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Eilenburg Nachbarn fürchten Shisha-Lounge in Eilenburg
Region Eilenburg Nachbarn fürchten Shisha-Lounge in Eilenburg
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06:24 23.03.2019
Monika Neumann-Wächtler (76) betreibt in Eilenburg das Lokal „Monis Kleine Oase“ in der Torgauer Straße, darüber wohnt sie und daneben will eine Shisha-Lounge eröffnen. Der Wasserpfeifen-Dampf, der dann aus einem Rohr an die Umwelt entweicht (kleines Foto), würde sie und einen Nachbarn stören. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Ein silberfarbener Schlot, der auf der Rückseite eines Hauses in der Torgauer Straße in Eilenburg gen Himmel ragt, sorgt derzeit für Unmut bei Anwohnern. Denn irgendwann wird es aus dem Schornstein dampfen. „Den Abzug bekomme ich dann direkt in mein Schlafzimmer“, mutmaßt Monika Neumann-Wächtler, die nebenan die Gaststätte „Monis Kleine Oase“ betreibt und darüber ihre privaten Wohnräume hat.

Shisha-Bar will eröffnen

Was es mit dem Rohr auf sich hat, ist schnell erklärt: Neben ihrer Gaststätte soll eine Shisha-Lounge eröffnen. In so einer Bar werden Wasserpfeifen geraucht. Shisha-Bars sind vor allem bei jungen Leuten beliebt. Und weil es in solchen Bars vor allem dampft, muss eben jener Dampf auch irgendwohin. Entsprechende Werbung für die Bar steht schon am Gebäude, geöffnet ist sie indes noch nicht.

Und als nun der Schornstein auf der Rückseite dazukam, zählte Monika Neumann-Wächtler eins und eins zusammen, brachte ihr Anliegen in der jüngsten Stadtratssitzung vor und forderte Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) auf, dem Einhalt zu gebieten. „Wenn das mit dem Schornstein so bleibt, mache ich eine ganz große Eingabe“, drohte sie an.

OBM Scheler: Nicht genehmigungsfähig

Neben "Monis Kleiner Ooase" in Eilenburg will eine Shisha-Lounge eröffnen. Quelle: Nico Fliegner

Beim Vor-Ort-Termin zeigte Monika Neumann-Wächtler dann das „Corpus Delicti“, das nicht mal zehn Meter von ihrer Terrasse und den Bad-Fenstern entfernt liegt. Bei ungünstigem Wind zöge der Qualm aus der Shisha-Lounge in ihre Wohnung, unter anderem ins Schlafzimmer. Dabei sei sie nicht die einzige Betroffene, weiß die 76-Jährige. Auch der Nachbar sehe den Schornstein kritisch und habe sich inzwischen schriftlich an die Stadtverwaltung gewandt. Die Betreiber der Lounge waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Scheler: „So nicht genehmigungsfähig“

OBM Scheler bestätigte das. Das Bauordnungsamt sei bereits in der Sache tätig. „So, wie es jetzt gebaut worden ist, ist es nicht genehmigungsfähig“, erklärte Scheler zur Problematik. Die „bauordnungsrechtlichen Erfordernisse“ müssten eingehalten werden, betonte das Stadtoberhaupt auf Nachfrage. Wie die Lösung indes aussehen könnte, ist unklar. Aber bis dahin darf der Schlot erstmal keine Rauchzeichen geben.

Von Nico Fliegner

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