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Eilenburg Neujahrsempfang in Nordsachsens Landratsamt
Region Eilenburg Neujahrsempfang in Nordsachsens Landratsamt
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10:35 19.01.2017
Dynamischer Neujahrsempfang: Die Tanzgruppe Eilenburg im Landratsamt. Quelle: Wolfgang Sens
Nordsachsen

Neujahrsempfang auf Schloss Hartenfels. Die Fiddle Folk Family sorgte für den schwungvollen Einstand in den kurzweiligen Abend und für stimmungsvolle Unterhaltung. Landrat Kai Emanuel freute sich im kuschelig warmen Großen Mehrzwecksaal über gut 200 geladene Gäste. Im vergangenen Jahr lud Emanuel nach seinem Amtsantritt ins Lapidarium im Keller des Haues. Der Empfang ging als der wohl kälteste in die Kreisgeschichte ein.

Nordsachsen wird 9 Jahre jung

Emanuel erzählte, dass ihm bei seiner persönlichen Rückschau auf sein erstes Jahr im Amt die berühmten Worte von Bertolt Brecht in den Sinn gekommen seien: Die Mühen der Berge haben wir hinter uns, vor uns liegen die Mühen der Ebenen. „Unser Weg in der Ebene des Jahres 2016 war ebenso dynamisch wie anspruchsvoll, manchmal holprig, nicht immer geradlinig und auch nervenaufreibend, aber ziemlich turbulent, fordernd und auch erfüllend“, sagte Emanuel. Auf der Habenseite stünden auf alle Fälle das Lösen des sprichwörtlichen gordischen Knotens in der Abfallentsorgung im Delitzscher Raum. Was die Möglichkeit eröffne, mittelfristig die Kreisreform auch in diesem Bereich zu vollziehen.

Nordsachsen feiert in diesem Jahr 9. Geburtstag. Emanuel bedankte sich bei Landrat a. D. Michael Czupalla (CDU) für sein „engagiertes Wirken beim Zusammenwachsen des Landkreises Nordsachsen“. Insgesamt sehr positiv sei der Umgang mit den zahlreich angekommenen Flüchtlingen zu bewerten. Die Strategie der überwiegend dezentralen Unterbringung und der umfassenden Betreuung sei erfolgreich gewesen, weil ganz viele ehrenamtliche Bürger, Verbände, Vereine, Kirchen und auch die Mitarbeiter des Landratsamtes weit mehr leisteten, als „Dienst nach Vorschrift“. Emanuel sagte aber auch: „Menschen, die unter dem Deckmantel der Hilfebedürftigkeit eingereist sind und sich nicht in unsere Wertegemeinschaft einfügen wollen oder sogar schwere Straftaten verüben, haben unsere Hilfe und unser Vertrauen nicht verdient“.

Erfolgreiche Breitbanderschließung

Zu den Erfolgen des zurückliegenden Jahres gehöre fraglos auch der Erhalt der umfangreichen Fördergelder für die Breitband-Erschließung des Landkreises. Der erste Schritt zur Versorgung aller nordsächsischen Haushalte mit einer Datentransferrate von mindestens 50 Megabit pro Sekunde sei getan. Im Jahr 2011 bestand noch das Ziel, eine flächendeckende Versorgung mit 2 Mbit/s aufzubauen. „Was wird in fünf Jahren der Standard sein?“, fragte der Landrat. Dies treffe auch auf die Diskussionen in Bezug auf die Nutzbarkeit der Tagebaufolgelandschaft insbesondere um den Werbeliner See zu. Unterschiedliche Interessen und Ansichten verschiedener Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern prallen dort bekanntlich aufeinander. Emanuel zitierte noch einmal Brecht: Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war. „Oder – so möchte ich an dieser Stelle ergänzen – dass A eben nicht mehr richtig ist. Aber was, sehr geehrte Damen und Herren, ist am Werbeliner See A?“ Heißt: Einen gangbaren, nachhaltigen Weg für die Zukunft zwischen Natur- und Umweltschutz, Badespaß und Freizeitvergnügen zu finden, sollte das Ziel aller Partner sein. Übrigens: Am Mittwoch wurde dort eine Bombe gesprengt, die am Dienstag in Leipzig gefunden wurde.

Schulterklopfen reicht nicht

Um solche Probleme zu lösen, genüge es nicht, mit populären Sprüchen möglichst viele Schulterklopfer oder wie es modern ausgedrückt heißt „Likes“ hinter sich zu versammeln. Da halte es Emanuel wie der ehemaligen Stuttgarter Oberbürgermeister und CDU-Politiker Manfred Rommel: „Ein Politiker sollte nicht ständig seine Grundüberzeugungen ändern. Erfolgreiche Politik setzt den Mut voraus, langweilig zu sein.“

Im wirtschaftlichen Bereich werde Nordsachsen auch künftig die intensive Kooperation mit der Stadt Leipzig und auch mit dem Landkreis Leipzig pflegen und möglichst ausbauen. Landrat Emanuel nannte als Beispiele den kontinuierlichen Ausbau der Bundesstraße 87 in Richtung Leipzig, die sich in der Planung befindlichen Ortsumgehungen der Bundesstraße 2 in Hohenossig und Wellaune oder auch die Verdichtung des Angebotes der S-Bahn.

Optimistischer Landrat

Emanuel äußerte sich optimistisch, „dass wir schon einen großen Schritt in die erfolgreiche Zukunft gehen, wenn es uns gelingt, unsere vorhandenen Mittelzentren zu stärken, deren Attraktivität als Wohn- und Arbeitsplatz zu sichern und auszubauen“. Natürlich ohne dabei das ländliche Umfeld aus den Augen zu verlieren.

Im Lutherjahr 2017 wird Hartenfels als das größte und besterhaltene Schloss der Frührenaissance in Deutschland mitsamt seiner 1544 von Luther selbst geweihten Schlosskirche im Fokus des Interesses stehen.

Nach gut 15 Minuten war die Verweildauer am Rednerpult abgelaufen, „weil ich möchte, dass Sie alle gerne noch für ein paar Stunden auf unserem Neujahrsempfang verweilen“, leitete der Landrat den gemütlichen Teil ein. Die Tanzgruppe Eilenburg begeisterte mit ihren akrobatischen Einlagen. Die Fiddle Folk Family begleitete den vergnüglichen Abend. Der Harte Kern machte kurz vor Mitternacht das Licht aus.

Von Frank Pfütze

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