem feierlichen ersten Spatenstich für den Schulanbau festgestellt, dass mit diesem und den ebenfalls in den nächsten Tagen beginnenden Arbeiten am Sportplatz „an der Schule dann nichts weiter zu tun ist“. Da musste die Schulleiterin einfach mit: „doch, lernen“ gegenhalten. Sie fand mit den Schülern und Kollegen in den vergangenen Tagen aber trotz des Lernens genug Zeit, den kleinen Festakt am Donnerstagmittag ansprechend vorzubereiten.

Minister Gemkow überreicht 600 000 Euro

600 000 Euro bekommt man schließlich nicht alle Tage überreicht. Diese Fördersumme aus dem Investitionsprogramm Schule hatte der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) als symbolischen Scheck für den Schulanbau dabei, der bereits nach den Winterferien 2020 nutzbar sein soll. Weitere 200 000 Euro kommen dafür aus der Gemeindekasse dazu.

Start für die Vergrößerung der Schule in Jesewitz. Die Großen haben den Spatenstich vollzogen. Die Kinder haben ein Modell gebastelt und gesungen.

Wofür das Ganze gebraucht wird, wusste der Nachwuchs ganz genau. Nach dem Singen der Schulhymne, begrüßten Drittklässler die Gäste nämlich mit den Worten:

Noch ist uns’re Schule klein, doch das wird nicht mehr lange so sein.

Lkw und Bagger werden hier stehen, ich kann schon die Spaten sehen.

Vier neue Zimmer werden gebaut, bis zum Winter, da wird es laut.

Spitze finden wir auch einen neuen Raum für Werken,

den Unterschied werden wir deutlich merken.

Bei Sebastian Gemkow kam die Begeisterung der Schüler gut an. „Ihr habt eine großartige Hymne, das hat mich tief bewegt“, sagte er.

Tolle Schule mit tollen Angeboten

Ralf Tauchnitz erinnerte dann seinerseits daran, dass dies für die 1960/61 erbaute Schule nach 1975 der zweite Anbau sei. Die Gemeinde investiere aber gleichzeitig bei 40-prozentiger Förderung rund eine weitere Viertelmillion Euro in den Sportplatz. Dafür bekommen die Schüler eine neue Weitsprunganlage, eine 50-Meter-Bahn und einen Bolzplatz.

Auf diesem wird dann sicher auch mal Roberto Kroll spielen, obwohl er als Viertklässler von den jetzigen Investitionen ansonsten selbst nichts mehr hat. Der Gostemitzer lobt dennoch seine Schule, weil „es hier viele Arbeitsgemeinschaften wie zum Beispiel Fußball gibt“.

Doch an diesem Tag galt es für Minister, Bürgermeister, Ortsvorsteherin, Schulleiterin und Architekt nicht mit dem Ball das Tor, sondern erst mal mit dem Spaten die harte Erde zu treffen. „Nach den Osterferien“, so der Architekt Hagen Weidemüller, „wird der Bauzaun stehen.“ Und der Nebeneingang, der dem Anbau weichen muss, sollte dann schon von den Baggern weggeknabbert sein.

Hier widerspricht die Schulleiterin nicht

Verena Milbrecht wird das ganz genau verfolgen. „Ich will Konstrukteurin werden“, so die zehnjährige Jesewitzerin. Ihre Klassenkameradin Selina Schindler freut sich dagegen einfach, „dass „endlich was Neues hinkommt“. Denn eine Klasse habe schon in den Hort ausweichen müssen. Mehr Platz kommt aber sicher auch dem „Förderband“ zugute, das Maja Jaentschel lobt. „Das haben wir jetzt immer am Donnerstag in der zweiten Stunde. Einige sind bei Yoga oder Computer, ich selbst mache da Leichtathletik.“

Übrigens, selbst der Schulgartenunterricht profitiert von den jetzigen Arbeiten. Denn Hagen Weidemüller, dessen Büro die fünf Spaten mitgebracht hatte, spendierte diese im Anschluss mit den Worten: „Die werden doch sicher gebraucht.“ Und da widersprach die Schulleiterin nicht.

Von Ilka Fischer