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Eilenburg Jesewitz wird Testschule für Inklusion
Region Eilenburg Jesewitz wird Testschule für Inklusion
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10:24 29.06.2019
Blick auf die Grundschule in Jesewitz. Quelle: Nico Fliegner
Jesewitz

Die Grundschule in Jesewitz wird ab 1. August eine von 17 Testschulen im Freistaat. Dann startet die sachsenweite Pilotphase zur Inklusion an Grundschulen. Bedeutet, dass auf sonderpädagogische Diagnostik in den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung vor der Einschulung oder in Klassenstufe 1 verzichtet wird. Dafür erhalten die Schulen personelle Verstärkung, um der Aufgabe der Inklusion, also wenn Kinder mit und ohne Behinderung zusammen lernen, gerecht zu werden. Die Gemeinde Jesewitz kann nunmehr bis Sommer 2023 eine pädagogische Unterstützungskraft für 30 Wochenstunden einstellen – und hat dafür Fördermittel von insgesamt 191 870 Euro bewilligt bekommen.

Gemeinderat folgt Vorschlag der Schule

„Das ist eine Bereicherung für unsere Schule“, sagt Kerstin Bröse, die Leiterin der Einrichtung, und ist froh, dass der Gemeinderat nach langer und kontroverser Debatte dem personellen Vorschlag der Schule gefolgt ist und sich im Rahmen einer Bewerbungsphase für die Leipzigerin Annett Kretzschmar entschieden hat. Die Sozialpädagogin hat bereits als Schulbegleiterin in Jesewitz gearbeitet. Sie hat Erfahrungen und passt gut ins Team. Insgesamt gab es vier Bewerber auf die Stelle an der Schule in Jesewitz.

Anstellung bei der Kommune

Im Unterschied zu den Lehrern wird die pädagogische Unterstützungskraft direkt bei der Gemeinde angestellt. So will es das Förderprogramm. Der Gemeinde entstehen aber keine zusätzlichen Kosten, weil die Stelle komplett gefördert wird. Sollte es in den nächsten Jahren zu Lohnsteigerungen im Zuge von Tarifverhandlungen kommen, sei die Stundenzahl die Stellschraube, erklärte Verwaltungsverbandschef Michael König. Dann würden die Stunden entsprechend runtergefahren. Zusätzliches Geld gebe es nicht.

Inklusion ist nicht neu an der Jesewitzer Schule. Schon 2008 war ein Kind mit Down-Syndrom aufgenommen worden. Alle Schüler profitierten davon, entwickelten soziale Kompetenzen, nahmen Rücksicht und halfen. Mit der im August beginnenden Pilotphase verspricht sich die Schule viel. Die Erfahrungen aller Testschulen werden dann in einen Bericht zum 30. September 2021 an den Sächsischen Landtag gehen, der wiederum bis zum 30. Juni 2022 über eine flächendeckende Einführung ab dem Schuljahr 2023/2024 entscheidet. Im Landkreis Nordsachsen nimmt neben der Grundschule in Jesewitz auch die in Arzberg an dem Pilotprojekt teil.

Von Nico Fliegner

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