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Eilenburg Internationales Workcamp: Anpacken für Eilenburg
Region Eilenburg Internationales Workcamp: Anpacken für Eilenburg
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19:37 30.07.2019
Gute Laune trotz Hitze – die Teilnehmer des Workcamps Eilenburg 2019 mit Sozialarbeiter Ron Bräunig. Quelle: Hanna Gerwig
Eilenburg

Die Sonne brennt. Es ist einer dieser Tage, an denen es am Vormittag schon so heiß ist, dass die Stadt wie ausgestorben wirkt. Wer kann, verbringt die Stunden bis zum Abend im klimatisierten Büro, vorm heimischen Ventilator oder am See. Für die Teilnehmer des diesjährigen Eilenburger Workcamps kein Grund, ihre Arbeit zu unterbrechen – und das, obwohl es im Skaterpark vor dem Jugendclub „House 6 Cloud“ kaum Schatten gibt. Aber eben das soll sich ändern. Jedes Jahr kommen in Eilenburg junge Menschen aus aller Welt zusammen und engagieren sich für ein gemeinnütziges Projekt. Diesmal steht unter anderem der Bau einer schattenspendenden Waldschenke im Skaterpark auf dem Programm. Eine zweite Gruppe kümmert sich außerdem um Malerarbeiten am Tropenhaus im Tierpark.

Die Workcamp-Teilnehmer bei der historischen Schulstunde. Quelle: Stadtverwaltung Eilenburg

Internationale Freundschaften in Eilenburg

„Ich komme aus Spanien, so ein Wetter bin ich gewohnt“, sagt die 19-jährige Elena Millán. In Deutschland kühle es immerhin in der Nacht noch ab. Angenehm, finden auch die Italienerinnen Gaia Giovannelli und Livia Turone. Die beiden Freundinnen haben gerade die Schule abgeschlossen und wollen ihren vorerst letzten freien Sommer gemeinsam verbringen. Auf die Workcamps des Vereins „Icja“, der internationale Freiwilligendienste organisiert, wurden sie durch Freunde aufmerksam. „Wir wollten uns in Europa nützlich machen und natürlich auch neue Leute kennen lernen“, sagt Gaia. „Mir hat mein Bruder gesagt, dass ich unbedingt nach Deutschland gehen soll, weil hier die Landschaft so schön ist. Und ich liebe es“, fügt Elena hinzu.

Nicht Berlin, nicht HamburgEilenburg

Während die Teilnehmer bei der Arbeit lachen und zu spanischen Rhythmen tanzen, bleibt Sozialarbeiter Ron Bräunig lieber am Rand des Skaterparks, unter einem Baum. Im Gegensatz zu seinen Schützlingen macht ihm die Hitze zu schaffen. „Das war auch während unserer Stadtführung in Leipzig schon so extrem“, erzählt er. Aber immerhin sei es danach noch zum Paddeln auf den Heine-Kanal gegangen. Das Eilenburger Camp ist bekannt dafür, dass die Jugendlichen sich nicht nur sinnvoll einbringen, sondern auch viel unternehmen können. Diese Woche besuchen die Teilnehmer unter anderem Berlin, veranstalten ein Barbecue und ein Abschiedsfest. Das spricht sich rum. „Wir sind immer die ersten, die in Deutschland ausgebucht sind“, sagt Ron Bräunig stolz. „Nicht Berlin, nicht Leipzig, nicht Hamburg – sondern Eilenburg.“

Stadt unterstützt Jugendaustausch

In diesem Jahr kommen die jungen Erwachsenen aus Taiwan, Serbien, Weißrussland, Russland, Frankreich, der Türkei und Spanien. Ihre Anreise müssen sie selbst finanzieren, darüber hinaus wird das Workcamp durch die Stadt und „Icja“ getragen. Untereinander verständigen sich die Teilnehmer auf Englisch – so ist es am einfachsten. Einige, unter ihnen die Russin Katja Afonina, wollen aber auch ihr Deutsch verbessern. „Ich will hier auch einfach ein bisschen von Muttersprachlern lernen“, sagt die 23-jährige Katja, die Deutsch auf Lehramt studiert. Gelegenheit dazu hat sie vor allem am Abend, wenn auch die Jugend aus Eilenburg zum House 6 Cloud kommt – meist zum Volleyballspielen.

„Das klappt hier gut mit der Jugendbegegnung“, sagt auch Ron Bräunig. Ihm ist wichtig, dass die Gruppen nicht nur unter sich bleiben, sondern sich auch gegenseitig kennen lernen. Ihre Eindrücke sollen die Jugendlichen später mit ihren Freunden und ihrer Familie sowie über einen Abschlussbericht mit der Entsendeorganisation und ihren Nachfolgern teilen. „So werden sie dann ein bisschen zu Botschaftern für Eilenburg in der Welt“, sagt Ron Bräunig.

Von Hanna Gerwig

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