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Eilenburg Hochwasserschutz: An der Mulde ist noch viel in Fluss
Region Eilenburg Hochwasserschutz: An der Mulde ist noch viel in Fluss
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08:09 14.01.2019
Die Firma Matthai arbeitet an der Hochwasserschutzmauer Mühlgraben in Eilenburg. Derzeit ruhen die Arbeiten witterungsbedingt. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg / Bad Düben

Trotz des verregneten Jahresauftaktes scheint das nächste Hochwasser weit weg. Dennoch kommt es vermutlich schneller als uns allen lieb ist. In Sachen Hochwasserschutz entlang der Mulde in Nordsachsen ist noch viel im Fluss. Was die Landestalsperrenverwaltung (LTV) 2019 und in den Folgejahren vorhat, hier ein Überblick.

In Eilenburg wird am Mühlgraben gebaut

Fertigstellungen: In Eilenburg wird dennoch bis Herbst 2019 für rund 1,5 Millionen Euro ein rund 700 Meter langes Teilstück der Mauer am Mühlgraben erhöht, bei Laußig wird an dem acht Kilometer langen Deich noch einmal nachgesät.

Neue Baustelle: Siel Laußig

Siel Wallgraben Laußig: Die rund eine Million Euro teuren Arbeiten am 2013 zerstörten Siel inklusive Rückbau der Spundwand und Instandsetzung des Deiches werden im ersten Quartal 2019 ausgeschrieben und sollen ab September 2019 umgesetzt werden. „Unmittelbar daneben“, so informierte Axel Bobbe, Leiter der Landestalsperrenverwaltung, weiter, „wird dann noch ein Auslaufbauwerk mit zwei jeweils sieben Meter großen Stemmtoren errichtet.“ Dieses rund 1,5 Millionen Euro teure Projekt befindet sich allerdings erst in der Planungs- und Genehmigungsphase. Für das Auslaufbauwerk, mit dem das bei einem extremen Hochwasser (statistisch alle 50 Jahre) über die Deiche strömende Wasser wieder abgeleitet werden kann, gibt es aber noch keinen konkreten Bautermin.

Gruna muss weiter bangen

Ringdeich Gruna: Noch keinen Bau-Termin gibt es nach wie vor für den Ringdeich Gruna, der das 180-Einwohner-Dorf selbst vor einem sogenannten Jahrhunderthochwasser schützen soll. Hier werden noch immer die Genehmigungsunterlagen erarbeitet. Insbesondere geht es dabei um umfangreiche nachgeforderte naturschutzfachliche Unterlagen. Die Gesamtunterlagen sollen nun im zweiten Quartal 2019 erneut eingereicht werden.

Schnaditz bleibt bis 2021 Großbaustelle

Ringdeich Schnaditz / Polder Löbnitz: Bei dem insgesamt acht Kilometer langen Bauwerk um Schnaditz hat die LTV 2019 die reichlich drei Deichkilometer im Süden im Blick. Die 1,5 Kilometer bei Schnaditz werden ab Januar gebaut, die östlicheren 1,8 Kilometer bis zur B 2 dann ab September. Mit der Gesamtfertigstellung des Ringdeiches Schnaditz rechnet die Landestalsperrenverwaltung allerdings erst im Jahr 2021. So befindet sich die LTV für die beiden Straßenübequerungen S 12 und B2 noch im Genehmigungsverfahren.

Der Ringdeich selbst wiederum gehört zum Polder Löbnitz, mit dessen gezielter Flutung voraussichtlich ab 2022 der Wasserspiegel bei Profiroll um rund 70 Zentimeter gesenkt werden kann. Noch offen sind dabei das Einlaufbauwerk Wellaune und das Auslaufbauwerk Löbnitz. Beide sollen im Frühjahr ausgeschrieben und ab Jahresende gebaut werden. Parallel dazu wird in diesem Jahr die Ausführung des 700 Meter langen Flügeldeichs Tiefensee geplant.

Mauer in Bad Düben in der Warteschleife

Gewerbegebiet Süd-Ost in Bad Düben: Für die 400 Meter lange und bis zu 1,20 Meter hohe Mauer, die das bisher hochwassergefährdete Drittel des Bad Dübener Gewerbegebietes Süd-Ost vor dem in die Mulde fließenden Schwarzbach schützen soll, gibt es noch keinen Bau-Termin. Das 1,5 Millionen Euro teure Projekt steckt im Genehmigungsverfahren und hängt auch mit dem nachfolgenden Projekt Schwarzbach Battaune zusammen.

Schwarzbach-Projekt stößt auf Widerstand

Schwarzbach Battaune: Bei der von der Naturschutzbehörde gewollten Ausgleichsmaßnahme für die Mauer im Gewerbegebiet Süd-Ost soll der Schwarzbach auf Battauner Fluren auf einer Länge von 750 Metern umgestaltet werden. In dem Planfeststellungsverfahren lief bis zum 18. Dezember das Anhörungsverfahren, das nun ausgewertet werden muss. In Battaune selbst stößt das Vorhaben, vorsichtig formuliert, auf viel Gegenwehr. Battauner Grundstücke sollen für einen besseren Hochwasserschutz in Bad Düben geopfert werden, so ein Tenor. Prinzipiell wird ein Anstieg des Grundwasserspiegels mit ungeahnten Folgen auch für die Häuser befürchtet.

Der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz steht dabei auf der Seite der Battauner. Er forderte sie auf einer Informationsveranstaltung Anfang November explizit auf, Bedenken anzumelden. Bei der Landestalsperrenverwaltung bewertet man das anders. Dessen Leiter Axel Bobbe: „Diese Gefahren sehen wir so nicht.“ Ob und wann es weitergeht, hängt vom Ausgang des Verfahrens ab.

Von Ilka Fischer

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