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Eilenburg Kinder lernen in Eilenburg schwimmen
Region Eilenburg Kinder lernen in Eilenburg schwimmen
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13:36 01.12.2018
Der achtjährige Anton (2. v. r.) und seine Klassenkameraden aus der Grundschule Jesewitz haben keine Angst mehr vor dem Wasser. 
Der achtjährige Anton (2. v. r.) und seine Klassenkameraden aus der Grundschule Jesewitz haben keine Angst mehr vor dem Wasser.  Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

 Die Eilenburger Schwimmhalle wird am 13. Dezember 40 Jahre alt. Sie zählt mit jeweils über 86 000 Besuchern zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen in der Stadt. Aber wie begann 1978 alles, wer war am Aufbau beteiligt, wer wirkte und wirkt heute in der Schwimmhalle und was wird geboten? In einer kleinen Serie wollen wir Ihnen, liebe Leserin und Leser, die Menschen vorstellen, die was zu erzählen haben. Heute: Die Schulschwimmkinder der Grundschule Jesewitz.

Das Logo der LVZ-Serie zum Jubiläum. Quelle: Patrick Moye

Bunte Tupfen wimmeln im hellblauen Wasser: Badekappen, Schwimmbretter, Styropornudeln. Die Zweitklässler der Grundschule Jesewitz sind für ihren Schwimmunterricht gut ausgerüstet. „Die Spielsachen hier mag ich auch am liebsten“, sagt der 8-jährige Anton. Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden Vincent (7) und Jannick (8) lernt Anton das Schwimmen in der Schwimmhalle Eilenburg von Grund auf. „Ich kann so halb schwimmen“, erklärt Jannick eigentlich ganz zufrieden. „Und ich kann noch gar nicht schwimmen“, sagt Anton nicht minder vergnügt.

Die Angst vor dem Wasser

Angst vor dem Wasser haben die beiden jedenfalls nicht mehr, und das ist vielleicht auch der Verdienst von Schwimmlehrerin Heike Kitzing: „Zuallererst gehen wir einmal ins Wasser und versuchen, die Nase unterzutauchen, das ist für einige schon eine Herausforderung“, erzählt die vitale Frau, die in Shorts am Beckenrand steht und Anweisungen gibt. Ist die Angst vor dem Wasser aber einmal besiegt, ist das Schlimmste meist schon geschafft. „Es ist natürlich unterschiedlich, aber manche Kinder lernen das Schwimmen dann innerhalb von drei bis vier Monaten.“ Wie 500 andere Grundschulkinder aus Eilenburg und Umgebung kommen Anton und seine Mitschüler einmal in der Woche zum Schwimmunterricht nach Eilenburg.

Ein Drittel der Badegäste sind Schüler

Fast ein Drittel der Badegäste seien Schüler, erklärt Michel Müller, der Leiter der Schwimmhalle in seinem Büro. Gerade blättert er anlässlich des 40. Geburtstags in alten Zeitungen nach Artikeln über seine Schwimmhalle. „Spätestens seit 1980 kommen auch Schüler hierher“, sagt er. Im Jahr 2017 seien es genau 19 297 gewesen. „Ohne diese Schwimmhalle würden manche Kinder gar nicht Schwimmen lernen“, davon ist Sportlehrerin Heike Kitzing überzeugt. Viele Eltern hätten selbst keinen Bezug zum Wasser und gäben den ihren Kindern deshalb auch nicht mit. Bei Heike Kitzing selbst war das anders. Sie erinnert sich noch gut an die Eröffnung der Eilenburger Schwimmhalle vor 40 Jahren. „Damals war ich in der neunten oder zehnten Klasse. Wir waren oft nach der Schule hier. Das war fantastisch.“

Auf dem Wege zum Seepferdchen

Nun also fährt sie mit ihren Schützlingen einmal die Woche aus Jesewitz mit dem Bus herüber, zehn Minuten dauert das meist nur. Manche schwimmen schon sehr sicher, für andere ist der Weg zum Seepferdchen noch weit. Nun aber geht es auch für die Gruppe der Nichtschwimmer in das große Becken. Mit der Schwimmnudel unterm Arm lässt sich einer nach dem anderen mutig ins tiefe Wasser fallen: „Ist ganz ok!“, versichert der kleine Anton auf Nachfrage mit einem Lächeln im Gesicht. „Angst habe ich schon ein bisschen gehabt, aber trotzdem!“

Bisher erschienen sind in dieser Serie:

Schwimmhallen-Bau: Eilenburger hatte das Kommando

Eilenburgs Schwimmhalle – ein „Schwarzbau“

Jürgen Zwiener erzählt von der Schwimmhalle

Eilenburg: Schwimmhalle kostete vier Millionen DDR-Mark

Von Anna Flora Schade