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Eilenburg Polizei warnt vor Klemmbrett-Betrügern und sucht Zeugen
Region Eilenburg Polizei warnt vor Klemmbrett-Betrügern und sucht Zeugen
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19:17 19.08.2019
Thomas Jahn vom Polizeirevier Eilenburg mit einem Schreiben, mit dem Betrüger in Eilenburg auf Spendenfang gingen. Quelle: Kathrin Kabelitz
Eilenburg

Mit Klemmbrettern und Sammellisten unterm Arm halten sie sich gern auf Parkplätzen von Super- oder Baumärkten auf. Sie sprechen Passanten an und behaupten, einen gemeinnützigen Zweck zu unterstützen. Doch die Organisationen, für die sie sammeln, gibt es nicht und erst recht nicht die Vorhaben, für die die Spenden sein sollen. So jüngst geschehen vor einem Baumarkt in Eilenburg. Zwar half der Zufall in diesem Fall, die Tatverdächtigen zu stellen. Um das kriminelle Handeln wirksam unterbinden zu können, braucht die Polizei aber Geschädigte, die Angaben zum Vorgehen der Täter machen können. Ein erster Aufruf nach Zeugen verlief diesmal jedoch ergebnislos.

Schreiben wirken seriös

Ein Behinderten-Logo, die Deutschland-Fahne, ein paar erklärende Worte zum Vorhaben des Landesverbandes für behinderte und taubstumme Kinder zum geplanten Aufbau eines Zentrums für Betroffene auf nationaler und internationaler Ebene und ein herzliches Danke zum Schluss – eigentlich sieht das Schreiben, das Thomas Jahn an jenem Sonnabendmittag gezeigt bekommt, auf den ersten Blick seriös aus. Eine Frau hat an die Scheiben seines Autos geklopft, als er auf dem Parkplatz des toom-Baumarktes in Eilenburg-Ost hält. Sie stellt sich taubstumm, gestikuliert, deutet mit sorgenvoller Miene auf den Zettel in ihrer Hand und gibt sich hilflos. Einige Unterschriften auf dem Papier, auf dem um Unterstützung geworben wird, sind bereits zu erkennen. Eine extra Spalte für Spendensummen gibt es auch, das Geld soll möglichst gleich und bar entrichtet werden. Als Thomas Jahn aussteigt und in sein Portemonnaie greift, hellt sich ihr Blick auf. Doch statt eines Geldscheines zückt der Polizist in Zivil seinen Dienstausweis und kann die Frau festnehmen.

Betrugsmasche ist bundesweit bekannt

Drei Männer, die derweil andere Baumarkt-Kunden ansprechen, bekommen das Geschehen mit und flüchten. Der Eilenburger Polizeibeamte kennt die Betrugsmasche nur allzugut. Nicht nur sachsen- sondern bundesweit werden Delikte dieser Art verübt, die Zahl ist stetig gestiegen. Thomas Jahn informiert seine Kollegen, die Beamten können die Männer in Paschwitz stellen und ins Polizeirevier bringen. Die Ermittlungen bestätigen dort sehr schnell den Verdacht: Die vier Rumänen gehören zu bundesweit agierenden Betrügerbanden, die nach dem immergleichen Schema persönliches Leid vortäuschen und um Geld bitten. Nicht nur im Eilenburger Revierbereich, auch in der Umgebung ist die Zahl derartiger Betrugsdelikte in den letzten Monaten gestiegen.

Viel erreicht haben die vier an diesem Tag allerdings nicht. Rund 25 Euro stellt die Polizei sicher. Auch wenn die Tatverdächtigen gestellt sind – die Polizei braucht Zeugen, die detaillierte Angaben zum Vorgehen machen können. Vor allem jene, die auf die Betrugsmasche eingegangen sind. „Viele schämen sich dafür, gehen deshalb nicht zur Polizei. Dafür gibt es aber keinen Grund. Schämen müssen sich die, die andere Menschen derart schädigen“, sagt Thomas Jahn.

Bei Zweifeln sollte die Polizei gerufen werden

Der Polizei bleibt bisher nur, eindringlich vor derartigen Spendenaktionen zu warnen. „Sollten Sie auf der Straße von jemandem angesprochen werden, dessen Anliegen nicht seriös erscheint, weisen Sie ihn ab. Sollten Sie gar bedrängt werden oder strafbare Handlungen erkennen, rufen Sie unter 110 die Polizei“, so der Tipp der Beamten. „Wer solche Machenschaften beobachtet, sollte uns umgehend alarmieren.“ Denn nicht selten werden Ahnungslosen bei solchen Aktionen auch Handys oder Portemonnaies gestohlen. Zudem seien solche Aktionen genehmigungspflichtig. „Sie müssen bei der Ortspolizeibehörde angemeldet sein, das heißt, eine amtliche Erlaubnis muss vorliegen.“

Hinweise von Zeugen nimmt das Polizeirevier in Eilenburg, Telefonnummer 034236640, oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Von Kathrin Kabelitz

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